Anhaltende Dürre Landkreis Osnabrück verbietet Wasserentnahme aus Bächen und Flüssen

Der Landkreis Osnabrück hat bis einschließlich 31. August die Wasserentnahme aus kleineren Gewässern untersagt. Symbolfoto: dpaDer Landkreis Osnabrück hat bis einschließlich 31. August die Wasserentnahme aus kleineren Gewässern untersagt. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit haben sich in den Gewässern des Landkreises Osnabrück extrem niedrige Wasserstände eingestellt. Deshalb werden Wasserentnahmen aus kleineren Gewässern ab heute bis einschließlich 31. August untersagt.

"Die Pegel der kleineren Gewässer sind aktuell extrem niedrig", sagt Landkreis-Sprecher Burkhard Riepenhoff auf Nachfrage unserer Redaktion. Teilweise sei der Wasserstand so gering, dass es für Fische kritisch werde. Daher sei in der Kreisverwaltung die Entscheidung gereift, Wasserentnahmen aus diesen Gewässern für die kommenden Wochen zu verbieten.

Keine Entnahme aus Düte, Else und Nette

Konkret betroffen sind die sogenannten Gewässer 2. und 3. Ordnung: Erstere haben überörtliche Bedeutung für das Gebiet eines Unterhaltungsverbandes. Als Gewässer 3. Ordnung gelten alle kleineren Bäche. Im Landkreis Osnabrück gilt das Verbot somit für Gewässer wie beispielsweise die Düte, die Else oder die Nette. Bisher waren nach Angaben des Landkreises in erster Linie die Oberläufe und kleinere Gewässer von der Trockenheit betroffen. Die Pegel der Gewässer zeigen jedoch nun deutlich, dass auch in den Mittel- und Unterläufen der Gewässer die bisherigen Tiefststände erreicht oder bereits unterschritten sind. 

Grundsätzlich gilt in normalen Zeiten, dass das Entnehmen von Wasser aus einem oberirdischen Gewässer etwa zur Beregnung erlaubnispflichtig ist. Eine Zulassung gibt es nur dann, wenn eine gewisse Abflussmenge erhalten bleibt. Diese Mindestwasserführung ist nach Angaben des Landkreises jedoch mit den historischen Tiefstständen zurzeit nicht mehr gewährleistet.

Wasserentnahme bis 31. August untersagt

Da eine Änderung wegen der Wetterprognosen derzeit nicht absehbar ist, hat die Untere Wasserbehörde des Landkreises Osnabrück eine Regelung zur Vermeidung von Beeinträchtigungen der Gewässer getroffen: Mit der „Allgemeinverfügung zur Beschränkung der Wasserentnahme aus Fließgewässern auf dem Gebiet des Landkreises Osnabrück“ sind Wasserentnahmen aus Gewässern 2. und 3. Ordnung zu Bewässerungs- und Beregnungszwecken ab Dienstag, 23. Juli, bis einschließlich 31. August 2019, untersagt. 

Zuwiderhandlungen stellen laut Riepenhoff eine Ordnungswidrigkeit dar und können im Einzelfall mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Verbot gilt auch für Landwirte

Dieses Verbot gilt auch für Wasserentnahmen, für die eine gültige wasserrechtliche Erlaubnis vorliegt – und somit beispielsweise auch für Landwirte. Der genaue Wortlaut der Allgemeinverfügung kann auf der Homepage des Landkreises Osnabrück unter www.landkreis-osnabrueck.de/bekanntmachungen eingesehen werden. 

Schon seit einigen Wochen galt im Landkreis die Phase zwei des Wassersparens: Wegen der Trockenheit hatte die Kreisverwaltung Ende Juni zunächst Privathaushalte und später auch Sportvereine, Feuerwehren und Großverbraucher wie Landwirte zum schonenden Umgang mit dem kühlen Nass aufgerufen.


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