„So vielseitig und interessant“ Osnabrücker Studenten erarbeiten Programm für das Unabhängige FilmFest

Irina Zudina, Seminarleiter Harald Keller, Tim Tolhuysen und Elena Niemeyer (von links) sichten Kurzfilme. Die Studenten erarbeiten ein Kurzfilmprogramm für das nächste Unabhängige Filmfest Osnabrück. Foto: Michael GründelIrina Zudina, Seminarleiter Harald Keller, Tim Tolhuysen und Elena Niemeyer (von links) sichten Kurzfilme. Die Studenten erarbeiten ein Kurzfilmprogramm für das nächste Unabhängige Filmfest Osnabrück. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Teilnehmer eines Seminars der Uni Osnabrück wählen Kurzfilme für die Endrunde eines Wettbewerbs aus. Ihre Auswahl wird beim Unabhängigen FilmFest im Oktober gezeigt.

„Das ist mir zu plakativ“, sagt Irina Zudina. Die Studentin diskutiert mit zwei Kommilitonen über einen Kurzfilm, den die drei gerade gesehen haben. Eigentlich mochte sie den Film über den Konflikt eines jungen, homosexuellen Moslems, den Studierende in London gedreht haben, aber offenbar waren unter den insgesamt etwa 150 Kurzfilmen, die sich die Studenten inzwischen angeschaut haben, eben noch bessere. So sieht es auch Tim Tolhuysen: „Am Anfang hätte ich ihm grün gegeben.“ Inzwischen sind seine Ansprüche offenbar höher.

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Mit „grün“ hätte der Film die Chance, im Oktober in einem Kurzfilmprogramm des Unabhängigen FilmFests gezeigt zu werden, das die Studenten zusammenstellen. „Unsere Kurzfilm-Programme werden sehr ausgiebig von Studierenden besucht“, sagt Julia Scheck, Leiterin des FilmFests. „Und da ist uns die Idee gekommen, man könnte die ja viel früher involvieren.“ Das Programm, das die Studenten zusammenstellen, sei zugleich die Endrunde eines Wettbewerbs, so Julia Scheck weiter: Einer der Filme wird während des FilmFests mit einem Preis ausgezeichnet, den das Osnabrücker Studentenwerk stiftet.

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Doch nicht nur für die Auswahl der Filme sind Studenten zuständig, wie Dr. Harald Keller erklärt: „Wir machen ein Kurzfilmprogramm, das aus studentischen Einreichungen besteht und wiederum von Studenten beurteilt wird.“ Keller hat an der Uni ein entsprechendes Seminar angeboten; die knapp 20 Teilnehmer studieren ganz verschiedene Fächer und haben daher alle einen anderen Hintergrund. Student Tim Tolhuysen gefiel das sehr gut: „Die Vermischung der verschiedenen Blickwinkel in der Diskussion war sehr interessant.“ Noch vielfältiger sind vermutlich die Filme selbst: „Die Filme kommen aus der ganzen Welt“, so Harald Keller. „Wir haben Südkorea, Kolumbien, Japan. Ein bisschen unterrepräsentiert ist Afrika, was ich schade finde.“

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Diese Vielfalt wollen die Studenten in ihrem Programm auch abbilden. Wichtig sei ihnen, nicht nur „diese normalen, mitteleuropäischen Filmen á la Netflix“ zu zeigen, so Irina Zudina. Die Studentin hat bereits letztes Jahr an einem solchen Seminar teilgenommen und ist diesmal auch Praktikantin beim FilmFest. Über ihre Motivation sagt sie: „Ich finde es spannend Filme zu schauen, besonders Kurzfilme. Das ist etwas, womit ich mich davor noch nicht auseinandergesetzt habe. Studentische Kurzfilme sind einfach so vielseitig und interessant.“ Doch wer die Wahl hat, hat auch die Qual: Nur schweren Herzens sortieren die Studenten etwa den Film über den jungen Moslem aus. „Wir haben zu viele gute Filme“, sagt Irina Zudina, „das ist so traurig!“


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