IHK befragt 600 Unternehmen Konjunktur in der Region Osnabrück schwächt sich ab

Hauptrisiko für die Zukunft bleibt laut IHK der Fachkräftemangel. Foto: Patrick Pleul/dpaHauptrisiko für die Zukunft bleibt laut IHK der Fachkräftemangel. Foto: Patrick Pleul/dpa

Osnabrück. Die Konjunktur in der Wirtschaftsregion Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim läuft schlechter als zuletzt, und auch die Aussichten trüben sich ein. Der IHK-Konjunkturklimaindex, der Lage und Erwartungen der Unternehmen zusammenfasst, sinkt um elf Zähler auf 101 Punkte. Das ist das Kernergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim für das zweite Quartal 2019 unter rund 600 regionalen Unternehmen.

Nachdem im Vorquartal per saldo noch 31 Prozent der Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als gut bezeichneten, trifft dies aktuell nur noch auf 19 Prozent zu. Auch die Geschäftserwartungen der Unternehmen gehen zurück und liegen nun deutlich im negativen Bereich: Lediglich 7 Prozent gehen von einer besseren Geschäftslage aus, während 21 Prozent mit schlechteren Geschäften rechnen. Alles in allem liegen die Werte damit deutlich unterhalb des langjährigen Durchschnitts.

 Langsamere Gangart der Weltwirtschaft

Eine wesentliche Ursache ist die deutlich langsamere Gangart der Weltwirtschaft, die vor allem die Industrieunternehmen zu spüren bekommen. Per saldo rechnen lediglich 4 Prozent der Industriebetriebe mit steigenden Exporten, während es im Vorquartal noch 10 Prozent waren.

„Die regionalen Betriebe bekommen den konjunkturellen Gegenwind aktuell deutlich zu spüren. Zwar blicken der Handel und insbesondere auch das Baugewerbe weiterhin auf sehr gute Geschäfte. Allerdings trüben sich die Erwartungen auch in diesen Branchen ein. Dies deutet darauf hin, dass sich auch die inländische Konjunktur nicht auf Dauer vom schwierigen außenwirtschaftlichen Umfeld freimachen kann“, sagte Marco Graf, Hauptgeschäftsführer der hiesigen IHK.

Hemmnis für die weitere Entwicklung

Ein Alarmsignal sei zudem, dass die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen zunehmend als Risiko für die weitere Entwicklung gesehen und inzwischen am zweithäufigsten von acht abgefragten Faktoren genannt würden. Mehr als jedes zweites Unternehmen sehe hierin inzwischen ein Hemmnis für die weitere Entwicklung, so Graf.

Hauptrisiko für die Zukunft bleibt der Fachkräftemangel. 64 Prozent der Unternehmen sehen hierin ein Problem (Vorquartal: 61 Prozent). Auch die Arbeitskosten (41 Prozent) sowie die Energie- und Rohstoffpreise (40 Prozent ) werden besonders häufig von den Unternehmen genannt.

Eintrübung der Geschäftserwartungen

„Angesichts der Eintrübung der Geschäftserwartungen muss die Wirtschaftspolitik nun gegenhalten“, so Graf. „Viele Unternehmen erwarten jetzt deutliche Signale in Richtung Wettbewerbsfähigkeit. Insbesondere bei den Themen Bürokratieabbau und Steuern sind hier noch viele Baustellen offen.“

Der Blick auf die einzelnen Wirtschaftsbereiche zeigt, dass die Geschäftserwartungen für die kommenden Monate durchgehend zurückhaltender bewertet werden als zuletzt. Auch die Beschäftigungspläne der Unternehmen verlieren an Dynamik. Demgegenüber bleiben die Investitionspläne stabil, allerdings auf im langfristigen Vergleich unterdurchschnittlichem Niveau. 


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