Duo "Sing Your Soul" berührt Klarinette und Akkordeon in der Kleinen Kirche

Sing your soul: Meike Salzmann und Ulrich Lehna. Foto Thomas OsterfeldSing your soul: Meike Salzmann und Ulrich Lehna. Foto Thomas Osterfeld

Osnabrück. Ulrich Lehna ( Klarinette und Saxophon) sowie Meike Salzmann (Konzertakkordeon) sind ein bemerkenswertes Gespann. Mit fast ebenso vielen Worten wie Tönen erreichen sie Kopf und Herz ihres Publikums

In geläufigem Zungenschlag und durchaus gewählter Diktion leitet Meike Salzmann in ihrer Moderation von einem Stück zum anderen. Gewürzt mit Zitaten und kleinen Geschichten sind ihre Wortbeiträge vollwertige Teile des Programms. So erhält sie dafür gelegentlich auch einen Zwischenapplaus.

Das große Konzertakkordeon harmoniert mit den diversen  Klarinetten so perfekt, dass man öfters die Ohren spitzen muss, um alle Klangunterschiede heraus zu hören. Musikalisch beginnt der Weg im Barock. Johann Sebastians Bachs bekanntes "Siziliano"  erklingt auf Sopransaxophon und Akkordeon. Bei Mozarts Andante aus dessen einzigem Klarinettenkonzert in A-Dur erweist sich Ulrich Lehna als ein souveräner Gestalter.

Die beiden Interpreten können aber beileibe nicht nur langsam spielen. Leider verschluckt der starke Kirchenhall viel von ihrer grazilen Wendigkeit. Dennoch hört man lebendige Fassungen eines ungarischen "Czardas" oder einer "Romanze" aus Andalusien. Und bei der "Elin Polka" gelingt es, den Hall einfach zu überholen.  

Dem Publikum weitgehend unbekannt ist der Finnische Tango. Tatsächlich wird dieser Tanz in Finnland fast genauso viel getanzt  wie in seinem Heimatland Argentinien. Das Duo "Sing Your Soul" spart da nicht mit klangschönen Beispielen. 

Heimliche Mitte des Programms aber ist der Klezmer. Dessen warme Moll -Melodien in volltönender Begleitung, wie etwa bei der "Mirjam Quelle", sind wahrer Gesang für die Seele.  


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