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12.07.2019, 06:35 Uhr LAND SCHAUT ZU

Arbeitsbedingungen im Flüchtlingshaus sind inakzeptabel

Ein Kommentar von Sandra Dorn


Das Osnabrücker Flüchtlingshaus. Foto: Archiv/Jörn MartensDas Osnabrücker Flüchtlingshaus. Foto: Archiv/Jörn Martens

Osnabrück. Wie der Sicherheitsdienst WSO nun tatsächlich mit seinen Mitarbeitern umgeht, ist von außen schwer nachzuvollziehen. Fakt ist: Wer 288 Stunden im Monat arbeitet, wird irgendwann erst unaufmerksam und dann krank. Dass solche Marathondienste im Osnabrücker Flüchtlingshaus geleistet werden, ist inakzeptabel.

Der Sicherheitsdienst erfüllt dort eine wichtige Aufgabe, schließlich sind die Mitarbeiter tagtäglich in Kontakt mit den Geflüchteten. Man kennt sich - und im Idealfall respektiert man sich.

Das funktioniert aber nur mit motivierten Wachleuten. Wenn diese mehr als 264 Stunden im Monat arbeiten müssen, um bei einem Stundenlohn von gerade einmal 10,50 Euro auf ein halbwegs akzeptables Gehalt zu kommen, und wenn noch dazu eine hohe Fluktuation herrscht, dann ist das für das Miteinander im Haus sicher nicht förderlich. Dass es über drei Jahre nicht einmal persönliche Sicherheitswesten für die Mitarbeiter gab, auch das ist nicht gerade ein Zeichen von Wertschätzung.

Der eigentliche Skandal ist, dass das Land Niedersachsen von den Bedingungen weiß und nichts dagegen tut. In einem derart sensiblen Bereich wie dem Flüchtlingshaus, in dem rund 400 Menschen aus aller Herren Länder leben, sollte alles dafür getan werden, dass die Mitarbeiter gute Arbeitsbedingungen vorfinden und nicht zu Dumpinglöhnen arbeiten müssen – dass diese tariflich akzeptiert sind, macht es nicht besser. Da ist das Land in der Pflicht.


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