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„Sportler 4 a childrens world Sylt feiert die Benefizläufer - Kasselmann gibt McGurk & Co die Ehre


Osnabrück. Vier Tage und vier Nächte unterwegs, vom Flughafen Münster Osnabrück zur Sansibar auf Sylt. Hier berichtet Winfried Beckmann über den Wohltätigkeitslauf für die Straßenkinder in Brasilien. Lesen Sie, wie weit die Füße die Läufer tragen.

Samstag, 8. Juni, 17 Uhr, Sylt: Sansibar steht nicht kopf, aber Sansibar liegt John McGurk und einen Freunden vom Verein „Sportler 4 a childrens world“ zu Füßen. Wildfremde Gäste des Szene-Restaurants, der ersten Adresse in Sachen Kult und Genuss, klatschen Applaus, eigens angereiste Fans aus Osnabrück feiern lautstark, als die Benefizläufer aus Osnabrück am vierten Tag ihrer großen Aktion die Endstation nach 535 Kilometern erreichen. Freudestrahlend reißt McGurk die Arme hoch, um nach vier Tagen und vier Nächten nonstop laufend unterwegs zu sein, wieder einmal, diesmal für die Straßenkinder in Sao Paulo etwas für benachteiligte Menschen getan zu haben.

Und während die eigens aus Berlin angereiste Sylt-Lieberin Janka Hegemeister aus Berlin als Moderatorin die Gäste aus ganz Deutschland am Mikrofon informiert über die Aktion für die Straßenkinder in Brasilien, den Verein sowie dessen Projekte im Countdown der letzten 15 Minuten, staunen McGurk umso mehr, als sie in der Runde der Gäste den Hagener Reiter-Experten Ulli Kasselmann entdecken, der als Schirmherr dieser Aktion „Lauf nach Sylt“ eigens mal eben aus Hagen am Teutoburger Wald eingeflogen ist trotz seines Reitsport-Events daheim. Auch die Anwesenheit von Heike Fischer, der ehemaligen Polizei-Präsidentin aus Osnabrück, die eigens für diesen Moment gekommen ist nach gemeinsamen Tanzschritten mit McGurk im Tanzkurs vor dem letzten Presseball, ist Anerkennung für das, was Idealisten vier Tage und vier Nächte auf die Beine gestellt und mit ihren Beinen geleistet haben.

Nach Bratwust und Pizza im Anschluss an den Abendlauf in der einladenden Kleinstadt Heide, wo McGurk der Lacherfolg unter 2000 Teilnehmern mit seinem Schottenrock als Markenzeichen war, geht es in der Nacht zu Samstag von Heide nach Niebüll. Der Samstag beginnt um halb sechs Uhr mit Saubermachen der Wohnmobile und packen vor dem verdienten Frühstück auf einer Wiese, das Sabina und Peter Kemme als liebe Begleiter bzw. Mitmacher bereitet haben. Der Zug nach Sylt hält zwar an jeder Milchkanne, doch der Himmel bleibt trocken trotz erstmals dunkler Wolken nach den Sonnentagen zuvor. TV-Begleitung vom Bahnhof auf Sylt, dabei auch der eigens aus Hamburg angereiste Martin Gürtle, der als ehrenamtlicher Präsident von Terre des hommes Deutschland die letzte Etappe über 13 Kilometer mitläuft und beeindruckt ist von Aktion wie Atmosphäre bei den Osnabrücker Benefizläufern. Und dann die totale Verwöhnung Marke Betreiber Herbert Seckler im Sansibar-Restaurant, ein persönlich anwesender Betreiber dieser Kultstätte und strahlende Gesichter bei glücklichen Finishern. Nach endlich mal wieder gepflegter Dusche und Bezug eines festen Betters im ehemaligen Bundeswehr-Haus im Süden von Sylt wartet am Abend ein Grill und erstmals auch Bier mit Alkohol.

Auf diesen Trip mit momentan fast 42000 Euro für die Kinder in Sao Paulo mehr als eines verdient…

Freitag, 16 Uhr, Itzehoe: Angenehme 30 Grad, doppelte Tankpause für Läufer (ohne Alkohol – versteht sich) und Fahrzeuge (Diesel). Rollentausch an der Tanke zwischen Läufern, Fahrradfahrern und Begleitern für die nächste Etappe von Itzehoe nach Heide. Wieso Itzehoe? Weil dort die Firma Kähler mit Tief- und Hochbau sitzt, die die Laufgruppe um John McGurk nicht nur mit Wasser, Schorle und Obst ganz auf Sportler getrimmt empfängt. Auch mit einem Scheck in Höhe von 500 Euro und vor allem mit Herzlichkeit, als ob sich Firmenchef Holger Neumann und McGurk seit Jahren kennen, als sie sich drücken. Dabei sehen sie sich an diesem Freitag zum ersten Mal, als Neumann betont, gar nicht vorher davon gehört zu haben, dass es solche Laufaktivitäten für andere Menschen gibt. Gehört hatte Neumann davon durch Christian Wurz, seinem Kollegen und Geschäftspartner aus der Firma Stahlbau Wurst in Bersenbrück, bei dem die Benefizläufer am Mittwoch beschenkt und gestärkt worden waren. Und Neumann versichert; „Ich hätte auch was dazu beigetragen, wenn ich nicht über meinen Geschäftspartner, sondern anders davon erfahren hätte“.

Eine neuerlich nette Geste unterwegs für McGurk & Co, die an diesem Freitag um kurz vor sieben Uhr an den Landungsbrücken in Hamburg eine besondere Mission starten: Nach mehr als zwei Stunden Tiefschlaf im vollgepackten Wohnmobil für die, die gerade Laufpause hatten, und dem Blick auf den Hafen der Hansestadt der Frühstückslauf durch die Innenstadt vorbei an Binnen- und Außenalster, wo ganz Hamburg früh zu joggen scheint bei strahlend blauem Himmel und die Osnabrücker in kompletter Besetzung laufenden Rothemden mit positiven Zurufen auf ihrer Benefiztour gestärkt werden. Und dann die Verwöhnung, die Reiter-Experte Ulli Kasselmann als Sponsor von McGurk & Co übernahm und durch Alexander Brenninkmeyer stilvoll aufführen und begleiten lässt: ein First-Class-Frühstück im noblen Restaurant Poletto in Ebbendorf. So verwöhnt lässt sich noch besser laufen durch die Millionenstadt und von dort Richtung Itzehoe zum besagten neuen Helfer, der nicht von ungefähr auch einen Satz T-Shirts mit seinem Firmen-Logo spendiert auch für den Einsatz beim Lauf am Abend in Heide. Denn dort hat er eine Filiale und somit nichts dagegen, wenn einige Osnabrücker dort in seinem Shirt erscheinen beim Abendlauf als besondere Gäste.

Und die Kassenbilanz: Der Scheck von Kähler bleibt an diesem Tag nicht allein. Hinzu kommt das, was Andreas Merse als einer der Läufer in seiner Funktion als Kreisjugendpfleger beim Landkreis mitbringt: nämlich 500 Euro von den Cent-Spenden, wenn es um Lohnabrechnungen und Abrundungen der Cent-Stellen geht. Also aktueller Stand der Sammeltour nach Sylt als Ziel am Samstag: 41529 Euro von Mittwoch bis Freitag. Super!

Donnerstag, 15.Uhr, Parkplatz in Bremen-Lilienthal: Das italienische Eis haben sich John McGurk und seine Freunde vom Verein „Sportler 4 a childrens world“ bei anhaltend strahlender Sonne redlich verdient am zweiten von vier Tagen auf ihrem Charity-Run „Einmal ganz durch Norddeutschland“. So nennt die Firma tilia, eine Tochter der OKE-Gruppe, als Hauptsponsor der Laufaktion vom Flughafen Münster Osnabrück nach Sylt.

Nach gerade der Hälfte der 535 Kilometer haben die 25 Idealisten in ihren unübersehbar leuchtend-roten Shirts ihr Ziel bereits erreicht. Nicht, was Sylt am Samstag und damit die Wegstrecke betrifft, sondern die Summe von 30000 Euro, die sich der Schotte erhofft, eher erträumt hatte. Nach 38480 am ersten Tag ist nun die Schallmauer von 40000 Euro gefallen: angenähert durch 1000 Euro von den Mitarbeitern der Kikxxl-Filiale Bremen, die heute mit den Osnabrückern zehn Kilometer nahe dem Bremer Flughafen laufen. Und als dann der Flughafen-Chef sichtlich begeistert von seinen sozial engagierten Gästen einen Scheck von 1000 Euro drauflegt, steigt die Summe von 40480 Euro in der Zwischenbilanz.

Was am Donnerstag ebenso die besondere Bedeutung dieses Benefizlaufs für die Straßenkinder in Sao Paulo anlässlich der Fußball-WM in 2014 ausmacht, wird bei einem längeren Abstecher am frühen Morgen aus Zeitgründen zum Großteil mit einem Begleitfahrzeug deutlich: Mehr als 100 Kinder stehen klatschend Spalier, singen Lieder und stellen Fragen an der Grundschule von Todtglüsingen. Ganz groß gucken die Minis im Naturkindergarten in der nahen Waldidylle in diesem Ort im Kreis Harburg, als die Rothemden zu ihnen kommen. Sie haben eigens brasilianische Fahnen auf Papier gemalt und stehend winkend vor dem Eingang zu ihrer heilen Welt im Wald und drücken jedem Läufer eine Banane als Wegzehrung in die Hand.

„So eine Begegnung vergisst man nie. Schade, dass wir nicht mehr Zeit hatten“, meint McGurk bei diesen beiden emotionalen Besuchen, eingefädelt durch Mitläufer Axel Kreutzer mit dessen dort tätiger Cousine Heike Rübner als engagierte Lehrerin bzw. Mama an beiden Einrichtungen.

Mittwoch. 17.00 Uhr, Wallenhorst: Die Sonne scheint auch in Wallenhorst auf dem Gelände der Firma Stavermann als einem der Sponsoren, als John McGurk und seine Freunde vom Verein „Sportler 4 a childrens world“ ihren Lauf Richtung Bersenbrück fortsetzten. Und das bei bester Laune mit 15 Läufern und zehn Begleitpersonen in drei Wohnmobilen und drei weiteren Fahrzeugen nach der tollen Präsentation vor dem Start um kurz nach zehn Uhr am Flughafen Münster Osnabrück. Dort gaben sich spendable Firmen fast das Mikrofon von Moderator Andres Heinemann in die Hand. Eine erste Zwischenbilanz nach erst fünf Stunden im Umland von Osnabrück: Nicht wirklich erwartete stolze 38480 Euro hat der Schotte mit seinen Freunden bisher gesammelt bei seinem Benefizlauf nach Sylt für die Kinder in Brasilien und ein entsprechendes Projekt in 2014 in Sao Paulo. „Super“, freute sich der 52-Jährige, als in der Spitze die Firma Tilia, eine Tochter der OKE-Gruppe aus Hörstel, einen fünfstelligen Beitag zu dieser Aktion beisteuerte. Genau so freute sich McGurk über seinen Arbeitgeber Ahlstrom und dessen sammelfreudige Kollegen, die Bohnenkamp-Stiftung, die Firma Porta, die Firma Reno, die Firma Kikxxl, deren Mitarbeiter ihrem Chef pro Kilomezer zehn Euro aus der Tasche zogen für ihr Mitlaufen von FMO zum Rathaus in Osnabrück. Hier zeigte sich Bürgermeister Burkhard Jasper sichtlich angetan von der McGurk-Aktion und gab den Idealisten beste Wünsche mit auf den Weg gen Norden. Begleitet von weiteren Spenden des Piesberger SV, des FMO, vom Hotel Remarque und anderen mehr.

Von Bersenbrück, wo die Firma Stahlbau Wurst ebenfalls einen Scheck parat hält und die Paul-Moor-Schule die Läufer mit einem brasilianischen Buffet erwartete, geht die Tour über insgesamt 535 Kilometer Tag und Nacht weiter über Bremen und Hamburg nach Sylt mit dem Ziel Sansibar am Samstag.

Mittwoch, 09.51 Uhr, FMO: Die Sonne scheint, die Gesichter sind erwartungsvoll. Drei Wohnmobile, drei Begleitfahrzeuge und vier Fahrräder sind die Ausrüstung von 25 Idealisten, die an diesem Mittwoch am Flughafen Münster Osnabrück (FMO) nach Sansibar starten. Nicht im Flieger in den natürlichen Flecken Erde auf der anderen Hälfte der Erdkugel, sondern Richtung Szenelokal Sansibar nach Sylt. 535 Kilometer unterwegs sind John McGurk und seine Freunde vom Verein „Sportler 4 a childrens world“. kurz S4acw. Nicht einfach so, nur weil, die Sonne scheint, sondern weil sie vier Tage und vier Nächte laufen, begleitet von Freunden in den genannten Mobilen.

Und sie laufen zu verschiedenen Firmen, mit Kindern und Erwachsenen in Bersenbrück, Bremen und anders wo und hoffen auf spendable Hände auf ihrer langen Tour. Denn sie sammeln Bares und Schecks für die Straßenkinder in Sao Paulo, für ein Projekt von Terre des hommes in der brasilianischen Metropole, das sie anlässlich der Fußball-WM im nächsten Jahr dort live übergeben wollen. Und zwar zu 100 Prozent ohne Abzug von Verwaltungskosten. Deshalb zahlen die Idealisten um den Schotten, der wie üblich im Schottenrock läuft, alles aus eigener Tasche, sofern nicht Sponsoren ihnen die Wohnmobile, Obst und anderes Proviant spendieren.

Wir - genauer gesagt unser NOZ-Sportredakteur Winfried Beckmann als einer der Läufer - begleiten die Gruppe von heute am FMO über Osnabrück mit einem Empfang im Rathaus und über Wallenhorst und Bersenbrück, wo Behinderte mit ihnen eine Schleife laufen wollen, sowie Bremen und Hamburg nach Sylt - Ankunft am Samstag um 15 Uhr in der Sansibar mit möglichst großem Bahnhof und spendierfreudigen Geldgebern.


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