„Wir räumen auf“ Schüler und Gäste aus Sambia sammeln Müll in Osnabrück

Ireen Ng'andu setzt sich für Umwelt- und Klimaschutz ein: normalerweise in ihrem Heimatland Sambia, zur Zeit in Osnabrück, das im Vergleich zu ihrer Stadt Livingstone sehr sauber ist. Foto: Markus StrothmannIreen Ng'andu setzt sich für Umwelt- und Klimaschutz ein: normalerweise in ihrem Heimatland Sambia, zur Zeit in Osnabrück, das im Vergleich zu ihrer Stadt Livingstone sehr sauber ist. Foto: Markus Strothmann

Osnabrück. Schülerinnen und Schüler der Ursulaschule und Studierende aus dem südafrikanischen Land Sambia haben kurz vor den Ferien gemeinsam aufgeräumt. In der Großen Straße, der Hasestraße und am Herrenteichswall kam in einer halben Stunde ein stattlicher Müllberg zusammen.

„Osnabrück sieht blitzsauber aus im Vergleich zu meiner Heimatstadt Livingstone“, sagt Ireen Ng’andu, 23-jährige Studentin an der University of Zambia in der Hauptstadt Lusaka. Sie und ihre Mitreisenden engagieren sich im Umweltprojekt „Environment Africa“. Nach Osnabrück gekommen ist die Gruppe im Rahmen eines Austauschprogramms des Kinderhilfswerks terre des hommes (tdh).

In Livingstone täten sie oft dasselbe, sagt Ng’andu, nur kämen bei den Aktionen dort ungleich größere Mengen an Müll zusammen. „Es gibt viele illegale Müllhalden, den Menschen fehlt das Bewusstsein für das Problem.“ Zusätzlich zum Aufräumen versuchen die jungen Aktivisten, die Lage zu verbessern, indem sie etwa in Schulen über Umweltprobleme und den Klimawandel informieren. 

Auch "Fridays for Future"-Demonstrationen gibt es in Zambia, sagt Ng’andu. „Letztes Jahr hatten wir wegen der Trockenheit eine extrem schlechte Ernte. Grundnahrungsmittel wie Mais haben sich extrem verteuert.“ Anna Büschemann von tdh bestätigt: „Diese jungen Leute aus Sambia sind ganz direkt betroffen von den Auswirkungen des Klimawandels.“ 

Runde halbe Stunde, großer Haufen Müll: Ursula-Schüler sortieren am Stand vor Douglas in der Großen Straße, was sie in kurzer Zeit gesammelt haben. Foto: Markus Strothmann

Die Ursulaschüler wiederum nehmen teil an der Klimabotschafter-AG, deren rund 40 Mitglieder Projekte umsetzen wie „Plastiktütenfreies Osnabrück“ und „Strohhalmfreies Osnabrück“ oder sie sind im Kurs „Welt der Medien“. Schülerin Elisa Rosenski (14) mit Blick auf den großen Haufen Müll, den die Gruppe in nur einer halben Stunde gesammelt hat: „Das ist nur ein kleiner Teil von dem, was da rumliegt. Wir konnte bei weitem nicht alles mitnehmen.“ 

Ein Bewusstsein für den Umweltschutz besteht bei Lehrer- und Schülerschaft der Ursulaschule. Die Bereitschaft zum Klimastreik ist hier aber anscheinend noch nicht stark ausgeprägt. „Bei ,Fridays for Future' haben wir bis jetzt nicht mitgemacht“, sagt Schülerin Stina Weber (14). Es habe in der Schule eine Info-Veranstaltung dazu gegeben, an der ihre Klasse aber nicht teilnahm. Die Klimabotschafter dagegen waren schon bei Demos dabei in Begleitung von AG-Leiter Tobias Romberg. Allerdings sind die Möglichkeiten stark begrenzt. Romberg hat sich dazu bereits geäußert.


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