Anziehungspunkt in der City Osnabrück: Sommer am Adolf-Reichwein-Platz

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<em>Sie kommen gerne wieder</em> zum Spielplatz Koggestrand: (von links) Jessica Quebe mit Tochter Mia und Bianca Hoppe mit Sohn Noah. Foto: Hermann PentermannSie kommen gerne wieder zum Spielplatz Koggestrand: (von links) Jessica Quebe mit Tochter Mia und Bianca Hoppe mit Sohn Noah. Foto: Hermann Pentermann

stwi Osnabrück. Mit seinem einzigartigen Schiffspielplatz und lauschiger Gastronomie zählt der Adolf-Reichwein-Platz in der Osnabrücker Innenstadt zu den schönsten Ecken der Stadt. Ein Besuch.

Ein Spatz hüpft unter den Tischen zwischen den Beinen der Besucher herum und sucht nach Krümeln. Bei zwei jungen Männern wird er nicht fündig: Die beiden trinken nur Saftschorle. Und auch bei einem älteren Ehepaar zwei Tische weiter gibt es nichts Brauchbares: Vom Weißwein fallen keine Krümel ab. Das Ehepaar kommt aus Glandorf. Auf seinem Weg in die Stadt hat es einen Zwischenstopp unter den Sonnenschirmen des „bottled“ am Adolf-Reichwein-Platz eingelegt.

Die meisten Osnabrücker kennen diesen Platz mitten in der Innenstadt als Standort des „Grünen Jägers“ und der Hansekogge, die mitten im Sandkasten thront . „Das hat sich hier völlig verändert“, sagt Eira Langer. Auf dem Weg vom Parkplatz zu ihrer Stammbuchhandlung auf der anderen Seite des Platzes passieren sie und ihr Mann Ernst seit langer Zeit immer wieder diesen Platz. Bis zur Ankunft der Kogge sah es hier ganz anders aus. 1984 wurde der Ort als „Adolf-Reichwein-Platz“ zwischen den Straßen Osterberger Reihe und Alte Münze eröffnet. Damals nur ein Stück Wiese, immerhin schon mit Kneipen drumherum. Als „Ruheplatz für Passanten, Studenten und Bewohnern des anliegenden Altenheims am Ledenhof“ war er geplant. Das berichtete die Neue OZ im Juli 1984. Dieser Plan hat jedoch nicht auf Anhieb funktioniert. „Viele Leute mit Flaschen“, beschreibt Eira Langer diplomatisch, wenn sie an den Zustand vor dem Spielplatz denkt.

Bier für 1,80 Euro

Auch die beiden jungen Männer zwei Tische weiter erinnern sich an die Zeit zurück, in der das Weizenbier hier nur 1,80 Euro gekostet hat und die Wiese ein Treffpunkt war. Die beiden sind in der Innenstadt aufgewachsen und zur Schule gegangen. „Früher, wenn es Zeugnisse gab, ist ganz Osnabrück hierhin gekommen“, erinnert sich Simon Vonstein. „Wenn nicht zu viele Kinder rumlaufen, ist es heute okay“, meint sein Freund. Seit 2006 steht nur wenige Meter von den Tischen des „bottled“ entfernt die Hansekogge – ein großes Holzschiff, das als Werbung für den Osnabrücker Hansetag eingesetzt und dann den Kindern zur Eroberung überlassen wurde. Der Rasenplatz wurde zum riesigen Sandkasten umfunktioniert. Sogar einen Förmchen-Verleih in einem Bauwagen gibt es. Die Stadt hält den Platz instand.

Entspanntes Miteinander

Ob sie die Kinder stören? Eira und Ernst Langer protestieren ganz entschieden. „Das ist ein ganz gemischtes Publikum“, freut sich Eira Langer, „Leben ist auf diesem Platz. Die Generationen leben hier miteinander!“ „Das ist immer so ’ne gute Mischung“, ergänzt ihr Mann. „Manchmal fahren wir nach Osnabrück, nur um hierher zu kommen.“ Am Tisch des Ehepaars schieben Mütter ihre Kinderwagen vorbei in diese Oase mitten in der Stadt, die Bäume vom umgebenden Lärm abschirmen. „Vor zwei Monaten war es hier so voll, dass man einen Platz suchen musste“, erzählt Jessica Quebe, während Tochter Mia neben ihr im Sand buddelt. „Das ist hier sehr gepflegt“, lobt die 30-Jährige. „Man kann die Kinder einfach so spielen lassen. Und man kann hier eben losfahren und sich was zu trinken holen.“ Sie wolle auf jeden Fall wiederkommen, sagt Hoppe. Der Sohn ihrer Freundin Bianca Hoppe knabbert währenddessen zufrieden an seiner Schaufel.

Abends wandelt sich das Publikum: „Viele Jutebeutel“, meint Guido, Mitarbeiter des „bottled“. Seit 2004 gibt es die Kneipe direkt am Spielplatz. Außer Cocktails und Kaffee bietet das „bottled“ jetzt auch eine eigene Kinderkarte an. Und während ein sanfter Wind die Hitze des Tages vertreibt, lässt ein kleiner Junge seinen Hula-Hoop-Reifen neben den Café-Tischen tanzen. Als der fast einer älteren Dame vor ihr Fahrrad rollt, sich aber immerhin längere Zeit aufrecht dreht, erntet er keine Zurechtweisung, sondern Lob: „Super!“ sagt sie.


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