Keine Leinwand, keine Rahmen „The Drawing Collective ist im Kunstraum hase29 zu Gast

Be absolutely concrete! Drawing worlds – Welten zeichnen (von links) Munira Naqui, Jamel Sghaier (The Drawing Collective) und Oliver Bekiersz (hase29). Foto: Jörn MartensBe absolutely concrete! Drawing worlds – Welten zeichnen (von links) Munira Naqui, Jamel Sghaier (The Drawing Collective) und Oliver Bekiersz (hase29). Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Manche schicken ihre Arbeiten per Post, mache bringen sie persönlich vorbei: Die internationale Kunstgruppe „The Drawing Collective“ hat ihre eigenen Gesetze. Jetzt stellt sie im Kunstraum hase29 in Osnabrück aus.

Keine Leinwand, keine Rahmen - stattdessen Zeichnungen auf Papier, die in puristischen Form an die Wand gehängt werden. In dieser Form präsentiert sich eine neue Ausstellung im Kunstraum hase29 mit Arbeiten der Künstlergruppe „The Drawing Collective“.  

„Wir sind eine internationale Gruppe, deren Mitglieder die Formensprache des Konstruktivismus und der konkreten Kunst aufnehmen und fortführen“, erklärt Munira Naqui, die das Kollektiv vor fünf Jahren gründete. 30 Künstler aus zwölf Ländern gehören der Gruppe an. „Einige von uns habe sich noch nie in Natura getroffen“, erklärt Naqui. Stattdessen kommunizieren sie per Internet. Einmal im Jahr sammeln sie ihre Zeichnungen per Post, um sie auszustellen.

„Be Absolutely Concrete“ heißt die außerplanmäßige Schau, die jetzt in hase29 zu sehen ist. „Wir haben das Bauhaus-Jubiläum zum Anlass genommen, die Einladung der Gesellschaft für zeitgenössische Kunst in Osnabrück anzunehmen“, sagt Naqui und weist darauf hin, dass sie sich in der Geburtsstadt von Friedrich Vordemberge-Gildewart mit ihren Arbeiten besonders gut aufgehoben fühlen.

Den Kontakt zur „Drawing Collective“ hatte der in Bielefeld lebende Jamel Sghaier hergestellt, der in Osnabrück kein Unbekannter ist. Im Rahmen eines Austauschs mit tunesischen Künstlern waren Werke von ihm bereits vor einigen Jahren hier zu sehen. In der Zwischenzeit hat er seinen minimalistischen Stil weitergeführt, hat seinen Schwarz-Weiß-Konstrukten Farbe hinzugefügt. Der strengen Geometrie verleiht er mit geschwungenen Linien Dynamik.

Zeichnungen, die an Innenarchitektur erinnern, Strukturen, die dreidimensionalen Charakter entwickeln, und Zeichnungen einer ukrainischen Künstlerin mit Grafitstift auf Karton, die erhabene Qualitäten erreichen – die Auseinandersetzung mit konkreter Kunst ist vielfältig.

Zusätzlich zu den Exponaten, die „The Drawing Collective“ einreichte, hatte das Kuratorenteam der Gesellschaft für zeitgenössische Kunst sechs Künstler aus der Region sowie einen aus Halle an der Saale ausgewählt, deren Werke ausgezeichnet zum Konzept passen. So wird die Ausstellung durch großartige Arbeiten von Frank Gillich, Manfred Heinze, Oliver Bekiersz und anderen angereichert.

„Be Absolutely Concrete - Drawing Worlds - Welten zeichnen“, Zeichnungen und Objekte von Mitgliedern von „The Drawing Collective“ und anderen, Kunstraum hase 29 (Hasestraße 29). Bis 3. August, Di., Mi. und Fr. 14-18 Uhr, Do. 16-20 Uhr, Sa. 11-15 Uhr. Eintritt frei. Infos unter www.hase29.de


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