Kritik an Medienberichten IHK widerspricht: Stickoxid-Belastung in Osnabrück sinkt

Die Station zur Messung der Luftqualität am Schlosswall in Osnabrück. Archivfoto: Michael GründelDie Station zur Messung der Luftqualität am Schlosswall in Osnabrück. Archivfoto: Michael Gründel

Osnabrück. „Osnabrück zählt nicht zu den Städten mit einer besonders hohen Stickstoffdioxid-Belastung und schon gar nicht zu den 15 sogenannten Intensivstädten." Mit diesen Worten hat IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf einem Bericht unserer Redaktion reagiert.

Es zeichne sich ab, dass der Grenzwert im Jahr 2019 voraussichtlich eingehalten werde, äußerte sich der Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Osnabrück-Emsland in einer Mitteilung. Er verweist darauf, dass die NO2-Belastung an der amtlichen Verkehrsmessstation am Schlosswall von 44 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (µg/m³)  im Jahr 2017 auf 41 Mikrogramm im Jahr 2018 gesunken ist und 2018 damit nur noch ein Mikrogramm über dem Grenzwert von 40 Mikrogramm lag. Im Zeitraum Januar bis Mai dieses Jahres werde der Grenzwert hier in der Durchschnittsbetrachtung bereits eingehalten.  

Graf widerspricht damit einer öffentlichen Berichterstattung über eine Erhebung des Umweltbundesamtes (UBA). Die Behörde hatte mit Blick auf die Messung durch den sogenannten Passivsammler am Neuen Graben einen Anstieg der Messwerte im Jahr 2018 festgestellt. Danach sei in Osnabrück die Belastung 2018 auf 50 Mikrogramm gestiegen (Vorjahr 46 Mikrogramm). Nicht berücksichtigt wurde dabei jedoch die anhaltend positive Entwicklung an der Verkehrsmessstation am Schlosswall, so der Einwand der IHK. Diese Station liefere  kontinuierlich Messwerte und sei technisch deutlich aufwändiger ist als ein Passivsammler. Daraus sei  der falsche Eindruck entstanden, dass sich die Belastung in Osnabrück gegen den bundesweiten Trend entwickle.   

„Die Medienberichterstattung über die amtlichen Messergebnisse war mehr als unglücklich. Es ist schade, dass die im Kern positive Entwicklung der Messwerte durch diese Darstellung in ihr Gegenteil verkehrt wird“, so Graf weiter. Die Gefahr von Fahrverboten in Osnabrück werde mit der Einhaltung des Grenzwertes 2019 endgültig vom Tisch sein.



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