100 Jahre Volkshochschule VHS-Jubiläum: Ein Jahrhundert Vielfalt, Bildung und Humanität

Sprach zum 100-Jahre-Festakt der VHS Osnabrück: Prof. Dr. Klaus Meisel von der  VHS München. Fotos: Thomas OsterfeldSprach zum 100-Jahre-Festakt der VHS Osnabrück: Prof. Dr. Klaus Meisel von der VHS München. Fotos: Thomas Osterfeld
Thomas Osterfeld

Osnabrück. Ein außerordentlicher Geburtstag: Vor einhundert Jahren im Jahr 1919 wurde die Volkshochschule Osnabrück gegründet. Gefeiert worden ist dieses Jubiläum am 15. Juni in der Osnabrückhalle. Nicht fehlen durften hochkarätige Gäste, ein musikalisches und magisches Bühnenprogramm, sowie diejenigen die Volkshochschule (VHS) möglich machen: die Kursleiter der VHS.

Bürgermeisterin Eva-Maria Westermann erinnerte, in Vertretung für Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, an die Anfänge der Volksbildung. „Überall in Deutschland entstanden im Jahre 1919 Volkshochschulen, deshalb wird in diesem Jahr auch bundesweit gefeiert“, erklärte Westermann. Im Februar 1919 wurde dem damaligen Oberbürgermeister Julius Rißmüller eine Denkschrift mit dem bescheidenen Titel „Die Volkshochschule – Deutschlands Rettung“ überreicht. „Kleiner ging das nicht.“ Der Text formulierte wichtige Leitgedanken zur Gründung einer Volkshochschule. Für die Gründung brachte die Stadt 20.000 Mark auf.

100 Jahre VHS Os, Festakt: Eva-Maria Westermann, Stellvertr. für OB Wolfgang Grieesert


Heute ist die Volkshochschule Osnabrück ein regionales Grundbildungszentrum. Für Tobias Pischel de Ascensão, der am 1. Juli die Geschäftsführung der von Carl-Heinrich Bösling übernimmt, ist die VHS ein Aushängeschild der Stadt. „Wir haben hier ein Programm, das sich landes- aber auch bundesweit sehen lassen kann“, sagte Pischel de Ascensão. Es reicht von Aquarellmalerei über Alphabetisierungskurse, für Menschen die in der Schule nicht Lesen und Schreiben gelernt haben, bis zu IT-Fortbildungen. Wichtig ist die VHS Osnabrück in den letzten Jahren insbesondere beim Thema Integration geworden. „Das ist sie eigentlich schon lange, aber das ist noch mal mehr in den Focus der Öffentlichkeit gerückt, weil die Volkshochschulen es landesweit gewesen sind, die den größten Teil der Deutschkurse und der Integrationsarbeit für Geflüchtete geleistet haben.“

100 Jahre VHS Os, Festakt: Dr. Annette Schwandner und Dr. Carl-Heinrich Bösling


Ein Ziel der VHS ist eine gesellschaftliche Teilhabe für alle Bevölkerungsschichten und für alle zu ermöglichen. Beispielsweise war das Thema Gleichberechtigung von Frauen von Anfang an in der Volkshochschule verwirklicht. Dieser Gedanke hat sich über die Jahre gehalten und spiegelt sich in den Angeboten wider. Auch die politische Bildung gehört zu den Kernthemen der VHS. „Auch Themen aufzugreifen die durchaus kontrovers sind. Das sind Themen die an anderen Einrichtungen kaum gemacht werden. Das machen die Volkshochschulen, das ist nämlich anstrengend, das kostet Geld. Gesellschaftliche Diskussionen anstoßen und begleiten, das ist das was die Volkshochschulen seit ihrer Gründungszeit ausmachen“, erklärte Pischel de Ascensão.

100 Jahre VHS Os, Festakt: Sax-Quartett Wunderhorn


Klaus Meisel, Direktor der Münchener Volkshochschule, lobte die VHS Osnabrück als hochqualifizierte Einrichtung und erinnerte an die gemeinsame Verantwortung: „Volkshochschule ist immer mit dem Gedanken der Demokratisierung der Gesellschaft verbunden. Da gibt es Grundsätze, dass Rassismus, Antisemitismus und manipulative Inhalte keinen Platz an der Volkshochschule haben. Da gilt es den Grundsatz, Menschen auch zu einem humanen Umgang miteinander, zu fördern.“

100 Jahre VHS Os, Festakt: ipad-Magier Andreas Axmann


Das Wunderhorn Quartett sorgte für die musikalische Begleitung des Festaktes. „iPad-Magier“ Andreas Axmann brachte die Anwesenden mit seiner Bühnenshow zum Staunen. Am 17. Juni veranstaltet die VHS eine Impro-Theateraktion vor dem Heger Tor und Am 20. September findet die lange Nacht der Volkshochschulen statt.


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