Bundeswehr-Medaillen erhalten Ehrung für 83 Osnabrücker Moorbrand-Bekämpfer

Ausgezeichnet für Löschung des Moorbrandes im Emsland: Osnabrücker Feuerkräfte. Foto: André HavergoAusgezeichnet für Löschung des Moorbrandes im Emsland: Osnabrücker Feuerkräfte. Foto: André Havergo

Osnabrück. Im Auftrag des Bundesverteidigungsministeriums und des Landes Niedersachsen hat die Stadt jetzt 83 Osnabrücker Feuerwehrleute geehrt. Sie hatten im vergangenen Jahr dabei geholfen, den Moorbrand im Emsland unter Kontrolle zu bekommen.

Es ist der 11. September 2018, als auf Bitten der Bundeswehr und nach einer ersten Sichtung der Lage vor Ort Kreisbereitschaftsführer Jan Südmersen die Alarmierung der Osnabrücker Feuerwehren auslöst. Für 83 Männer und einige Frauen der Berufsfeuerwehr plus der sieben freiwilligen Einheiten im Stadtgebiet ist es der Startschuss für die Teilnahme an einem der längsten Einsätze, den die Osnabrücker Feuerwehren je absolviert haben.

Insgesamt 21 Tage sind die Brandbekämpfer vor Ort. Nicht alle 83 Feuerwehrleute arbeiten zusammen im Moor. Jeweils rund um die Uhr sind stets vier Personen aus den Osnabrücker Einheiten im Einsatz. Zusätzlich arbeiten weitere zehn Kräfte beim Auf- und Abbau der langen Wasserförderstrecke. „Hinzu kam, dass der reguläre Dienstbetrieb wie üblich sichergestellt werden musste“, bemerkte Bürgermeisterin Eva-Maria Westermann (CDU) nun bei der Ehrung vor dem Rathaus.

Übungsgelände mit Blindgängergefahr

Westermann hatte bemerkenswerte Zahlen parat: Das Übungsgelände der Bundeswehr – es wird seit dem 19. Jahrhundert militärisch genutzt – ist 19.200 Hektar groß und ist damit 1,6-mal größer als die Osnabrücker Stadtfläche (120 Quadratkilometer).

Erschwerend kam während des Einsatzes hinzu, dass niemand sagen konnte, wo genau auf dem Areal sich etwaige Übungsmunition befindet. „Die Löscharbeiten fanden unter der Gefahr statt, auch auf Blindgänger zu treffen“, so die Bürgermeisterin rückblickend.

Osnabrücker Feuerwehren als erste vor Ort

Dass die Osnabrücker Einheiten als erste angefordert wurden, lag mit am besonderen Hochleistungspumpensystem, das sie im Ausrüstungsbestand hat. „Das gibt es nicht so oft in Niedersachsen“, sagte Brandoberrat Dietrich Bettenbrock am Rande der Veranstaltung. Die Pumpe war Teil einer kilometerlangen Wasserführungsstrecke von der Ems über einen Puffersee bis hin zum Brand.

Rechnung an Bundeswehr

Stadtbrandmeister Markus Bergen betonte, dass die Feuerwehr beim Moorbrandeinsatz auch die neue Software "Command X" nutzen konnte. Damit war es möglich, stets aktuelles Kartenmaterial zur Lage zu bekommen. Mit dieser Software war zudem das Führen eines Einsatztagebuchs möglich. „Das hat uns auch geholfen, der Bundeswehr eine detaillierte Rechnung darzulegen“, ergänzte Bettenbrock mit einem Schmunzeln.

Der Moorbrand war nach Schießübungen der Armee entstanden. Eigene Löschversuche der Streitkräfte waren gescheitert, sodass letztlich die Hilfe von 1000 zivilen Feuerwehrleuten plus Versorgungseinheiten nötig wurde.

Neben Urkunden des Landes Niedersachsen bekamen die Feuerwehrkräfte aus der Hand von Sozialvorstand Katharina Pötter und Bürgermeisterin Eva-Maria Westermann Ehrenmedaillen des Bundesverteidigungsministeriums überreicht.


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