Fast ein ganzes Orchester Study-Up-Award Klassik des IfM geht an Trio aus drei Solisten

Geteilt haben sich den Study-Up-Award Klassik 2019 (von links) Melissa Hagemann (Altsaxofon), Montana Henry (Fagott) und Frederike Küppermann (Violine).  Foto: André HavergoGeteilt haben sich den Study-Up-Award Klassik 2019 (von links) Melissa Hagemann (Altsaxofon), Montana Henry (Fagott) und Frederike Küppermann (Violine). Foto: André Havergo

Osnabrück. Zum 13. Mal wurde am Osnabrücker Institut für Musik (IfM) der Study-Up-Award Klassik verliehen - mit 13 Teilnehmern, von denen sich am Ende drei den Preis teilen durften: Saxofonistin Melissa Hagemann, Fagottist Montana Henry und Violinistin Frederike Küppermann.

Vier Violinen, ein Violoncello, zwei Pianisten, eine Stimme und eine ganze Handvoll Bläser, darunter zwei Querflöten, eine Trompete, ein Saxofon und ein Fagott: Beindruckend breit aufgestellt präsentierte sich die Klassik-Abteilung des Instituts für Musik (IfM) der Hochschule bei ihrem diesjährigen, 13. Study-Up-Award im hauseigenen Konzertraum. Um ein Orchester, das zusammengespielt hat, handelte es sich aber nicht, sondern gemäß dem Wettbewerb um 13 Solisten, die gegeneinander antraten. Da es aber fast eines hätte sein können, mochten die beiden Fachjuroren Gabriele Heinecke und Thomas Holland-Moritz bei ihrer Urteilsverkündung am Ende ganz bewusst „keinen einzelnen herausheben“, sondern entschieden sich kurzerhand dafür, gleich drei Teilnehmer auszuzeichnen – auch, um dem „farbigen Programm“ gerecht zu werden, dem sie ein insgesamt „hohes Niveau“ bescheinigten. 

Auch Publikum durfte abstimmen

„Es ging gut los und wurde immer besser“, beschrieb die zweiköpfige Jury treffend die zufällige Dramaturgie eines langen und facettenreichen Klassikabends, an dem jeder der Teilnehmer nicht mehr als zehn Minuten Zeit hatte, um die von ihnen ausgewählten Stücke auf ihrem Instrument vorzutragen – mit einer Ausnahme und abzüglich der beiden Klaviersolisten begleitet von Adelina Kamalutdinova am Flügel. Ein weiteres Novum neben der spontanen Dreiteilung des Preises stellte ein Publikumsvoting per Smartphone dar, das allerdings nicht in die offizielle Wertung mit einfloss. Nichtsdestotrotz waren sich die Zuhörer und das Jurorenduo darüber einig, dass Frederike Küppermann den anspruchsvollsten und zugleich rundesten Vortrag an der Violine geliefert hat. Leichtfüßig, makellos, mit virtuos gestrichenem, langen Bogen und adäquater Körpersprache gelangen ihr de Sarasates mal weinende und mal tanzende Zigeunerweisen ebenso wie die schwierigen Übergänge in Mozarts Rondo aus dessen Violinkonzert Nr. 3 in G-Dur (KV216). Mit ihr aufs „Siegertreppchen“ durfte Melissa Hagemann, die Henri Tomasis vielschichtige Saxofon-Ballade aus den späten 30er Jahren intoniert hatte. 

Exot am Fagott

Die Jury überzeugt hat zudem Montana Henry, der zunächst das Fagott-Konzert von Jean Francaix aus dem Jahr 1979 spielte, um dann an der Seite von Perkussionist Fabian Hartwich auf dem Cajon und an der High-Hat mit dem erst acht Jahre alten, zeitgenössischen Stück „Get It!“ von Gene Koshinski für ein schräges, jazziges Intermezzo im Klassikfeld zu sorgen. Quasi einen Sonderpreis des Publikums erhielt die Sopranistin Samira Strakerjahn, der mehrheitlich der beste musikalische Vortrag bescheinigt wurde. Sie trug stimmgewaltig zwei Arien vor – einmal die der Rusalka aus Dvoráks Oper „Lied an den Mond“ und zum anderen den Brief der Tatjana aus Tschaikowskis „Eugene Onegin“, den sie auch szenisch interpretierte.


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