Gravierende Verstöße bei Polizeikontrollen Wohnmobilfahrer mit 3,3 Promille unterwegs – nach Unfall und Führerscheinentzug

Von PM und Meike Baars

Ein 41-jähriger Mann aus dem Raum Cloppenburg bot den Tiefpunkt bei einer Schwerpunktkontrolle im Raum der Polizeidirektion Osnabrück. Foto: ImagoEin 41-jähriger Mann aus dem Raum Cloppenburg bot den Tiefpunkt bei einer Schwerpunktkontrolle im Raum der Polizeidirektion Osnabrück. Foto: Imago

Osnabrück. Ein 41-jähriger Mann aus dem Landkreis Cloppenburg hat bei Schwerpunktkontrollen der Polizeidirektion Osnabrück den Negativrekord beim Alkoholspiegel aufgestellt. Das war aber nicht sein einziges Vergehen.

Der Mann hatte keine Fahrerlaubnis für ein Wohnmobil und seinen regulären Führerschein drei Tage vor der Kontrolle schon wegen eines Unfalls verloren, teilte die Polizeidirektion am Dienstag mit. In Papenburg war der Mann demnach in einen Unfall verwickelt gewesen und mit 3,38 Promille aufgefallen. Daraufhin hatten Beamte seinen Führerschein sichergestellt. Das hielt den 41-Jährigen aber offenbar nicht davon ab, weiterzufahren. Bei der Kontrolle in Leer stellte die Polizei einen Blutalkoholwert von 3,27 Promille fest. Wie ein Sprecher erklärte, wurde dem Mann nun auch der Fahrzeugschlüssel weggenommen.

Zwölf Führerscheine sichergestellt

Der betrunkene Fahrer bot den Tiefpunkt einer Kontrollwoche der Polizeidirektion Osnabrück, während derer die Beamten teilweise gravierende Verstöße feststellten. Vom 3. bis zum 9. Juni kontrollierten Streifenpolizisten rund 1400 Fahrzeugführer an mehr als 150 Orten im Bereich der Polizeidirektion, die sich vom Teutoburger Wald bis zu den Inseln Ostfrieslands erstreckt. Im Fokus der Kontrollwoche standen Alkohol und Drogen am Steuer. 

Laut Mitteilung stellten die eingesetzten Polizeibeamten – uniformiert aber auch in zivil – 57 Verstöße wegen des Führens eines Fahrzeuges unter dem Einfluss von Alkohol bzw. Drogen fest. Einige Fälle seien "gravierend" gewesen. Insgesamt wurden 48 Blutproben entnommen, zwölf Führerscheine wurden sichergestellt. 

Alkoholfahrt als Straftat

In 23 Fällen waren die Fahrzeugführer mit mehr als 1,1 Promille im Straßenverkehr unterwegs, was in Deutschland eine Straftat darstellt. 23 Fahrzeugführer wurden angezeigt, weil sie ihr Fahrzeug unter dem Einfluss von Betäubungsmittel bewegten. Weiterhin wurden 26 Strafanzeigen aufgrund des Fahrens ohne die erforderliche Fahrerlaubnis gestellt. 

Im Bereich Aurich kontrollierte die Polizei einen Radfahrer und stellte 2,31 Promille fest. Im emsländischen Meppen war ein Berufskraftfahrer mit 2,51 Promille unterwegs, in Osnabrück zog die Polizei einen Fahrer mit 1,68 Promille aus dem Verkehr.

"Eklatante Verstöße"

"Das Fahren unter Alkohol- bzw. Drogeneinfluss hat im Straßenverkehr nichts zu suchen. Wer getrunken hat, sollte sein Fahrzeug grundsätzlich stehen lassen. Einige der festgestellten Verstöße innerhalb der Kontrollwoche sind wirklich eklatant", sagte Marco Ellermann, Pressesprecher der Polizeidirektion Osnabrück laut Mitteilung.

Die Kontrollwoche fand im sogenannten TISPOL-Verbund (Traffic Information System Police) statt, dem Zusammenschluss von Verkehrspolizeien der Mitgliedsländer der Europäischen Union. Ziel der Kontrollwochen im TISPOL-Verbund ist es, durch die Bekämpfung der europaweit häufigsten Unfallursachen die Anzahl von Verkehrstoten und Schwerverletzten zu reduzieren.


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