„Jetzt machen wir Krach!“ Was das Osnabrücker Theaterprojekt „Die wilden Kerle“ besonders macht

König Max befiehlt seinen Untertanen, den wilden Kerlen, die mit Begeisterung bei der Sache sind. Foto: Swaantje HehmannKönig Max befiehlt seinen Untertanen, den wilden Kerlen, die mit Begeisterung bei der Sache sind. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Ein Theaterprojekt der besonderen Art fand jetzt seinen Abschluss mit einer Vorführung im Ersten Unordentlichen Zimmertheater. Die sechs Schauspieler im Alter von sieben bis zehn Jahren werden vom Sozialpädiatrischen Zentrum des Kinderhospitals betreut, sie alle haben körperliche Beeinträchtigungen.

Bürgerstiftung Osnabrück und die Felicitas und Werner Egerlandstiftung machten es möglich. Seit einem Jahr fördern sie das offene Kulturanbot „K 3 – und du bist dabei“ für Kinder und Jugendliche in Osnabrücker Stadtteilen. Sieben Gruppen beschäftigten sich anderthalb Stunden die Woche mit Kunst, Kultur und Musik. Eine davon kam durch Vermittlung von Dr. Marc Janauschek, Leiter des Sozialpädiatrischen Zentrums am Kinderhospital Osnabrück, zustande. Er suchte ein Angebot, das dort betreute Kinder fördert, das ihnen Spaß macht und ihr Selbstbewusstsein stärkt.

Traum des wilden Max

Gemeinsam mit Marie Groß von der theaterpädagogischen Werkstatt erarbeiteten sich Anna-Maria, Benjamin, Frieda, Moritz, Michael und Nida ein Stück frei nach dem Buch „Wo die wilden Kerle wohnen“ von Maurice Sendak. Der Held Max ist zu wild für seine Mutter und wird ohne Essen ins Bett geschickt. Da träumt er sich in ein Land, wo es noch wilder zugeht und er zum König der wilden Kerle gekrönt wird. Abwechselnd schlüpften alle Kinder in die Rolle des Max. Die Mutter wurde von Sophie Kompa gespielt, die an dem Theaterprojekt im Rahmen ihres Praktikums zum Fachabitur am Marienheim mitgewirkt hat. Dabei lebt das Stück von eigenen Ideen, Szenen und Texte wurden fantasievoll gemeinsam von den jungen Schauspielern entwickelt. So kam der Vorschlag, dem König zum Geschenk Schildkröten zu bringen, vom zehnjährigen Benjamin, der von seinem Lieblingstier reichlich Plüschvarianten hat, die als Requisiten dienten.

Spielfreudig, ausdrucksvoll und mit Spaß an der Sache agierten alle auf der Bühne, ohne eine Spur von Lampenfieber. „Das regelmäßige Training hat sich ausgezahlt, das war am Anfang ganz anders“, so Liane Kirchhoff von der theaterpädagogischen Werkstatt. Diese Entwicklung der Theatergruppe wurde auch per Video festgehalten.

Volles Haus

Klaus Lang, früher Vorsitzender der Bürgerstiftung Osnabrück und jetzt Leiter des Projektes K3, begrüßte das Publikum – die Vorstellung fand vor vollem Haus statt. Da jedes Kind fünf Familienmitglieder einladen durfte, waren die knapp 50 Stühle alle besetzt.

Wer die Kinder selbst einmal erleben will, kann das am Samstag, 15. Juni, um 15 Uhr tun, wenn alle sieben K3-Gruppen ihre Projekte im Kunstraum hase 29, Hasestr. 29 vorstellen. 


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