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Schuleigene Stiftung Carolinum ehrt Abiturienten und Theater-AG

Von Matthias Liedtke

<em>Stolze Carolinger:</em> (vorne, von links) Schulleiter Helmut Brandebusemeyer mit den Preisträgern Kenneth Hoss und Nele Siemer sowie Stiftungsvorstand Fritz Brickwedde und Projektleiterin Carolin Gerve. Foto: Hermann PentermannStolze Carolinger: (vorne, von links) Schulleiter Helmut Brandebusemeyer mit den Preisträgern Kenneth Hoss und Nele Siemer sowie Stiftungsvorstand Fritz Brickwedde und Projektleiterin Carolin Gerve. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. „Heil Hitler!“, schallte es eindringlich durch die Pausenhalle des Gymnasiums Carolinum. Sorgen musste sich jedoch niemand machen. Denn der Ausruf war Bestandteil einer Szene aus dem jahrgangsübergreifenden Theaterprojekt „Fremd“, dessen 32 Protagonisten nun von der schuleigenen Stiftung mit dem Preis für kreative, über die Schule hinausgehende Leistungen ausgezeichnet wurden.

In der Tat hätten alle Beteiligten auch außerhalb der Schulzeit viel Freizeit geopfert, um die Idee, das Schicksal der Anne Frank in die heutige Zeit zu verlegen und damit für Fremdenfeindlichkeit zu sensibilisieren und vor einem neuen Rechtsextremismus zu warnen, berichtete Theater AG- und Projektleiterin Carolin Gerve. Und dies, innerhalb von neun Monaten „mit viel Kreativität, Leidenschaft und Freude, aber auch der nötigen Sensibilität von A bis Z“ um das Stück auf die große Bühne zu bringen, so Gerve.

Mit professioneller Unterstützung einer Theaterpädagogin der Städtischen Bühnen konnte das Lehrstück, dessen Text und Musik die Jugendlichen selbst erarbeitet und umgesetzt haben, im Februar vier Mal im Haus der Jugend und im April auch in Form eines Gastspiels in Vechta aufgeführt werden.

Neben diesem Kreativ-Preis würdigt die seit 2004 bestehende gemeinnützige Stiftung des ältesten Gymnasiums Deutschlands aber auch zum Abschluss eines jeden Schuljahrs besonders herausragende schulische Leistungen. In diesem Jahr teilten sich diesen ebenfalls mit 1000 Euro dotierten Schul-Preis gleich zwei frischgebackenen Abiturienten. „Unter vielen guten“ seien dabei die besten ausgewählt worden, betonte der Stiftungsvorsitzende Fritz Brickwedde die Schwierigkeit der Auswahl.

Preisträger Kenneth Hoss, der nicht nur bei der Chemie-Olympiade, sondern auch als Trainer und Kapitän der Fußballmannschaft des Carolinums erfolgreich Akzente gesetzt und seine Teamfähigkeit unter Beweis gestellt hat, bemerkte in seiner Dankesrede, dass die Tatsache, für immer Carolinger zu sein, für ihn „der einzige Titel“ sei, der wirklich zähle.

Die ebenfalls ausgezeichnete, besonders sprachbegabte Nele Maria Siemer habe ihr eigenständiges Engagement und ihre mitunter auch vermittelnden Führungsqualitäten nicht zuletzt dadurch bewiesen, dass sie sich jahrelang für die Teilnahme der Leichtathletik AG an „Jugend trainiert für Olympia“ eingesetzt hätte und als Kampfrichterin aktiv gewesen sei, hieß es in ihrer Laudatio. Die „Mühe, Arbeit und Zeit“ habe sich gelohnt, bedankte sich die Geehrte – durchaus auch im Sinne einer beispielgebenden Motivation für die Schüler der nachfolgenden Jahrgänge.

Dass es „viele preiswürdige Kandidaten“ gab, führte Schulleiter Helmut Brandebusemeyer auch darauf zurück, dass der Leitsatz und die Zielsetzung des Carolinums, ein „gutes Niveau des Unterrichts“ mit der sozialen Kompetenz der Gymnasiasten zur wechselseitigen Bereicherung miteinander zu verknüpfen, dort täglich gelebt werde. Mit der „Stiftung im Rücken“, die in den vergangenen Jahren 49 000 Euro ausgeschüttet hat, könne nicht nur dieses besondere Profil der Schule bewahrt, sondern durch die Preisträger auch exemplarisch belegt werden.