18-Jähriger aus Schwerin erstmals dabei Beim Deutschen Musikfest zählt der Olympische Gedanke

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Konzentriert aber mit Spaß dabei: Béla Dietrich tritt mit seiner Brass-Band PotzBlech beim Deutschen Musikfest in Osnabrück auf. Foto: Philipp HülsmannKonzentriert aber mit Spaß dabei: Béla Dietrich tritt mit seiner Brass-Band PotzBlech beim Deutschen Musikfest in Osnabrück auf. Foto: Philipp Hülsmann
Philipp Hülsmann

Osnabrück. Das Deutsche Musikfest in Osnabrück ist in vollem Gange. 14.500 Musiker treten in der Stadt auf. Einer von ihnen ist der 18-Jährige Béla Dietrich aus Schwerin.

Ein Jugendlicher mit Lockenkopf rückt seinen Notenständer zurecht, hebt sein Althorn und bläst hinein. Ein tiefer Ton erkling in der Herz-Jesu Kirche und reiht sich in die – noch durcheinander gespielten – Töne der anderen Musiker ein. Sie stimmen ihre Instrumente für eine kleine Generalprobe. Noch wuseln alle herum. Die letzten Instrumente werden ausgepackt, Stühle zurecht gerückt, Krawatten gebunden und der Chef der Truppe, Hans Jacob, gibt Anweisungen.  

Die Jugend-Brass-Band PotzBlech aus Schwerin hat am Abend ihren ersten Auftritt auf dem Deutschen Musikfest. „Brass-Bands bestehen nur aus Blechbläsern und Schlagzeugen“, erklärt Dirigent und Lehrer Jacob von der Musik- und Kunstschule Ataraxia. Das sei sehr anspruchsvoll und anstrengend, weil sie auch den Part von Streichern und Holzbläsern übernehmen müssten.

Seltenes Instrument

Mit 33 jungen Musikern von fünf verschiedenen Schulen der Landeshauptstadt ist Jacob nach Osnabrück gekommen. Der Jugendliche mit Lockenkopf ist schon ein Alter Hase in der Band. Béla Dietrich gehört seit sieben Jahren zu PotzBlech. Ursprünglich spielte er Trompete und Kornett. Doch dann wurde in der Band ein Althorn gebraucht, also probierte er es aus und blieb dabei. „Die gibt es sehr selten, denn die werden in keiner anderen Besetzung wirklich gespielt außer in der Brass-Band“, erklärt der 18-Jährige. Dementsprechend gebe es nur wenig Musiker, die dieses Instrument beherrschen.

Einmal in der Woche üben die Schüler gemeinsam zwei Stunden lang ihre Stücke. Bei dem Musikfest nehmen sie erstmals in der Kategorie Entertainment an einem Brass-Band-Wettbewerb teil. „Wir dachten, wir probieren mal etwas Neues aus“, sagt Dietrich. Deshalb erarbeiten sie seit einem guten dreiviertel Jahr nicht nur die Lieder, sondern auch ein passendes Unterhaltungsprogramm dazu.

Die Vorbereitungen laufen: Die Brass-Band PorzBlech stimmt sich für ihr Konzert in der Herz-Jesu Kirche ein. Foto: Philipp Hülsmann

Große Musikveranstaltungen und Meisterschaften sind aber für den 18-Jährigen nichts Neues. Vor rund fünf Jahren hat er mit seinen Kollegen am Landesorchesterwettbewerb in Mecklenburg-Vorpommern teilgenommen. Letztes Jahr war er mit PotzBlech bei der Deutschen Brass-Band Meisterschaft in Bad Kissingen. In der Jugendkategorie wurden sie Zweite. 

Der Olympische Gedanke zählt

Für den Wettbewerb am Samstag zählt für die jungen Musiker aber nach Angaben von Dietrich eher der „Olympische Gedanke“, denn sie messen sich dort auch mit erwachsenen Künstlern. „Wir wissen um die Qualität der Konkurrenz. Wir wollen Erfahrung sammeln und unseren Horizont erweitern“, sagt der 18-Jährige. Natürlich werden sie ihr Bestes geben und wollen auch gut abschneiden, aber „wir sind nicht enttäuscht, wenn wir nicht alle in die Tasche stecken können.“

Das Deutsche Musikfest ist für die jungen Künstler etwas besonderes. „Das ist cool, in der ganzen Stadt ist mega viel los und es gibt sehr viel zu hören“, sagt Dietrich. Auch wenn sie noch nicht so viel mitbekommen hätten, sei er gespannt auf die nächsten Tage. Jetzt liegt der Fokus aber zunächst auf dem Konzert am Abend.

Konzerte des Musikfests im NOZ-Veranstaltungsportal


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