Unbezahlbare Erfahrung Let’s sing: Osnabrücker Chorprojekt mit Schulkindern

"Let's sing" - das Chor- und Tanzprojekt brachte Schüler der 6., 7. und 8. Klassen aus Stadt und Landkreis Osnabrück mächtig in Bewegung. Foto: Gert Westdörp"Let's sing" - das Chor- und Tanzprojekt brachte Schüler der 6., 7. und 8. Klassen aus Stadt und Landkreis Osnabrück mächtig in Bewegung. Foto: Gert Westdörp
Gert Westdörp

Osnabrück. 127 Schüler aus fünf Schulen des Osnabrücker Landes sangen und tanzten am Mittwoch im Theater bei einem gemeinsamen Projekt, das ihnen die Freude am gemeinsamen Singen nahe gebracht hat.

Schüler stürmen die Theaterbühne, begleitet vom tosenden Beifall ihrer Kameraden im Zuschauerraum. Es ist ihr großer Moment, endlich können sie die Songs singen und tanzen, an denen sie fast neun Monate gearbeitet haben. Und es ist dieser Moment unmittelbar bevor es wirklich los geht, von dem Stefan Kreimer nach der Aufführung so schwärmt. Der Sänger im Osnabrücker Opernchor ist einer von fünf Chorpaten, die mit den Schülern fünf verschiedener Schulen aus dem Osnabrücker Land an den Songs gearbeitet haben, ihnen sängerische Stimm- und Atemtechnik näher brachten. Man merkt schnell, dass ihm die Schüler, in seinem Fall aus der Jahrgangsstufe 7 und 8 der Oberschule Bohmte, ans Herz gewachsen sind.

Let’s sing nennt sich das Projekt, das auf Anregung und mit Förderung der Egerland Stiftung von der Dresdner Semperoper nach Osnabrück gebracht wurde. Die Erfahrung der Schüler, von denen viele nie vorher gesungen hatten, nennt Stephan Lutermann „unbezahlbar“. Die Schüler hätten eine positive Erfahrung mit Musik, dem Singen und dem Theater, meint der musikalische Leiter des Projekts. Dabei seien die Anfänge zäh gewesen: Viele Schüler, besonders Jungs von 14, 15 Jahren, hätten erstmal keinen Bock gehabt. „Am Anfang fand ich das richtig blöd“, hätten einige Jungs Stefan Kreimer erzählt, doch später fanden es alle cool.

Daran kann es keine Zweifel geben, wenn man die 127 Schüler auf der Bühne sieht und zur Begleitung der Band mit Christoph Elixmann, Arnold Ogrodnik und Christopher Wasmuth singen hört. „Das Projekt war super“, sagt eine der jungen Moderatorinnen, besonders die fünf gemeinsamen Probentage aller Schüler im Theater. Und bei Songs wie „Africa“ (Toto) hört man auch, dass alle voll dabei sind. Ebenso viel Spaß haben die Schüler offenbar bei „Sing, sing, sing“ von Louis Prima, in beiden Fällen mit Choreographie, die den Schülern von Panda van Proosdij beigebracht wurde. Und nach jedem Song brandet der Applaus der Mitschüler auf.

In Dresden ist das Projekt übrigens inzwischen gewachsen. Hildegard Oevermann aus dem Beirat der Egerland Stiftung erklärt: „Aus dem sächsischen Projekt ist ein europäisches Projekt mit Tschechien und Polen geworden, und das war ganz großartig.“ Eine Perspektive für Osnabrück? Konkrete Pläne gebe es zwar noch nicht, so Hildegard Oevermann, „aber es ist ein ganz wunderbares Netzwerk entstanden, und das sollte man jetzt nicht auf sich beruhen lassen. Wir haben die Begeisterung gehört.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN