Bauerngarten mit Obst, Gemüse und Kräutern Begeisterte Nachwuchs-Gärtner in der Osnabrücker Lukas-Kita

Von

Fleißige Gärtner: Die Kinder der Osnabrücker Lukas-Kita pflanzen Obst und Gemüse in ihrem Bauerngarten. Foto: Gert WestdörpFleißige Gärtner: Die Kinder der Osnabrücker Lukas-Kita pflanzen Obst und Gemüse in ihrem Bauerngarten. Foto: Gert Westdörp
Gert Westdörp

Osnabrück. Pflanzen, pflegen, gießen – die Kinder der Osnabrücker Lukas-Kita sind zu kleinen Hobby-Gärtnern geworden. In ihrem Bauerngarten kümmern sie sich mit viel Enthusiasmus um Obst, Gemüse und Kräuter.

Paul steht mit einer kleinen orangefarbenen Schaufel am Hochbeet, über das er gerade so rüber schauen kann. Er versucht ein Loch zu buddeln, die anderen Kinder helfen ihm mit den Händen. Der Junge in der blauen Matschhose und den roten Gummistiefeln ist jedoch schnell abgelenkt: er hat einen Regenwurm entdeckt und nimmt ihn vorsichtig auf die Hand. Erzieherin Karina Söllig übernimmt die Schaufel und buddelt das Loch zu Ende. Dann übergibt sie eine keine Gurken-Pflanze an Lotta.

Foto: Gert Westdörp

"Wir haben die Pflanzen gemeinsam mit den Kindern selber hochgezogen", berichtet Söllig. Die Kinder sollten sie von Anfang an wachsen sehen, denn viele wüssten gar nicht, wo das Obst und Gemüse überhaupt herkommt. "Sie staunen dann, dass aus einem kleinen Samenkorn eine Gurke wird", sagt die Krippen-Erzieherin. Die Mädchen und Jungen kämen täglich mit in den Bauerngarten und seien mit viel Enthusiasmus bei der Arbeit. "Sie wissen, dass es etwas besonderes ist."

Von Kartoffeln über Erdbeeren zu Sauerampfer

Lotta platziert unterdessen vorsichtig die Gurkenpflanze in dem Loch. Nach und nach füllt sie es mit Erde auf und ruft dann stolz: "Fertig!". "Was brauchen die Pflanzen noch, damit sie wachsen?", fragt Söllig. "Wasser", rufen gleich mehrere der jungen Nachwuchsgärtner. Einer der Jungen schnappt sich die pinke Gießkanne und kippt vorsichtig Wasser auf die noch zarte Pflanze.

Foto: Gert Westdörp

Neben den Gurken haben die Kinder Kartoffeln, Zuckerschoten, Radischen, Zucchini, Tomaten, Möhren, Rhabarber und Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch, Minze, Oregano, Liebstöckel und Sauerampfer gepflanzt. Auch ein kleines Erdbeerfeld gibt es. Da bei den meisten Pflanzen noch nicht zu erkennen ist, was sie einmal werden, sind sie mit kleinen grünen Schildern bestückt, auf denen der Name und ein Bild des Gemüses oder Obstes ist. 

Selbst geerntetes Obst und Gemüse kommt auf die Teller

Ob die Kinder überhaupt grüne Daumen haben, wird sich in den kommenden Wochen und Monaten zeigen. Aber alles, was in dem Bauerngarten von den kleinen Hobby-Gärtnern geerntet wird, kommt nach Angaben von Söllig auch auf deren Tellern. "Wir haben eine eigene Köchin, die die Sachen mit den Kindern zubereitet", erzählt die Erzieherin.

Für die Kartoffeln müssen die Kinder Rinnen graben. Foto: Gert Westdörp

Den Bauerngarten gibt es bereits seit vielen Jahren, doch richtig aktiv wird er erst seit letztem Jahr von Söllig und ihrer Kollegin aus dem Kindergarten, Ewa Gmys, betrieben. "Ich finde es sehr schön, dass hier Kinder verschiedenen Alters und Nationalität zusammen kommen", betont Söllig. Neben den Beten und der Kräuterspirale gibt es auch noch eine Regenwurmwanderkiste, die bei den Kinder hoch im Kurs steht.

Paul sammelt gerne Schnecken. Foto: Gert Westdörp

Kleine, glitschige Tiere faszinieren

Allerdings sind darin derzeit mehr Schnecken als Regenwürmer. Der kleine Paul hat keinerlei Berührungsängste mit den glitschigen Tieren und setzt sie sich auf die Hand. "Die Kinder lieben es, dass sie hier so viele verschiedene Tiere finden", sagt Söllig. Egal ob Regenwürmer, Schnecken, Ameisen oder Kellerassel – die Faszination sei jedes mal riesig, wenn sie wieder ein kleines Lebewesen entdecken.

Nach der Gartenarbeit geht es für die Kinder wieder in ihre Gruppen. "Das war ganz schön anstrengend", sagt Valentin und lacht.

Auf der Suche nach roten Ameisen. Foto: Gert Westdörp



Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN