Premiere im Theater Osnabrück Schauspieler Ronald Funke in der Rolle des "König Lear"

Verdüsterter König Lear: Ronald Funke spielt die Rolle in der Shakespeare-Tragödie. Foto: Swaantje HehmannVerdüsterter König Lear: Ronald Funke spielt die Rolle in der Shakespeare-Tragödie. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Welche Rolle Ronald Funke auch übernimmt: Sie hat immer Gewicht und ganz eigenes Profil auf der Bühne, und das lässt sich nicht von allen Schauspielern sagen. In diesem Jahr feiert der gebürtige Berliner sein 40. Bühnenjubiläum und krönt dies mit der Rolle von König Lear in William Shakespeares großer Tragödie.

Es gibt wohl kaum noch große Rollen, die Ronald Funke nicht gespielt hat in seinem stationenreichen Theaterleben. Macbeth nennt er beim Gespräch in der Theaterkantine oder Lessings Nathan, Mephisto, den Jedermann oder den Baumeister Solness. Als der beeindruckte er mit Christina Dom als Hilde Wangel Ende der 90er-Jahre in Osnabrück, als er in der Ära Hilchenbach schon einmal hier fest engagiert war. Schon lange sind Dom und er ein Paar, und ihr gemeinsamer Sohn Julius spielt nun auch mit im „Lear“ , im Wechsel mit Clara Möckel, der Tochter vom Schauspieler Andreas Möckel.  

In Eisleben, Greifswald, Schwerin, Magdeburg, Mannheim, Rostock, Potsdam, Heidelberg oder Karlsruhe war Funke engagiert, und 2016/17 hat Schauspielchef Dominique Schnizer ihn und Christina Dom wieder ans Osnabrücker Theater geholt. Schnizer führt denn auch die Regie im „König Lear“.

Ordnung bricht zusammen

„Die sind ja alle böse“, schildert Ronald Funke den Eindrucks seines Sohnes vom „Lear“-Personal. Da ist was dran: In dem Moment, als der alte König sein Erbe an seine Töchter Regan und Goneril verteilt und Cordelia, die jüngste, leer ausgeht, bricht die alte Ordnung zusammen, beginnen die kalten Egoismen und Machtspiele bis zum Mord aus Habgier.

Lear wird von Regan und Goneril (Christina Dom) verstoßen, verliert seine Heimat und seinen Verstand. Für Funke Anlass, auch sein eigenes Leben Revue passieren zu lassen: „Was habe ich falsch gemacht, was hat es gebracht?“

Wie Skakespeare eine Familienstruktur schonungslos aufbricht mit herausfordernder Komplexität des Geschehens, ist für Regisseur Schnizer „der ganz große Hammer“ und zeitlos wahr. Kein Grund also, das Drama um jeden Preis ins Heute zu ziehen, so sieht es auch Christin Treunert (Bühne und Kostüme), die eine Dystopie auf der Bühne entwirft. Die Ehemänner der Schwestern sind übrigens gestrichen worden, um nicht von Lear und seinen Töchtern abzulenken.

Premiere von „König Lear“ ist am Samstag, 18. Mai, um 19.30 Uhr im Theater am Domhof. Kartentel. 0541 7600076.


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