"Maria 2.0" für gleiche Rechte Katholische Frauen streiken vor dem Osnabrücker Dom

Am Brautportal des Doms beginnt am Sonntag eine Protestaktion von Frauen, die ehrenamtlich in der katholischen Kirche aktiv sind. Foto: David EbenerAm Brautportal des Doms beginnt am Sonntag eine Protestaktion von Frauen, die ehrenamtlich in der katholischen Kirche aktiv sind. Foto: David Ebener

Osnabrück. Sie wollen gleiche Rechte wie die Männer in der katholischen Kirche und fordern konsequente Schritte gegen sexuellen Missbrauch: Frauen, die sich in der Domgemeinde engagieren, planen einen Kirchenstreik. Auftakt ihrer Protestaktion "Maria 2.0" ist eine Mahlfeier am Brautportal neben dem Dom, die um 11.30 Uhr beginnt.

Es solle ein "positiver Kirchenstreik" sein, heißt es in einer Ankündigung, den uns die Sprecherin Irmgard Pieper zugesandt hat. Das klingt etwas zahmer als der Aufruf der katholischen Frauen aus Münster, die schon am Donnerstag mit zugeklebten Mündern  ihre Aktionswoche gegen die männerdominierte Kirche gestartet haben. "Wir sind auch nicht zahm", meint Pieper dazu, "wir streiken für etwas und nicht gegen etwas". Inhaltlich gehe es um die selbe Sache.

"Wir werden uns neue Rechte erstreiten müssen", vermerkt die Sprecherin von "Maria 2.0". Mit der Aktion sollten vor allem die Männer in der Kirche aufgerüttelt werden. Die Frauen würden außerdem deutlich machen, dass sie in der Missbrauchsproblematik die Augen aufhalten würden.

Die Mahlfeier am Osnabrücker Dom beginnt am Sonntag um 11.30 Uhr. Vorgesehen sind eine Agape, Gebete und Lieder. Außerdem wird es eine Dank-, Wünsche- und Klagewand und ein begehbares Labyrinth geben. Frauen und Männer, die sich der Aktion "Maria 2.0" anschließen wollen, können sich in eine Unterschriftenliste zu einem Offenen Brief an Papst Franziskus eintragen. 

Unterstützung versprechen sich die Frauen aus der Domgemeinde auch von anderen Gläubigen, die Brot backen, weiße Tücher mitbringen, singen, beten und sich weiß kleiden. Die Aktionswoche soll bundesweit an mindestens 50 Orten stattfinden. Während des Streiks wollen die Teilnehmerinnen keine Kirchen betreten, ihre ehrenamtlichen Ämter ruhen lassen und Gottesdienste ohne Priester im Freien feiern.

"Dies kann und soll nicht die einzige Aktion von Frauen zu diesem Thema sein – weitere werden folgen", kündigt Irmgard Pieper an. 


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