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Stille Rundfahrt „Ride of Silence“ gedenkt heute zweier in Osnabrück gestorbener Radfahrer

Von Jörg Sanders und PM

Beim Ride of Silence gedenken die Teilnehmer den im Verkehr ums Leben gekommenen Radfahrern. Archivfoto: Michael GründelBeim Ride of Silence gedenken die Teilnehmer den im Verkehr ums Leben gekommenen Radfahrern. Archivfoto: Michael Gründel

Osnabrück. Zwei Radfahrer sind nach Unfällen im vergangenen Jahr auf Osnabrücks Straßen gestorben. Am heutigen Mittwoch soll ihnen während einer Gedenkfahrt – dem sogenannten Ride of Silence („Stille Rundfahrt“) – gedacht werden.

Zum fünften Mal findet in Osnabrück die vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Osnabrück (ADFC) und dem Fahrrad-Blogger Daniel Doerk (http://iswaf.de/) organisierte stille Rundfahrt statt. Deren Teilnehmer gedenken den im Straßenverkehr ums Leben gekommenen Radfahrern. Im vergangenen Jahr waren es zwei:

Am 30. Juni war ein Radfahrer im Stadtteil Gretesch nach der Kollision mit einem Motorrad gestorben. Der 83-jährige Mountainbikefahrer aus Osnabrück hatte an der Kreuzung Am Tie und Scharfe Hegge offenbar die Vorfahrt des Motorradfahrers missachtet.

Am 31. Dezember stürzte ein 80-jähriger Radfahrer offenbar unbeteiligt an der Brücke der Hamburger Straße. Am Neujahrstag erlag er seinen Verletzungen.

„Alle sollen ankommen, keiner soll umkommen“

„Wir möchten hier als ADFC unsere Anteilnahme deutlich machen und zeigen, dass diese Menschen keine Zahlen in einer Unfallstatistik sind. Jeder tödlich verunglückte Verkehrsteilnehmer ist einer zu viel. Denn wir brauchen endlich eine Vision Zero – alle sollen ankommen, keiner soll umkommen“, wird Wolfgang Driehaus, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Osnabrück, in einer Mitteilung zitiert.

Appell an die Politik

Blogger Doerk ergänzt: „Wir wollen mit dem Ride of Silence in erster Linie unser Mitgefühl ausdrücken. Darüber hinaus aber auch sensibilisieren. Wir alle müssen noch aufmerksamer im Verkehr unterwegs sein. Dabei darf es vor allem kein Gegeneinander geben. Es geht nur Miteinander.“ Er appelliert zudem an die Politik: „Der Ride of Silence soll auch ein Signal an die Politik senden, die Bedingungen für einen sicheren Radverkehr in Osnabrück zu verbessern. Radwege müssen gut und sicher sein, Kreuzungen entschärft werden. Es muss für Menschen jeden Alters möglich sein, hier angst-, stressfrei und vor allem sicher Rad zu fahren. Der neue Radweg am Heger-Tor-Wall weist den Weg.“

Weltweit am dritten Mittwoch im Mai

2003 hatte der erste Ride of Silence in der US-Stadt Dallas stattgefunden. In Osnabrück gibt es ihn seit 2015 – dem Jahr, in dem drei Radfahrer auf Osnabrücks Straßen ums Leben gekommen waren. In Hunderten Städten weltweit findet die Fahrt stets am dritten Mittwoch im Mai statt.

Start des angemeldeten Osnabrücker Ride of Silence ist um 18.45 Uhr an der Osnabrück-Halle. Die 15 Kilometer lange Route führt um die Innenstadt herum zu verschiedenen Unfallorten.

Im vergangenen Jahr hatten in Osnabrück 80 Teilnehmer am Ride of Silence teilgenommen.



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