Kandidaten diskutieren am 23. Mai Podiumsdiskussion zur Landratswahl im NOZ-Medienzentrum

Am 23. Mai gibt die Neue Osnabrücker Zeitung bei einer Podiumsdiskussion mit den Kandidaten eine letzte Entscheidungshilfe vor der Landratswahl am 26. Mai. So erhalten Sie Tickets für die Diskussion im NOZ-Medienzentrum. Foto: Michael GründelAm 23. Mai gibt die Neue Osnabrücker Zeitung bei einer Podiumsdiskussion mit den Kandidaten eine letzte Entscheidungshilfe vor der Landratswahl am 26. Mai. So erhalten Sie Tickets für die Diskussion im NOZ-Medienzentrum. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Bleibt Michael Lübbersmann Landrat oder können die Herausforderer 47 Jahre CDU-Vorherrschaft aufbrechen? Die Bürger im Landkreis Osnabrück haben bei der Landratswahl am 26. Mai die Wahl. Drei Tage vorher, am 23. Mai, stellen sich die Kandidaten Michael Lübbersmann, Horst Baier, Anna Kebschull und Frank Vornholt im NOZ-Medienzentrum einer Diskussion zu den wichtigsten Themen des Wahlkampfs. So erhalten Sie Tickets für die Podiumsdiskussion.

Der Eintritt ist frei. Allerdings müssen Sie sich vorher unter diesem Link anmelden: https://noz-landratswahl.eventbrite.de. Unter der Hotline 0541 - 310 1000 können Sie sich montags bis freitags zwischen 10 und 13 Uhr auch telefonisch für die Veranstaltung anmelden. Die Besucherzahl ist begrenzt. Einlass ist ab 18.30 Uhr, Beginn der Diskussion im NOZ-Medienzentrum (Ecke Erich-Maria-Remarque-Ring/ Breiter Gang, Osnabrück) ist um 19 Uhr. Moderiert wird die Diskussion von NOZ-Redakteur Jean-Charles Fays, der die Landratskandidaten Michael Lübbersmann, Horst Baier, Anna Kebschull und Frank Vornholt zu den in der Landratswahl-Serie unserer Redaktion beschriebenen wichtigsten Wahlkampfthemen befragen wird.

Michael Lübbersmann

Michael Lübbersmann (CDU) ist seit 2011 Landrat des Landkreises Osnabrück. Seine wichtigsten Themen sind bei dieser Landratswahl die Förderung der Agrarwirtschaft in unserer Region und die Bekämpfung des Mangels an Pflegeplätzen und Pflegefachkräften im Landkreis. Der Belmer verspricht, bis 2025 zusätzlich rund 500 Langzeitpflegeplätze und 60 Kurzzeitpflegeplätze zu schaffen.

Foto: André Havergo

Darüber hinaus hatte der promovierte Jurist, der auf einem Bauernhof in Belm-Icker aufgewachsen ist und mit der Landwirtschaft daher immer noch eng verbunden ist, angekündigt:  

„Ich will die Region zum Silicon Valley für die Agrarwirtschaft ausbauen."

Der Landkreis werde gemeinsam mit Unternehmen wie Amazone, Grimme und Claas daran arbeiten, beispielsweise einen Versuchshof aufzubauen: "Neue Entwicklungen können hier getestet werden. Ein Technikum soll den Hochschulen ergänzend Forschungsmöglichkeiten beziehungsweise Forschungsprojekte eröffnen.“

Horst Baier

Horst Baier tritt als unabhängiger Kandidat an, wird aber von SPD, UWG und der Linken unterstützt. Der Sozialdemokrat aus Rieste ist seit 2012 Bersenbrücker Samtgemeindebürgermeister. Als wichtigste Herausforderungen für den Landkreis betrachtet er, bezahlbaren Wohnraum und einen attraktiven Nahverkehr zu schaffen.

Foto: Thomas Osterfeld

Als Landrat würde Baier sich dafür einsetzen, in den kommenden drei Jahren - ähnlich wie etwa der Landkreis Vechta - insgesamt zehn Millionen Euro in die Wohnungsförderung zu investieren. Mit dem kommunalen Engagement will er "keine Investorenmodelle" schaffen, sondern dafür sorgen, dass bestimmte Mietergruppen Wohnungen bekommen:

"Wir haben großen Bedarf gerade bei Bevölkerungsgruppen, die bei privaten Vermietern durch den Rost fallen: Das sind Mieter im Hartz-IV-Bezug, Senioren mit kleinen Renten, Menschen mit negativem Schufa-Eintrag, Alleinerziehende, kinderreiche Familien oder Personen mit Migrationshintergrund. Für diese Gruppen müssen wir Angebote schaffen."

Für die Ankurbelung des Wohnungsbaus müsse eine Allianz für bezahlbaren Wohnraum gegründet werden. Wenn der 56-Jährige am 26. Mai zum Landrat gekürt werden sollte, will er alle wichtigen Baugesellschaften im Landkreis an einen Tisch holen und konkrete Schritte vereinbaren. 

Anna Kebschull

Anna Kebschull ist die Landratskandidatin der Grünen. Sie ist seit 2016 die Fraktionschefin der Grünen in Bad Rothenfelde und stellvertretende Fraktionschefin der Grünen im Kreistag. Als Vision hat sie die Mobilitätswende und will den Bus- und Bahnverkehr im Landkreis fördern. Sie verspricht, sich dafür einsetzen, die Verhandlungen mit der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen und der Nordwestbahn zu verstärken, damit der Halbstundentakt, der für den Haller Willem oder auf anderen Strecken ihren Angaben zufolge theoretisch eigentlich schon in Kürze starten könne, möglichst bald in die Tat umgesetzt wird. Zudem möchte sie sich für viele gleichmäßig im Landkreis verteilte Mobilstationen einsetzen, an denen Pendler leichter und schneller auf andere Verkehrsmittel wie etwa Leih-Fahrräder, Leihautos oder Busse umsteigen können. 

Foto: Jörn Martens

Kebschull hat ein ehrgeiziges Ziel: 

"Ich möchte, dass man von jedem Ort im Landkreis in 35 bis 45 Minuten zu unserem Oberzentrum nach Osnabrück kommen kann."

Zusätzlich will sie sich dafür einsetzen, dass auch die Verkehrswege zu den benachbarten Orten deutlich verbessert werden. So soll der öffentliche Nahverkehr "eine attraktive Alternative zum Individualverkehr werden". Als weiteres Wahlkampfthema hat sie sich vorgenommen, gegen den Landarztmangel vorzugehen und sich für medizinische Versorgungszentren auch in kleineren Gemeinden einzusetzen.

Frank Vornholt

Frank Vornholt (parteilos) ist unabhängiger Landratskandidat. Seit 2013 ist er als Sprecher der Bürgerinitiative „Keine 380-kV-Leitung am Teuto“ bekannt. Seit 1988 arbeitet Vornholt bei der Bundespolizei und ist seit 2016 Referent im Bundesinnenministerium. Zu den wichtigsten Wahlkampfthemen des Mellers gehört der Kampf gegen den Fachkräftemangel

Foto: Michael Gründel

Der 47-Jährige verspricht für den Fall einer erfolgreichen Wahl am 26. Mai: 

"In den ersten 100 Tagen meiner Amtszeit als Landrat werde ich zu einem Unternehmer-Gipfel einladen, um gemeinsam Ideen zu entwickeln, wie wir den Landkreis als Standort attraktiver machen können.“

Vornholt will gemeinsam mit den Unternehmen daran arbeiten, ein Rückkehrer-Programm für Studenten zu konzipieren, damit junge Menschen, die in anderen Regionen studiert haben, in die Industrie- und Handwerksbetriebe des Landkreises zurückkommen. Darüber hinaus kündigt er an, eine Image-Kampagne für den Landkreis zu initiieren, um junge Menschen und Familien aus strukturschwachen Regionen, wie etwa den Braunkohle-Regionen, dauerhaft für den Landkreis Osnabrück zu begeistern.

Als zweites Topthema seines Wahlkampfs bezeichnet Vornholt den Mangel an Pflegeplätzen. Als einen Lösungsvorschlag sieht er, das bereits in Merzen praktizierte Modell der ambulant betreuten Hausgemeinschaft auf den gesamten Landkreis auszubreiten.


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