Museumsgarten erblüht Naturnahes Gärtnern für jedermann am Osnabrücker Schölerberg

Von Christoph Beyer

Kathrin Leiendecker, Andrea Hein und Ulrich Langnickel (von links) stecken Weidenzweige als Rankhilfen in den Boden. Foto: Gert WestdörpKathrin Leiendecker, Andrea Hein und Ulrich Langnickel (von links) stecken Weidenzweige als Rankhilfen in den Boden. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Der Mai ist gekommen – und die Mitarbeiter des Museumsgartens am Osnabrücker Schölerberg starten mit Elan ins neue Gartenjahr.

Es summt und brummt an allen Ecken und Enden des 5000 Quadratmeter großen Gartenareals. Der Tierreichtum verdankt sich nicht nur der Vielfalt an Pflanzen, sondern auch dem großen Insektenhotel, das Hunderten Wildbienen ein Zuhause bietet. 

Der Naturgarten ist frei zugänglich und bietet Hobbygärtnern Gelegenheit, bei Workshops Möglichkeiten zur naturnahen Gartengestaltung kennenzulernen. Ob essbare Wildpflanzen, ökologische Schädlingsbekämpfung, Nützlinge, Nisthilfen oder Kompostwirtschaft – die Gartenexpertin Kathrin Leiendecker vermittelt ab dieser Saison einmal im Monat das naturnahe Gärtnern in Theorie und Praxis.

"Mir geht es nicht nur um fachliche Vermittlung von Wissen, sondern auch darum, Leidenschaft für die Natur zu entfachen", betont die diplomierte Landschaftsentwicklerin. Mehrere Führungen, Vorträge, Abendspaziergänge und Beratungsmöglichkeiten zu den unterschiedlichsten Naturgartenthemen runden das Saisonprogramm ab. 

Garten besteht seit 1985

Die Bedingungen für derlei vielfältige Aktivitäten sind ideal, denn der 1985 eingerichtete Naturgarten des Museums am Schölerberg beherbergt unterschiedlichste Lebensräume. Bauerngarten, Heilkräuterbeete, Totholzhaufen, Trocken- und Natursteinmauern und ein Teich bieten über 800 Pflanzenarten ein Domizil, in dem sich auch Schmetterlinge, Käfer, Bienen, Igel und weitere Tiere wohlfühlen.

Der Eingriff des Menschen erfolgt behutsam und ohne den Einsatz von Chemie, wie Ulrich Langnickel betont, der als neuer Gärtner dafür Sorge trägt, dass sich Mensch und Tier in der grünen Oase wohlfühlen. Der studierte Biologe und engagierte Naturschützer führt beim Pressegespräch nicht nur in ein kleines Gewächshaus, die "Kinderstube der Gartenpflanzen", sondern auch zu sprießenden Hochbeeten und üppigem Rhabarber. "Die Natur ist in diesem Jahr durch die vielen warmen Tage bereits sehr weit", betont er und reicht zur Kostprobe Rhabarberstangen und intensiv schmeckende Knoblauchrauke. 

"Naturerfahrung und nachhaltiges Gärtnern gehen bei uns Hand in Hand", fasst Andrea Hein, die Leiterin des Umweltbildungszentrums, zusammen. Zu zeigen, wie man selbst aktiv werden und den eigenen Garten naturnahe gestalten kann, sei ein ganz wichtiges Ziel.

Foto: Gert Westdörp


"Jetzt geht's los – säen und pflanzen" lautet der dazu passende Titel des nächsten Workshops, der am Samstag, 18. Mai 2019, um 14 Uhr startet. Bereits am Donnerstag, 16. Mai, geht es bei einer Gartenführung um 17 Uhr zu essbaren Wildpflanzen. Anmeldungen unter Telefon 0541/323 700 oder per E-Mail an info@museum-am-schoelerberg.de.

Einen Überblick über alle Veranstaltungen gibt es auf der Museumshomepage.



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