Am Landgericht Osnabrück Prozess gegen mutmaßliche Spielhallenräuber beginnt

Drei Männer müssen sich wegen des Verdachts der besonders schweren räuberischen Erpressung vor dem Osnabrücker Landgericht verantworten. Symbolfoto: Jörn MartensDrei Männer müssen sich wegen des Verdachts der besonders schweren räuberischen Erpressung vor dem Osnabrücker Landgericht verantworten. Symbolfoto: Jörn Martens
Jörn Martens

Osnabrück. Am Donnerstag beginnt am Osnabrücker Landgericht der Prozess gegen drei Männer. Ihnen wird vorgeworfen, im vergangenen Jahr drei Spielhallen in Osnabrück überfallen zu haben.

Konkret müssen sich ein 48-Jähriger, ein 32-Jähriger und ein 31-Jähriger vor der 12. großen Strafkammer verantworten. Der ältere und der jüngere Angeklagte befinden sich zur Zeit in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen besonders schwere räuberische Erpressung vor. 

Mit Schreckschusspistole Angestellte bedroht

Am frühen Morgen des 26. September sollen der 32-Jährige und der 31-Jährige mit einem weiteren unbekannten Mittäter eine Spielothek am Petersburger Wall in Osnabrück überfallen haben, heißt es in einer Mitteilung. Mit einer geladenen Schreckschusspistole sollen sie eine Angestellte aufgefordert haben, ihnen das vorhandene Bargeld auszuhändigen. Die 1510,70 Euro sollen sie anschließend unter sich aufgeteilt haben.

Etwa zwei Wochen später ereignete sich ein weiterer Vorfall, für den der 31-Jährige verantwortlich gemacht wird. Am 13. Oktober soll der maskierte Mann einen Angestellten derselben Spielothek aufgefordert haben, ihm den Hintereingang der Spielhalle zu öffnen. Er soll seine Forderung mit einer vorgehaltenen Schreckschusspistole untermauert haben. Nachdem der Angestellte die Tür öffnete, löste die Alarmanlage aus und der Angeklagte soll daraufhin geflüchtet sein.

Nächster Überfall nur wenige Stunden später

Nur wenige Stunden später kam es zu einem weiteren Überfall auf eine Spielothek an der Heinrich-Heine-Straße. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass in diesem Fall alle drei Angeklagten beteiligt waren. So soll der 48-Jährige die Spielhalle betreten haben, während seine Komplizen das Gebäude nach außen abgesichert haben sollen. Mit einer vorgehaltenen Schreckschusspistole soll der 48-Jährige einen Angestellten zur Herausgabe von 350 Euro bewegt haben. Laut Anklage soll das Trio die Beute dazu verwendet haben, gemeinsam Alkohol zu kaufen.

Drei Tage nach dem dritten Überfall nahm ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei die drei Männer in der Osnabrücker Innenstadt fest. Dabei stellte sich heraus, dass mindestens einer der Angeklagten nur wenige Hundert Meter entfernt von den Tatorten wohnte. 

Spezialeinsatzkommando (SEK)

Das Spezialeinsatzkommando (SEK) ist dem Landeskriminalamt Niedersachsen zugeordnet und agiert von Hannover aus. Die speziell ausgebildeten Beamten werden bei einer Alarmierung an den jeweiligen Einsatzort gesandt.
Das SEK wird immer dann herangezogen, wenn besondere Gefahren bestehen, beispielsweise wenn Schusswaffen im Spiel sind oder Menschen konkret bedroht werden. Außerdem kommt es zum Einsatz, wenn es um Terrorismus, Organisierte Kriminalität oder politisch motivierte Gewaltkriminalität geht.
Bis vor einigen Jahren hieß das SEK noch Sondereinsatzkommando. Weil der Name aus der Zeit des Nationalsozialismus belastet ist, änderte sich der amtliche Sprachgebrauch zu Spezialeinsatzkommando. Das SEK rekrutiert sich aus dem Personal der regulären Polizeikräfte. Allerdings müssen Bewerber ein spezielles und aufwendiges Auswahlverfahren durchlaufen.
Weitere Einzelheiten, insbesondere zu Personalstärken, nennt das LKA aus einsatztaktischen Gründen nicht.

Nach Angaben einer Polizeisprecherin sei das SEK seinerzeit angefordert worden, weil bei den Überfällen Schusswaffen im Spiel gewesen waren. Die Polizei habe nicht ausschließen können, dass die mutmaßlichen Täter sie beim Zugriff einsetzen.

Drei Verhandlungstage angesetzt

Zunächst hat das Gericht drei Verhandlungstermine anberaumt: Start der Hauptverhandlung ist am Donnerstag, 2. Mai, um 9 Uhr in Saal 188. Die Fortsetzungstermine finden am 9. und 16. Mai jeweils um 9 Uhr statt. Neben den üblichen Beteiligten sind ein Sachverständiger und sieben Zeugen geladen.


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