Fotoausstellung in Osnabrück Wie eine Malediven-Insel zum Müllparadies verkommt

Müllschiffe bringen den Abfall von der Malediven-Hauptinsel Male in die Lagune Tilafushi. Foto: Lena WöhlerMüllschiffe bringen den Abfall von der Malediven-Hauptinsel Male in die Lagune Tilafushi. Foto: Lena Wöhler

Osnabrück. Die Lagune Tilafushi ist die Mülldeponie der Malediven. Naturschützer nennen sie "eine der größten Umweltkatastrophen unserer Zeit". Wie es auf der Abfall-Insel im Indischen Ozean aussieht, zeigt eine Ausstellung der Herforder Fotografin Lena Wöhler vom 2. bis 31. Mai 2019 in der Bibliothek am Westerberg in Osnabrück.

Mehr als eine Million Menschen besuchen jährlich die Malediven. Jeder Tourist produziert dabei nach Schätzung von Experten 3,5 Kilogramm Müll am Tag. Hinzu kommt der Abfall von 400.000 Einwohnern. 

Vieles davon landet direkt im Meer. Den gesammelten Unrat der Hauptinsel Male lässt die Regierung hingegen in die Lagune Tilafushi kippen. Dort hat sich inzwischen ein 15 Meter hoher, unsortierter Müllberg aufgetürmt, der Tag und Nacht brennt. 

Verstörende Aufnahmen

"Die Malediven bedeuten für viele Menschen traumhafte Strände, türkises Wasser und Urlaub im Luxus. Durch Unbewusstheit und Profitgier entsteht in dem Paradies jedoch eine Müllhölle, welche die Natur und das Leben der Menschen zerstört", sagt die Herforder Fotografin Lena Wöhler (Jahrgang 1987). Sie hat Tilafushi bereist – und verstörende Aufnahmen mitgebracht, die vom 2. bis 31. Mai 2019 in der Bibliothek am Campus Westerberg in Osnabrück zu sehen sind. Wöhler: "Mit meiner Reportage möchte ich auf diese Umweltkatastrophe aufmerksam machen."

Auf Tilafushi, der Abfalldeponie der Malediven, leben die Menschen im Müll. Foto: Lena Wöhler


Organisiert von Studenteninitiativen

Organisiert wird die Fotoausstellung von den beiden Studenteninitiativen Neo (Hochschule Osnabrück) und Vision (Universität Osnabrück). Sie ist Teil eines aus mehreren Veranstaltungen bestehenden Aktionsmonats zum Thema Abfall, dem sogenannten "Müll-Mai". Die Tilafushi-Ausstellung beginnt am Donnerstag um 18 Uhr. Bereits um 16 Uhr hält die Künstlerin einen Vortrag über ihre Arbeit. (Weiterlesen: Hochschule Osnabrück belohnt gesellschaftliches Engagement)



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