Bauern dürfen Stoff nicht nutzen Landesbetrieb korrigiert Aussage zum Pestizid "Monolinuron" in der Else

Der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz korrigiert seine Aussage zu den im Meller Fluss Else gefundenen Pestizid "Monolinuron". Foto: imago images/Martin WagnerDer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz korrigiert seine Aussage zu den im Meller Fluss Else gefundenen Pestizid "Monolinuron". Foto: imago images/Martin Wagner
Martin Wagner

Osnabrück/Norden. Der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft-, Küsten- und Naturschutz NLWKN hat seine Aussage zur Belastung des Meller Flusses Else korrigiert. Ein Sprecher teilt mit, dass die Verwendung des Pestizids "Monolinuron", das an zwei Messstellen der Else festgestellt wurde, in der Landwirtschaft seit 1991 nicht mehr verwandt werden darf.

Der Sprecher des Landesbetriebs, Achim Stolz, der unserer Redaktion in der vergangenen Woche gesagt hatte, dass das in der Else gefundene Pestizid "Monolinuron" in der Landwirtschaft und in der Algenbekämpfung in Aquarien und Teichen verwandt werde, korrigiert diese Aussage nun teilweise, "da der Stoff Monolinuron zwar weiterhin in der Algenbekämpfung in Aquarien und Teichen angewendet wird, seine Verwendung als Herbizid in der Landwirtschaft und anderswo jedoch seit 1991 untersagt ist". Laut Stolz können die Monolinuron-Funde in der Else demnach nicht aus der Landwirtschaft stammen. Die Herkunft des Stoffes, der Unkraut bekämpft, sei auch nach umfangreicher Recherche des Landkreises Osnabrück noch nicht geklärt worden.

Ökologischer Zustand "unbefriedigend"

Das NLWKN geht weiterhin davon aus, dass die überschrittenen Nährstoffverbindungen in der Else zu einem großen Teil aus der Landwirtschaft stammen. Der Landesbetrieb hatte den ökologischen Zustand der Else als "unbefriedigend" bezeichnet, was etwa die Auswirkungen auf Fische und Wasserpflanzen anbelange. Es seien Maßnahmen zur Reduzierung der direkten Einträge aus der Landwirtschaft erforderlich, um etwaige Einschwemmungen in die Gewässer zu verhindern.

Fünf-Meter-Gewässerrandstreifen für höhere Sicherheit wünschenswert

Der gesetzlich vorgeschriebene 1-Meter-Gewässerrandstreifen könne bei ordnungsgemäßer Bewirtschaftung durchaus ausreichend sein. Der Sprecher des Landesbetriebs für Naturschutz fügt jedoch hinzu, dass ein Gewässerrandstreifen von mindestens fünf Metern wünschenswert sei, "um hier eine höhere Sicherheit zu erhalten". Schließlich spiegele der jetzige unbefriedigende ökologische Zustand auch die Einflüsse aus der Landwirtschaft wider. Die jetzt vorhandenen Verhältnisse seien nicht ausreichend.

(Weiterlesen: Landesbetrieb empfiehlt Kreis Osnabrück Fünf-Meter-Schutzstreifen an Gewässern)

Die für den Naturschutz zuständige Fachbehörde des Landkreises Osnabrück hatte in einem Entwurf einer Beschlussvorlage für den Kreis-Umweltausschuss noch empfohlen, einen Fünf-Meter-Schutzstreifen zur Umsetzung der europäischen „Natura-2000-Richtlinie“ im „Landschaftsschutzgebiet Else und Obere Hase“ einzurichten. Nach einem Gespräch mit dem Chef des Bauernverbands Landvolk im Kreis Osnabrück, Albert Schulte to Brinke, hatte Landrat Michael Lübbersmann (CDU) den Wortlaut der Verordnung jedoch ändern lassen und einen Ein-Meter-Schutzstreifen vorgeschlagen. Im Kreistag hatten Christ- und Sozialdemokraten gemeinsam für die aktuelle Regelung mit einem 1-Meter-Randstreifen votiert. Die Kreis-CDU hatte darüber hinaus angekündigt, dass der Ein-Meter-Randstreifen nicht nur in dem Meller FFH-Gebiet, sondern auch in den Schutzgebietsverordnungen für FFH-Gebiete festgelegt werden soll, die in den kommenden Monaten noch erlassen werden. 

Osnabrücker Stadtbaurat Otte für Fünf-Meter-Randstreifen an der Düte

Auch die Düte, die teilweise durch Osnabrücker Stadtgebiet verläuft, soll als Fauna-Flora-Habitat (FFH) ausgewiesen werden. Dabei hat sich der Osnabrücker Stadtbaurat Frank Otte allerdings für einen fünf Meter breiten Randstreifen ausgesprochen, in dem das Ausbringen von Gülle und Pestiziden untersagt wird.

(Weiterlesen: Bekommt die Düte in Osnabrück breitere Schutzstreifen als im Landkreis?)


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