Seltenes Ehejubiläum Osnabrücker Ehepaar Meyer feiert am 17. April Eiserne Hochzeit

Seit einem Kinobesuch vor 66 Jahren ein zufriedenes Paar: Else und Günter Meyer feiern ihren 65. Hochzeitstag. Foto: Peter SelterSeit einem Kinobesuch vor 66 Jahren ein zufriedenes Paar: Else und Günter Meyer feiern ihren 65. Hochzeitstag. Foto: Peter Selter

Osnabrück. Es ist ein seltenes Ehejubiläum: Die Eiserne Hochzeit feiern Menschen, die seit 65 Jahren verheiratet sind. Else und Günter Meyer aus Osnabrück gehören zu den wenigen, denen dieses Glück zuteil wird: Am 17. April 2019 ist es so weit.

Sein Freund habe ihre Freundin gekannt, erinnert sich Günter Meyer an die erste Begegnung des künftigen Paares auf dem Neumarkt im Jahr 1953. Seitdem sei es "um sie geschehen". Straßenbahnen hätten ihren Weg gekreuzt, als sie sich zu ihrem ersten gemeinsamen Kinobesuch im damaligen Capitol-Lichtspieltheater trafen. Diese Verabredung war der Beginn ihrer lebenslangen gemeinsamen Geschichte, erzählen Else und Günter Meyer heute mit einem Lächeln auf den Lippen. 

Neun Kinder, neun "Schwiegerkinder" sowie 20 Enkel und 15 Urenkel zählen mittlerweile zur Festgesellschaft, die sich heute anlässlich des 65. Hochzeittages im Traditionsgasthaus Gösling-Tiemeyer in Bissendorf-Jeggen zu einem Frühstücksbrunch trifft. 

Sie arbeitete nach der Kindererziehung als Haushaltshilfe, er jahrzehntelang als Maler und zuletzt als Hausmeister. Wenn die Arbeit es zuließ, unternahm das Paar immer gerne etwas zusammen. Begeisterte Skifahrer seien sie gewesen, berichten die Meyer, der Rest der Familie sei das heute noch. Die Begeisterung für den Wintersport habe er noch zu Kriegszeit als Zehnjähriger entdeckt, als er im Rahmen der "Kinderlandverschickung" nach Österreich gereist sei, erzählt Günter Meyer.

Das Reisen war ohnehin immer ein großes Hobby – und dabei ging es nicht nur auf die Skipiste. Häufig hätten sie auch die Fahrräder ins Auto gepackt und seien an die Küste gefahren. Außerdem ging es alleine fünfmal in die Türkei und neunmal nach Griechenland. Zu Anfang absolvierten sie solche Reisen noch mit dem Auto. "Da hat ein Weg dann gut und gerne auch mal drei Tage gedauert", erinnert sich Günter Meyer. "Aber wir hatten ja Zeit."

Seit 40 Jahren schreibt Ilse Meyer außerdem Tagebuch – und davon profitiert mitunter die ganze Familie. Es komme häufig vor, dass sich eines der Kinder melde und beispielsweise wissen wolle, was doch gleich am 1. Mai des vergangenen Jahres war.

Das "eiserne" Paar lebt in der Wohnanlage des Osnabrücker Heimstättenwerks am Ravensbrink und fühlt sich dort sehr wohl, berichten die 88-Jährige und der 86-Jährige übereinstimmend. Kreuzworträtsel, Stuhlgymnastik, Spielnachmittage oder Feste bringen Abwechslung in ihren Alltag, zudem erhalten sie nahezu jeden Tag Besuch von einem der Kinder. "Einer kommt immer vorbei, manchmal sind es auch zwei oder drei", verraten Ilse und Günter Meyer mit hörbarem Stolz in der Stimme.

Früher hätten sie auch immer viel gelesen und seien deshalb 40 Jahre lang Stammgäste in der Stadtbücherei gewesen. Mittlerweile funktioniere das Lesen altersbedingt nicht mehr so gut. Aber auf ihre Tageszeitung wollen die Meyers dennoch auf keinen Fall verzichten – und zwar am liebsten ganz traditionell in gedruckter Form, obwohl Günter Meyer einen Tablet-PC sein eigen nennt.

Die Einkäufe erledigt er auch heute noch mit seinem eigenen Auto – und etwaige Bedenken, dass er dafür eventuell zu alt sein könnte, räumt er sofort mit einem verschmitzten Lächeln aus: Einer der Schwiegersöhne sei ausgebildeter Fahrlehrer. Von dem lasse er sich regelmäßig testen.


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