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Warum der Züchterball so beliebt ist „Da muss man dabei sein“

Von Henning Müller-Detert


osnabrück. Edle Anzüge, elegante Abendkleider: Feine Kleidung gehört häufig dazu, wenn Veranstaltungen in der Osnabrückhalle stattfinden. Da machte am Donnerstagabend auch der Züchterball keine Ausnahme. Im Gegenteil: Ein geschmackvolles Outfit war für die rund 4000 Gäste Pflicht, die bis in die Morgenstunden feierten.

Veranstalter des traditionellen Balls ist die Osnabrücker Herdbuch-Genossenschaft. 500 Gäste kamen in den Anfängen zu dem Fest, das seinerzeit noch in einem Gastronomiebetrieb im Stadtteil Schinkel gefeiert wurde. Mit dem Bau der Stadthalle 1979 folgte sofort der Umzug dorthin. Nun in Zeiten der Osnabrückhalle feiern hier 4000 Besucher, deren Anreiseweg häufig weit über die Grenzen des Landkreises Osnabrück hinausgeht. Angesichts dieser langen Anfahrtswege öffnet die Osnabrückhalle auch erst ab 20.30 Uhr ihre Pforten...

Drei Bands spielen auf, die schnell für Bewegung auf der Tanzfläche sorgen: Seven Beats, Dollies sowie Piccadillys. Weiteres Programm ist nicht erforderlich, die Veranstaltung ist schlicht ein „Selbstläufer“, sagt Jürgen Halbrügge, kaufmännischer Leiter der Osnabrücker Herdbuch eG. Das zeigt auch der Vorverkauf: Ab dem 1. September sind Karten erhältlich, rund vier Wochen vor dem Ball sind sie komplett ausverkauft. Viele Gäste sind Studierende der Agrarwissenschaften, andere haben mit der Landwirtschaft gar nichts zu tun, sondern möchten einfach einen schönen Abend genießen.

Die zum Teil langen Anfahrtswege führen dazu, dass verschiedene Reisegruppen Busse chartern. Zum Beispiel Schüler der Albrecht-Thaer-Schule in Celle. 102 junge Leute, die die Fachschule besuchen, sind in zwei Bussen nach Osnabrück gereist. „Für die Party nehmen wir zweieinhalb bis drei Stunden Anreise in Kauf“, sagt Hauke Johannmeyer. „Das ist das Highlight des Jahres, da muss man dabei sein“, ergänzt sein Schulkollege Christian Hohnholz. Den beiden ist wichtig, dass ihr Beruf nicht als altmodisch abgestempelt wird: „Wir sind Fachkräfte“, betont denn auch Hauke Johannmeyer. Und weil das so ist, gehört bei einem Ball wie diesem auch dazu, dass die beste Kleidung aus dem Schrank geholt wird. Das bestätigen auch Theresa Schulze Averbeck und Michael Ermann, die sich gerade an der Hochschule Osnabrück für den Studiengang Agrarwissenschaften eingeschrieben haben. „Es passt alles“, sagen sie über den Ball: schick anziehen, nette Leute treffen, Livemusik hören und tanzen. Gerade dass sie hier viele andere Erstsemester treffen, freut die beiden. Die elegante Abendgarderobe ist auch das, was Johanna Stahl (24) reizt: „So viele Bälle hat man ja in unserem Alter nicht.“