Starke Stimmen und Klänge Die Popsalon-Favoriten der NOZ-Kritiker


Osnabrück. Malena Zavala, Alice Phoebe Lou und Faces On TV: Das sind die drei Popsalon-Acts, die bei den Kritikern der NOZ am besten angekommen sind.

Tom Bullmann: Malena Zavala

Der Popsalon ist eine Liveplattform für überzeugende neue Bands wie die Leoniden, die Energierocker aus Kiel. Aber das Indoor-Festival ist immer auch ein Hotspot für tolle Entdeckungen. Dazu gehört in diesem Jahr Malena Zavala, eine gebürtige Argentinierin, die ihre Latino-Wurzeln mit viel Pop und einer Prise Rock anreichert. Sanfte Balladen, atmosphärische Songs, dann auch mal etwas Tanzbares oder ein instrumenteller Alleingang der versierten Begleitband: Da bleiben kaum Wünsche offen und niemand würde „Nein“ antworten, wenn Malena mit sinnlicher Stimme: „Could you stay for a while?“ singt. Der Saal im Haus der Jugend wurde jedenfalls immer voller, als Malena Zavala ihre selbst geschriebenen Lieder mit liebenswürdiger Lässigkeit und einer wirklich großartigen Stimme vortrug.

"Mit liebenswürdiger Lässigkeit": Malena Zavala im Haus der Jugend. Foto: Michael Gründel


Matthias Liedtke: Alice Phoebe Lou  

Es gab viele großartige weibliche Stimmen beim diesjährigen Popsalon. Aber keine davon hat das Publikum, den Veranstalter und den Kritiker so sehr in ihren Bann gezogen wie die von Alice Phoebe Lou im Haus der Jugend. Ob soulige Ballade oder energetischer Rock, ob solo an der E-Gitarre oder am Piano oder mit Band inklusive Querflöte und Saxofon: Die aus Südafrika stammende Wahlberlinerin beeindruckte nachhaltig mit starken Songs, charismatischer, selbstbewusster und authentischer Ausstrahlung, einer gewaltigen Bühnenpräsenz und nicht zuletzt mit einer raumfüllenden, ebenso gefühl- wie kraftvoll prononcierten Stimme. „I Wanna Live Like I Mean It“ sang sie in jenem „New Song“, der auch so hieß. Und ließ keinerlei Zweifel daran aufkommen, dass das genau so gemeint war. 

"Mit authentischer Ausstrahlung": Alice Phoebe Lou im Haus der Jugend. Foto: Michael Gründel


Katharina Leuck: Faces On TV

Abseits von bekannten Künstlern in der Lagerhalle und im Haus der Jugend bot bei diesem Popsalon die Kleine Freiheit wieder das größte Entdecker-Potenzial. Neben urbanem Indiepop von Blinker oder experimentellem Rock von Cari Cari überzeugten mich dabei vor allem die Belgier von Faces on TV. Die Band rund um den Multi-Instrumentalisten Jasper Maekelberg fesselte das Publikum am Samstagabend mit düster-buntem, psychedelischen Pop – kontrastreich, experimentell und emotionsgeladen. Wo andere ganz auf die Hilfe von Computern setzen, bauten die vier Belgier ihre detailverliebten Klangkonstrukte meist „per Hand“ aus einer ganzen Armada unterschiedlicher Blas- und Rhythmusinstrumente. In Kombination mit Maekelbergs markanter Stimme eine beeindruckende Konzerterfahrung.


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