Die ganze Welt der Popmusik Osnabrücker Popsalon Nummer Neun zeigt Vielfalt der Szene


Osnabrück. Drei Abende, vier Spielorte, zwei Dutzend Konzerte: Der neunte Osnabrücker Popsalon ist Geschichte. Und einmal mehr hat das längst weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte und etablierte Indoor-Festival seinen Ruf bestätigt, die ganze Bandbreite der Popmusik abzubilden.

Drei Abende, vier Spielorte, zwei Dutzend Konzerte: Der neunte Osnabrücker Popsalon ist Geschichte. Und einmal mehr hat das längst weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte und etablierte Indoor-Festival seinen Ruf bestätigt, die ganze Bandbreite der Popmusik abzubilden – und dabei ein Tummelplatz für die Stars von morgen zu sein. Aber nicht nur spannende Neuentdeckungen wurden „popsalonfähig“ gemacht. Auch derzeit angesagte oder bereits seit vielen Jahren bekannte Helden der Szene gaben sich ein Stelldichein auf den Osnabrücker Club-Bühnen, darunter etwa Kakkmaddafakka aus Norwegen oder der schottische Teenage Fanclub, der seit 30 Jahren zeitlosen Indie-Pop liefert. Beide spielten ebenso in der Lagerhalle wie die Kieler Shooting-Stars Leoniden, die am Donnerstagabend den Reigen mit einem mitreißenden Aufritt eröffneten, das 16-köpfige Berliner Olympic Orchestra, das den Pop mit Jazz und Kammermusik fusionierte, oder das Kölner Trio Fortuna Ehrenfeld, das klugen deutschen Indie in einer ganz eigenen Liga spielt. 

Highlight in der Lagerhalle: Fortuna Ehrenfeld aus Köln. Foto: Michael Gründel


Einstand des Bastard Clubs gelungen

Der Freitagabend stand ganz im Zeichen der starken, jungen Frauenstimmen. Im Haus der Jugend bezauberten eine Argentinierin aus England und eine Südafrikanerin aus Berlin das Publikum, in der Lagerhalle ein Teenager aus Bochum und in der Kleinen Freiheit sorgte das Ambient-Quartett Hope für eine coole Einstimmung auf die Aftershow-Party. Im Bastard Club rappten Tiavo und am Samstag knatterte Das Moped mit schlauem deutschsprachigen durch die Location an der Buerschen Straße, die in diesem Jahr zum ersten Mal mit auf dem Fahrplan stand. Dort, wo im „Folterkeller“ sonst härtere Töne zu hören sind, spielten auch Farewell Dear Ghost aus Österreich und Side Effects aus Schweden neue und eingängige Indie-Musik. Aus Sicht der Veranstalter ist die Integration des Bastard Clubs in das Festivalschema gelungen: Nach dem Wegfall des im vergangenen Jahr sang- und klanglos verschwundenen Glanz & Gloria und dem Erlöschen des Singer/Songwriter-Campfires im Stadtgalerie Café passe er gut dazu und bringe durch seine ganz eigene, andere Atmosphäre noch einmal eine neue Note in den Popsalon, sagt Guido Remmert von der „Ereignis“-Agentur Zukunftsmusik. 

Highlight im Bastard Club: Side Effects aus Stockholm. Foto: Michael Gründel


Rekord bei Festivalpässen gebrochen

Rund 1500 Tickets wurden in diesem Jahr verkauft, ähnlich wie im vergangenen Jahr, aber: Mehr als die Hälfte davon waren Rundum-Festivalpässe für alle drei Tage – „so viel wie noch nie“, wie Remmert verrät. Auch die Tatsache, dass zunehmend Frühbuchertickets bereits zum Verkaufsstart im Mai des jeweiligen Vorjahres nachgefragt werden, betrachtet er als „schönes Zeichen und Bestätigung“ dafür, dass das Festival „immer mehr angenommen“ werde und den Programmmachern geradezu blind vertraut wird. Denn zu diesem Zeitpunkt steht noch kein einziger Act fest. Auffällig war diesmal aber auch der stark und zugkräftig besetzte Eröffnungstag, an dem sich insbesondere vor der Lagerhalle mitunter lange Menschenschlangen bildeten und nicht nur einmal aufgrund des großen Andrangs ein „Einlassstopp“ verhängt werden musste. Entspannter ging es dagegen am Samstag zu, als sich die Besucher gleichmäßiger auf die vier Spielorte verteilten. Laut Ticketverkauf hätten es da allerdings insgesamt mehr sein müssen, aber das nasskalte Wetter mag insbesondere Fahrradfahrer abgehalten haben. Dafür war der Shuttlebus diesmal regelmäßig voll.  

Highlight in der Kleinen Freiheit: Cassia aus Nordengland. Foto: Michael Gründel


Viele musikalische Highlights

Zu den mitunter überraschenden musikalischen Highlights zählten unter anderem die Auftritte des Solo-Debütants Blinker, des österreichischen Indie-Rock-Duos Cari Cari, der Crossover-Weltmusik-Formation Bukahara oder des britischen Trios Cassia, das mit sonnigen Calypso-Klängen zur klirrenden Mitternachtskälte in der Kleinen Freiheit für einen feuchtfröhlichen Ausklang des Entdeckerfestivals sorgte. Zum neunten Mal konnte die ganze bunte Welt der Popmusik an einem einzigen Wochenende in unterschiedlichen Osnabrücker Clubs bestaunt werden. In seinem zehnten Jahr ist der Popsalon längst zu einer zu einer festen Institution und Marke in der Festivalszene geworden, die bundesweit und auch international ausstrahlt.

Frühbuchertickets für Popsalon 10

Nach dem Popsalon ist vor dem Popsalon
Der Vorverkauf für den Popsalon 10 vom 16. bis 18. April 2020 startet bereits am Donnerstag, 2. Mai, exklusiv im Kartenwerk an der Dielinger Straße 13/14.



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