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15.04.2019, 12:14 Uhr KOMMENTAR

Steuerfahndung in Hellern: Gerechtigkeitsgefühl schlägt Purzelbäume

Ein Kommentar von Wilfried Hinrichs


Foto: Gert WestdörpFoto: Gert Westdörp

Osnabrück. Hausbesitzer in Hellern werden der Steuerhinterziehung verdächtigt. Sie selbst fühlen sich als Opfer - zu recht. Denn der Fiskus blickt einseitig auf die Fakten.

Finanzamt und Steuerfahndung gehen davon aus, dass die Evangelischen Stiftungen und drei Bauunternehmen miteinander gekungelt haben. Beweise gibt es dafür nicht, nur vage Indizien, die sich aus Gesprächsprotokollen ergeben. Das Ungeheuerliche daran ist, dass ahnungslose Unbeteiligte – nämlich die Häuslebauer – für diese unbewiesene Kungelei bestraft werden sollen.

Das Gerechtigkeitsgefühl schlägt Purzelbäume. Die Hausbesitzer finden sich plötzlich in einer absurden Lage wieder. Was sie zu ihrer Entlastung vorbringen, wird ihnen umgekehrt ausgelegt - als Lüge und damit weiteres Indiz, dass sie planvoll vorgehen und etwas verschleiern wollten.

Kann es nicht auch sein, dass die Aussagen stimmen, dass es keine Verknüpfung von Baugrundstück und Bauträger gegeben hat? Diese Möglichkeit schließt das Finanzamt - nach Intervention des Landesrechnungshofes - nun kategorisch aus, obwohl die Fakten auch diese Interpretation zulassen. Wir dürfen gespannt sein, wie das Finanzgericht Hannover entscheidet.


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