Frischer Fisch zu Ostern Steigende Nachfrage auf dem Forellenhof im Osnabrücker Nettetal

Zu Ostern steigt die Nachfrage auf dem Forellenhof im Nettetal, beobachtet Fischwirtschaftsmeisterin Stephanie Wellenbüscher-Uthmann. Foto: Antonia WahmhoffZu Ostern steigt die Nachfrage auf dem Forellenhof im Nettetal, beobachtet Fischwirtschaftsmeisterin Stephanie Wellenbüscher-Uthmann. Foto: Antonia Wahmhoff

Osnabrück . Ob geräuchert, gegrillt, gebraten oder einfach frisch: Zu Ostern ist Fisch sehr begehrt. Fündig werden Fischfreunde auf dem Forellenhof im Nettetal auf der Grenze zwischen Rulle und Osnabrück. Hier wird Fisch aufgezogen, verarbeitet und verkauft – und das mit geballter Frauenpower. Denn seit 25 Jahren führen Mutter und Tochter gemeinsam den Betrieb.

Stephanie Wellenbüscher-Uthmann und ihre Mutter Edith Benjamin-Uthmann haben sich dem Süßwasserfisch verschrieben. Ihr Forellenhof liegt mitten im idyllischen Nettetal. In 14 Teichen, die von wertvollem Nette-Wasser gespeist werden, wachsen das ganze Jahr über kleine Setzlinge zu ausgewachsenen Fischen heran. „Unser Hauptprodukt ist ganz klar die Regenbogenforelle“, erklärt Stephanie Wellenbüscher-Uthmann. Daneben gebe es Lachsforelle und Bachsaibling sowie im Winter auch Karpfen, ergänzt Edith Benjamin-Uthmann.

14 Teiche gibt es auf dem Gelände des Forellenhofs im Nettetal. Auch Schafe und Gänse sind hier zuhause. Foto: Antonia Wahmhoff

In diesem Jahr feiert der Forellenhof sein 80-jähriges Bestehen. Über die Jahre ist die Familie dem Handwerk treu geblieben. Geräuchert wird bis heute nach alter Tradition auf Buchenholz. Und doch habe sich seit den Anfängen der Forellenaufzucht im Jahr 1939 vieles verändert. „Damals lief der Betrieb als Versandgeschäft“, erinnert sich die Senior-Chefin. „Die Fische wurden als Luxusprodukt lebend an Restaurants geliefert. Das ist heute gar nicht mehr vorstellbar.“ Nach dem Tod ihres Vaters übernahm Edith Benjamin-Uthmann den Betrieb. „Das war mein Traumberuf“, sagt sie heute. 

Wie ihre Mutter machte auch Stephanie Wellenbüscher-Uthmann die Ausbildung zur Fischwirtin und legte anschließend am Institut für Fischerei im bayerischen Starnberg die Meisterprüfung ab. Aus Süddeutschland brachte sie einige Ideen mit ins Nettetal. Als sie in den Betrieb einstieg, richtete sie zwei Angelteiche ein, an denen Hobbyangler ihr Glück versuchen können. 2004 kam ein gastronomisches Angebot hinzu.

Kundenwünsche verändern sich 

Auch heute fahren Junior- und Senior-Chefin regelmäßig zu Fortbildungen nach Bayern. Stillstand wollen die beiden Geschäftsfrauen nicht. Denn auch wenn viele langjährige Stammkunden die Fischspezialitäten aus dem Nettetal schätzen, beobachten die beiden, dass sich die Wünsche und Vorlieben der Kunden verändern und immer vielfältiger werden. „Die Leute kochen wieder mehr und probieren viel mit dem eigenen Grill oder Smoker aus“, erzählt die Junior-Chefin begeistert.

Was den Fisch aus dem Nettetal ausmacht? Mutter und Tochter müssen nicht lange überlegen. „Die Frische“, antworten beide prompt. Durch den Verkauf direkt auf dem Hof hätten die frisch gefangenen Fische nur sehr kurze Transportwege und das sei für die Qualität des Produkts sehr wichtig. Zudem sei die Wasserqualität entscheidend und müsse ständig kontrolliert werden.

Fingerspitzengefühl gefragt

„Forellen sind sehr empfindlich“, erklärt Stephanie Wellenbüscher-Uthmann. Sauerstoff- und pH-Werte müssten sehr genau eingehalten werden und auch bei der Wassertemperatur sei Fingerspitzengefühl gefragt. „Forellen brauchen 13 Grad. Sie bemerken schon einen Unterschied von 0,1 Grad“, so die Fischwirtschaftsmeisterin. Doch man bekomme schnell ein Gefühl für das Wohlbefinden der Fische. „Das ist angeboren“, sagt sie mit einem Schmunzeln. Ganz automatisch gehe der erste Blick morgens aus dem Fenster zu den Fischteichen.

Viel Herzblut steckt Stephanie Wellenbüscher-Uthmann in die Forellenaufzucht. Foto: Antonia Wahmhoff

15 bis 18 Monate alt werden die Forellen im Nettetal. Gefangen werden sie je nach Nachfrage – und die steigt zu Ostern. In dieser Zeit gibt es auf dem Forellenhof viel zu tun und die ganze Familie wird eingespannt. Auch der elfjährige Frederik packt dann mit an.

Viel Eiweiß und ein hoher Gehalt an Omega-3-Fettsäuren machen Fisch sehr gesund. Aber wie schmeckt er am besten? „An Karfreitag essen viele frischen Fisch, am Ostersonntag- oder montag darf er häufig auch geräuchert sein“, wissen die Expertinnen. Auf den Tisch der Familie Uthmann kommt zum Osterfest „Forelle blau“, eine klassische Zubereitungsform, bei der die Fischhaut durch das Garen eine blaue Farbe annimmt. „Einfach mit frischen Kräutern und Zitrone in Papier wickeln und ab in den Backofen“, erklärt die Junior-Chefin.

Weitere Nachrichten aus der Region lesen Sie hier.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN