„Erklärung der Vielen“ setzt ein Zeichen Osnabrücker machen mit: Mit Rettungsdecken für die Kunstfreiheit

Ausgestattet mit symbolischen Rettungsdecken positioniert sich ein breites Bündnis aus Osnabrücker Kulturschaffenden für Pluralität und die Verteidigung der Meinungs- und Kunstfreiheit gegen rechte Gruppierungen; von links nach rechts: Stephan Seiler, Marcia Bielkine, Sascha Wienhausen, Ralf Waldschmidt, Alexander Buhmann, Imke Wedemeyer, Hermann Queckenstedt, Kerstin Schumann, Jens Peters, Florian Rzepkowski, Julia Scheck, Volker-Johannes Trieb, Nils-Arne Kässens, Klaus Thorwestern, Alexander Wunderlich.  Foto: Michael GründelAusgestattet mit symbolischen Rettungsdecken positioniert sich ein breites Bündnis aus Osnabrücker Kulturschaffenden für Pluralität und die Verteidigung der Meinungs- und Kunstfreiheit gegen rechte Gruppierungen; von links nach rechts: Stephan Seiler, Marcia Bielkine, Sascha Wienhausen, Ralf Waldschmidt, Alexander Buhmann, Imke Wedemeyer, Hermann Queckenstedt, Kerstin Schumann, Jens Peters, Florian Rzepkowski, Julia Scheck, Volker-Johannes Trieb, Nils-Arne Kässens, Klaus Thorwestern, Alexander Wunderlich. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Die Osnabrücker "Erklärung der Vielen" wurde im Akzisehaus des Museumsquartiers vorgestellt. 27 Institutionen und Kulturschaffende aus der Stadt und der Region haben bisher unterschrieben, um sich gemeinsam gegen die Bedrohung der Kunstfreiheit zu positionieren.

Die Freiheit der Kunst ist in Gefahr. Die Fälle, in denen rechte Gruppierungen nicht nur öffentlich, sondern auch durch politische Institutionen einen einschränkenden Einfluss auf die grundrechtlich verbriefte Kunst- und Meinungsfreiheit auszuüben versuchen, häufen sich. Dagegen hat sich nun auch in Osnabrück ein breites Bündnis der Kulturschaffenden formiert. Bislang 27 unterschiedliche Institutionen haben eine regionale „Erklärung der Vielen“ unterzeichnet. Damit ist die bundesweite Solidarisierungswelle, die im vergangenen Herbst in Berlin gestartet wurde, auch in der Stadt angekommen, die sich den Frieden auf ihre Fahnen geschrieben hat. Der Zusammenschluss bedeute auch, das Etikett Friedensstadt „greifbar“ zu machen und „mit Leben zu füllen“, sagte Museumsquartierdirektor Nils-Arne Kässens beim offiziellen Kampagnenstart im Akzisehaus – der passende Ort dafür, wie er bemerkte, da das Felix-Nussbaum-Haus schräg gegenüber auch ein „Mahnort“ der Schrecken des Faschismus sei. 

Gewappnet mit goldenen Decken

Für jene gesellschaftliche Pluralität, die dieser zu vernichten trachtet, setzt das Bündnis ein Zeichen. Neben Plakaten und Anstecknadeln dienen dabei goldene Rettungsdecken als öffentlich sichtbares Symbol dafür, sich gemeinsam gegen die Bedrohung der Kunstfreiheit zu wappnen. Rechter Populismus stehe der „Kunst der Vielen feindselig gegenüber“, heißt es in der Erklärung. Entsprechende Gruppierungen und Parteien „stören Veranstaltungen, wollen in Spielpläne und Programme eingreifen, polemisieren gegen die Freiheit der Kunst und arbeiten an einer Renationalisierung der Kultur“, warnt sie vor aktuellen Gefahren und setzt dem Versuch von Rechtsnationalen, Kultur für ihre Zwecke zu instrumentalisieren, ein vielstimmiges „Wehret den Anfängen“ entgegen. 

Das Symbol der "Vielen" ist auch vor dem Kulturgeschichtlichen Museum gehisst. Foto: Michael Gründel

Breit aufgestelltes Bündnis 

Auch Akteure aus der freien Kulturszene wie der Kulturverein Petersburg und aus der über die Stadtgrenzen hinausgehenden Region – etwa das Tuchmacher-Museum Bramsche – haben die Osnabrücker „Erklärung der Vielen“ unterzeichnet. Damit wird nicht nur ein buntes Spektrum an Institutionen und Initiativen abgebildet, sondern auch die Möglichkeit eines regelmäßigen Austauschs und Diskurses zwischen ganz unterschiedlichen lokalen Kulturschaffenden eröffnet. Eine breit aufgestellte Arbeitsgruppe soll zudem in Zukunft gemeinsame Aktionen und Veranstaltungen zum Thema planen und durchführen.

Weitere Informationen zur Kampagne „Erklärung der Vielen“ und zu Unterstützungsmöglichkeiten unter www.dievielen.de.

Unterzeichner der Osnabrücker "Erklärung der Vielen"

Amateurtheater "Die Probebühne e.V., Atelier Trieb, Bund Bildender KünstlerInnen Osnabrück (BBK) im Landesverband Niedersachsen e.V., Diözesanmuseum und Domschatzkammer, Erich-Maria-Remarque-Friedenszentrum/Stadt und Universität Osnabrück, Erstes unordentliches Zimmertheater, Erzähltheater Osnabrück, European Media Art Festival, Figurentheater Osnabrück, Gedenkstätten Gestapokeller und Augustusschacht e.V., Igelmuseum Bohmte, Institut für Musik der Hochschule Osnabrück, KAOS e.V. Kultur für alle Osnabrück, Kulturverein Petersburg e.V., Lagerhalle e.V., Museumsquartier Osnabrück, Musiktheater LUPE, Musikverein Osnabrück e.V., Osnabrücker Stadtspieler, Osnabrück-Halle, Piesberger Gesellschaftshaus, Stadtbibliothek Osnabrück, Städtische Bühnen Osnabrück gGmbH, Theaterverein Osnabrück e.V., Tuchmacher Museum Bramsche, Unabhängiges FilmFest Osnabrück, Werkraum+



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