Gut vernetzt Leben retten Stiftung Stahlwerk unterstützt mobiles Ersthelfer-System mit 50 000 Euro

Jede Sekunde zählt: Im Kreishaus wird das Erste-Hilfe-Projekt „Mobile Retter“ vorgestellt das von der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte (in der Mitte ihr Vorstandsvorsitzender Ernst Schwanhold) finanziell großzügig unterstützt wird.  Foto: Hermann PentermannJede Sekunde zählt: Im Kreishaus wird das Erste-Hilfe-Projekt „Mobile Retter“ vorgestellt das von der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte (in der Mitte ihr Vorstandsvorsitzender Ernst Schwanhold) finanziell großzügig unterstützt wird. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Die Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte unterstützt das im August 2017 gestartete Ersthelfer-System "Mobile Retter" von Stadt und Landkreis Osnabrück mit 50.000 Euro.

Nur drei bis fünf Minuten dauert es, bis bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand in Ermangelung von Sauerstoffzufuhr die ersten Gehirnzellen absterben. Zu kurz für den Rettungsdienst, der im Schnitt innerhalb von acht Minuten nach einem Notruf am Einsatzort eintrifft, wie dessen ärztlicher Leiter Andreas Mennewisch betont. Das ist zwar schnell, aber wenn wirklich Leben gerettet werden sollen, ist eine professionalisierte Erste Hilfe zur effektiven, Zeit überbrückenden Wiederbelebung unabdingbar. 

500 neue Ersthelfer pro Jahr angepeilt

Deshalb haben Stadt und Landkreis im August 2017 das System „Mobile Retter“ gestartet, bei dem eigens qualifizierte Ersthelfer, die sich zufällig in der Nähe aufhalten, per Smartphone-App umgehend über einen Notfall informiert werden. In rund 420 Fällen wurden auf diese Weise bereits lebensrettende Reanimationen durchgeführt. Mehr als 1000 Personen mit Vorkenntnissen – etwa Sanitäter, Feuerwehrleute, Rettungsschwimmer oder Ärzte – konnten bislang als ehrenamtlich bereitstehende Ersthelfer ausgebildet werden. In den nächsten beiden Jahren sollen nochmal so viele dazu kommen, gibt Bärbel Rosensträter vom Vorstand der Rettungsleitstelle als nächstes Ziel aus. 

Noch keine landkreisübergreifende Vernetzung

Unterstützt wird das Vorhaben von der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte, die unter anderem für Organisation, Werbung, Anwerbung, Materialkosten und Aufwandsentschädigungen für die bislang 76 Trainer in Stadt und Landkreis eine außergewöhnlich hohe Summe über 50.000 Euro zur Verfügung stellt. Auch eigene Mitarbeiter unterstützen bereits das Netzwerk mit ihrem privaten Engagement, betont ihr Vorstandsvorsitzender Ernst Schwanhold. Eine Einbeziehung von fahrendem Personal in Zügen regt er ebenso an wie eine landkreisübergreifende Vernetzung, die es bislang aus datenschutz- und versicherungstechnischen Gründen noch nicht gibt. Für Intensivpfleger Jan Bensmann war es keine Frage, mobiler Retter zu werden. Bei inzwischen neun Einsätzen habe er den „immensen Zeitvorteil“ bereits nutzen können, berichtet er. Und wurde in seiner Entscheidung nur bestärkt durch Menschen, die „drumherum standen und nichts gemacht haben“.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN