Burkhard Ascherl spielte im Dom Heiterkeit mit dramatischem Hintergrund

Die vierte Domorgelmusik spielt Burkhard Ascherl, Stadtkantor in Bad Kissingen. Foto: Swaantje HehmannDie vierte Domorgelmusik spielt Burkhard Ascherl, Stadtkantor in Bad Kissingen. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Bei Burkhard Ascherls Orgelkonzert im Dom gab es neben Mozart, Bach und Franck spannende Entdeckungen von Bonnet, Dupré und Hakim.

Orgelmusik ist ernst und schwer. Gut, das ist so natürlich etwas zu pauschal formuliert, aber in der Tendenz sind humorvolle oder tänzerische Werke im Repertoire der Orgel wohl doch weniger vertreten als in anderen Bereichen. So auch bei Burkhard Ascherls Orgelkonzert im Dom: Werke von Mozart, Bach, Bonnet, Franck und Dupré kann man als majestätisch, erhaben, heroisch oder imposant beschreiben.

Frecher Picasso an der Orgel

Die Ausnahme stammt von Naji Hakim, ursprünglich aus dem Libanon, heute als Organist in Paris tätig. Seine Variationen über Aalaiki’ssalaam (Friede sei mit dir) klingen überwiegend heiter, verspielt und locker und bilden so einen großen Gegensatz zu den übrigen Werken. Sie wirken im Programm etwa wie ein frecher Picasso zwischen Gemälden von, zum Beispiel, Caspar David Friedrich. Dabei ist ihr Hintergrund doch viel dramatischer als der der übrigen Werke, denn sie sind Hakims Reaktion auf den Libanon-Konflikt 2006, wie Organist Burkhard Ascherl dem Publikum mitteilt.

Bitte nicht missverstehen: Hakim ist zwar der auffälligste Farbklecks in Burkhard Ascherls Programm, doch natürlich ist der Rest keinesfalls langweilig: Schon allein so selten zu hörende Werke wie Joseph Bonnets effektvolle „Variations de concert“ oder Marcel Duprés mächtiger Finalsatz aus „Evocation“ sind bunt genug und eine echte Entdeckung.

Nächsten Mittwoch, 20.15 Uhr im Dom: Giulia Biagetti spielt Werke von Somma, Becker, Bédard, Stamm und Yon.


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