Kukuks Café sorgt für Teilhabe Osnabrücker Kulturinteressierte treffen sich zum Kaffeeklatsch

Alle kulturinteressierten Menschen mit und ohne "Kunst-und-Kultur-Unterstützungs-Karte“ (Kukuk) sind beim Kukuks Café willkommen  Foto: Jörn MartensAlle kulturinteressierten Menschen mit und ohne "Kunst-und-Kultur-Unterstützungs-Karte“ (Kukuk) sind beim Kukuks Café willkommen Foto: Jörn Martens

Osnabrück . Für "kulturinteressierte Menschen mit und ohne Kunst-und-Kultur-Unterstützungs-Karte“ (Kukuk) organisiert der Verein Kultur für Alle Osnabrück (KAOS) einmal im Monat das Kukuks-Café: Bei Kaffee und Kuchen können die Teilnehmer plaudern und sich austauschen.

Mittwochnachmittag im Stadtgalerie Café am Markt. Das Café ist bis auf den letzten Platz besetzt, ein langer Tisch am Ende des Raumes ist reserviert: Für das Kukuks Café. Dies ist ein Treffpunkt für leidenschaftliche Theaterliebhaber, routinierte Konzertgänger und Kulturneulinge. An diesem Nachmittag waren Kukuks-Karteninhaber, ehrenamtliche Mitarbeiter, Kulturlotsen und einige Neulinge gekommen, berichtete Max Ciolek. Der erste Vorsitzender des Vereins "Kultur für Alle Osnabrück" (KAOS) hatte den Überblick, da sein Verein das Treffen organisiert. Mit der Kukuk­-Karte können Erwachsene mit wenig Geld Kulturveranstaltungen für jeweils 1 Euro, Kinder ermäßigt für je 50 Cent besuchen.

Zur Sache: Die Kukuk-Karte

Die Kukuk-Karte gibt es für jeden in der Stadt und dem Landkreis Osnabrück, der Arbeitslosengeld II, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach SGB XII, Wohngeld oder Leistungen nach dem Asylbewerber-Leistungs-Gesetz erhält oder einen Osnabrück-Pass beziehungsweise einen vergleichbaren Ausweis einer Gemeinde im Landkreis Osnabrück besitzt. 
Mit der Kukuk­-Karte können Erwachsene mit wenig Geld Kulturveranstaltungen für jeweils 1 Euro, Kinder ermäßigt für je 50 Cent besuchen. Der Ausweis bietet auch die Möglichkeit, zu ermäßigten Gebühren beispielsweise in Malworkshops, Chören oder Tanzkursen aktiv zu werden. 
Mehr Informationen unter Telefon 0541 76079112 oder auf www.kukuk.de. Auf der Website stehen auch alle Veranstaltungen und Veranstalter, die die Kukuk-Karte akzeptieren.


Klönen und Leute treffen 

An einem Ende des Tisches saß Linda: „Man trifft hier alte Bekannte und neue Freunde“, erzählte sie. Linda hatte beim Kukus-Café tatsächlich eine alte Freundin nach Jahren wieder getroffen. Mit der klönte sie gerade. Kurz darauf schwärmte sie: „Ich gehe am liebsten ins Lutherhaus, das finde ich ganz toll.“ Außerdem freue sie sich schon auf das Morgenlandfestival. Schnell wurde klar, Linda hat so ihre Lieblinge: „Ich suche das raus, das in meine Richtung geht.“ Stefan, der neben ihr saß, erklärte hingegen: Ihm gefalle an der Kukuk-Karte, dass man „überall damit hin kann“.  

Foto: NOZ MEDIEN


Im Programm findet jeder etwas

Auf dem Tisch vor den beiden lag das Programm mit Veranstaltungen, bei denen die Kukuk-Karte akzeptiert wird, das auch auf der Website www.kukuk.de steht: Eine Tablet- und Smartphone-Sprechstunde in der Stadtbibliothek war darin ebenso verzeichnet, wie eine One-World-Session in der Lagerhalle, eine Aufführung von „Die Prinzessin auf der Erbse“ im Figurentheater, oder Kammermusik mit des Tamigu-Trios in der Johannis-Kapelle. Ciolek hatte zuvor schon erzählt, aus der Stadt und dem Landkreis Osnabrück würden über 100 Veranstalter die Kukuk-Karte akzeptieren. Und Stefan erklärte:

„Ich gehe auch mal zu einer Veranstaltung hin, die ich nicht kenne und lasse mich überraschen.“ Stefan


„Vielleicht sollte ich das auch mal machen“, ließ sich Linda von Stefans Experimentierfreude und Neugier anstecken. Dieser berichtete daraufhin prompt, er sei kürzlich beim Konzert eines Shanty-Chores in einem Stadtteiltreff gewesen. „Ich finde das toll, dass die Stadtteiltreffs auch mitmachen“, so Stefan, der sich als Musikliebhaber outete. Abends wollte denn auch ins Orgelkonzert in den Dom, und beim Musikfestival „Classic con brio“ sei er regelmäßig auf Konzerten: „Das ist klasse, ich freue mich schon aufs nächste Mal“, sagte Stefan, der bei Klassikkonzerten oft Bernd, einen anderen Kukuks-Karten-Inhaber, trifft. Beide Männer gingen zwar meist alleine zu den Veranstaltungen, sähen sich dann aber vor Ort, weil sie ähnliche Interessen hätten. Linda bestätigte: „Oft gehen die Leute einzeln zu den Veranstaltungen, aber manchmal wäre es gut, man hätte sich kurz abgesprochen.“

Behandelt wie jeder andere auch

Prompt hatte Stefan noch einen Tipp für sie: „Ich konnte bei einer Probe von The Producer im Theater zuschauen: Das ist so toll.“ Linda ließ sich davon begeistern, denn beim Thema Theater war sie mit Stefan auf eine Wellenlänge. Seit sie die Kukuk-Karte habe, habe sie beispielsweise auch die Oper für sich entdeckt, so Linda: „Früher war ich mehr ein Operetten-Fan, aber jetzt finde ich die Oper wunderschön." Und sie berichtete, dass sie im Theater auch zum ersten Mal ihre Kukuk-Karte genutzt hätte: „Ich wollte damals mal schauen wie das so ist. Man wird ganz zuvorkommend behandelt, wie jeder andere auch.“ Dem stimmte Stefan zu. Gleichzeitig fanden es beide nicht leicht eine Begleitung fürs Theater zu finden. Und Linda ergänzte, beim Thema Literatur sei es ähnlich. Doch sei die Kukuk-Karte habe einen Vorteil, wenn man alleine loszöge: „Man kennt sich vom Café", so Linda.


Foto: Jörn Martens


Austausch und Ablenkung

Für sie als Rentnerin sei das Kukuks-Treffen eine nette Ablenkung und ein echtes Highlight, so Linda. Und Ciolek wies darauf hin, dass das Team rund um Andrea Speckjohann den Kukuk-Karten-Inhabern entgegen käme: „Kuchen und Gebäck gibt es zum halben Preis. Dazu spendiert unser Verein "Kultur für Alle Osnabrück" ein paar Thermoskannen voll mit Kaffee und Teewasser.“ Während das Kukuks Café jedem vierten Mittwoch des Monats nachmittags ab 15 Uhr im „Stadtgalerie Café & Contor" am Markt 13 stattfindet, gibt es an jedem ersten Mittwoch der geraden Monate von 18 bis 20 Uhr die Gelegenheit, sich abends in lockerer Runde auszutauschen.


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