Abschied nach 60 Jahren Versicherungsmakler Herwig Gußmann geht in Ruhestand

Wohlverdienter Ruhestand nach 60 Berufsjahren: Herwig Gußmann. Foto: André HavergoWohlverdienter Ruhestand nach 60 Berufsjahren: Herwig Gußmann. Foto: André Havergo

Osnabrück. Nachdem er sein Leben der Versicherungsarbeit als Makler für Industrie widmete, verabschiedet sich Herwig Gußmann, geschäftsführender Gesellschafter der Gußmann-Gruppe am 1. April in den Ruhestand.

60 Jahre im Beruf. Genau am 1 April 1959 begann die Karriere des Herwig Gußmann als Versicherungsmakler im väterlichen Betrieb. Seit dieser Zeit ist er mit großer Leidenschaft seinem Beruf treu geblieben. Und das noch heute, genauer gesagt, bis heute. Freiwillig und gerne, fünf Tage in der Woche und bis zu zehn Stunden am Tag.

Die Arbeit ließ meistens nicht einmal die Zeit für eine Tasse Tee. „Meine Frau hat immer mit mir geschimpft, wenn ich abends die Tee-Kanne halb voll wieder mit nach Hause gebracht habe“, erzählt Gußmann Senior lachend. Trotz Selbständigkeit und langer Arbeitszeiten zeigt die Familie Gußmann, dass sich Privat- und Berufsleben gut kombinieren lassen, denn schon seit über 50 Jahren ist er mit seiner Frau glücklich verheiratet. Ganz auf die Familie verzichten musste der Geschäftsführer auch tagsüber nicht, denn im Sinne eines Familienunternehmens arbeitete seine Frau ebenfalls im Betrieb und Sohn Bodo Gußmann übernimmt die Geschäfte des Vaters in dritter Generation.

 "Ruhig im Verhalten, dickköpfig und besonders zielstrebig"

„Wir Mecklenburger sind ruhig im Verhalten, dickköpfig und besonders zielstrebig“, beschreibt Gußman seine charakterliche Eigenart, die auch Vorbild für die Firma wurde. Die Versicherungsarbeit habe indessen einen schlechten Ruf erhalten, der sich allerdings nicht in seinem Betrieb durchgesetzt hat. An oberster Stelle stand für Gußmann immer die qualitativ hochwertige Arbeit und der persönliche Kontakt zu seinen Mandanten. Nur wenn man den Betrieb kennt, könne man in Schadensfällen kompetent reagieren und die Risiken gering halten. "Wir sind nicht wie Internetanbieter und bieten standardisierte Verträge an“, erläutert der Geschäftsführer im Ruhestand mit einem kleinen Verweis und berichtete von einem Großschaden in den 80ern, der ihm besonders in Erinnerung geblieben ist. 

Großschäden, Explosionen und Risikoverminderung

Bei einer Explosion in einem Kalksandsteinwerk schoss ein Härtekessel „wie eine liegende Rakete“ kilometerweit und landete kurz vor einem Campingplatz. Ein Vorfall, bei dem er und die Firma sich durch ihre professionelle Arbeit beweisen konnten. Bis heute hebt er einen Dankes-Brief des betroffenen Unternehmens in seinem Büro auf. „Das spannendste in meinem Beruf sind natürlich die Großschäden, wie dieser Explosionsvorfall. Das schönste ist allerdings, wenn nichts passiert, weil wir durch unsere Arbeit das Risiko gemindert haben“, so Gußmann Senior. 

Wenn mehrere Generationen gemeinsam arbeiten, biete das auch Potential für Meinungsverschiedenheiten, erzählt Bodo Gußmann: "Wir haben bei manchen Diskussionen das ein oder andere graue Haar bekommen, aber das hält auch fit, wie Sie bei meinem Vater sehen können". Trotz Ruhestand möchte dieser jedoch weiterhin aktiv bleiben: "Ich bin ein Bewegungstyp, still sitzen kann ich nicht". Für die nahe Zukunft plant Gußmann Senior einige Reisen und hat sich vorgenommen, sich sportlich mehr zu betätigen. Der Firma wird er, trotz Ruhestandes, weiterhin mit Rat und Tat bei Bedarf zur Seite stehen und dieser ab und an einen Besuch abstatten - schließlich habe er auch immer noch einen Schlüssel für das Büro. Seinem Ruhestand blickt er dennoch wohlwollend entgegen: „60 Jahre reichen auch, da kann man sich ja auch mal zurücklehnen“.     


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