Von Star Wars bis Power Rangers SciFi-Event für den guten Zweck im Osnabrücker Haus der Jugend

Foto: David EbenerFoto: David Ebener 

Osnabrück. Am Samstag wurde die Osnabrücker Altstadt zum Nerd-Paradies: Das "Starbase"-Event lockte Science-Fiction-Fans mit und ohne Verkleidung ins Haus der Jugend.

Der Imperator kommt aus Hilter, das muss reichen. "Meinen Namen möchte ich nicht so gerne in der Zeitung sehen, das lesen ja auch meine Kollegen." In Star Wars ist der Imperator - bürgerlich Sheev Palpatine - das personifizierte Böse, in Osnabrück hadert er mit seiner Latex-Maske, die ihn ein wenig beim Sprechen hindert. Seine rot glühenden Kontaktlinsen gehören eigentlich zu der Figur Darth Maul, aber der Mantel - der ist sogar eine absolut originalgetreue Nachbildung.

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Neben dem Imperator steht Reinhard. Unverkleidet, gut gelaunt, aber auch ziemlich im Stress; denn Reinhard, Nachname Prahl, hat das "Starbase"-Event organisiert. Das Treffen von Science-Fiction-Fans und Cosplayern (also Fans, die eine Film- oder Comicfigur originalgetreu nachstellen) aus ganz Nordwestdeutschland dient übrigens einem guten Zweck: Der Reinerlös geht an die DKMS, früher "Deutsche Knochenmarkspenderdatei". Das ist nicht nur heute so, sondern immer, wenn der von Mitgliedern zahlreicher Fangruppen aus Recklinghausen, Duisburg, Essen, Münster und Osnabrück gegründete Verein etwas veranstaltet.


Ist der Werwolf überhaupt gechipt?

"Für die Kinderkrebshilfe spenden sehr viele. Wir wollen die DKMS unterstützen und die Leute darauf aufmerksam machen, wie sehr man anderen helfen kann, wenn man sich typisieren lässt", sagt Reinhard Prahl. 

Im Haus der Jugend gibt es deshalb einen Informationsstand der DKMS, hier sitzt und informiert unter anderem der Wallenhorster Christian Crone, der vor sechs Jahren Stammzellen gespendet hat.


Für kleine Kinder ist der eine oder andere Gast des Events durchaus eine Herausforderung; neben dem Imperator hat vor allem ein knapp zwei Meter großer Werwolf das Potenzial zu verstören. "Ich habe gerade schon gesagt, den soll mal einer kontrollieren. Der ist doch bestimmt nicht gechipt!", sagt Luke Wiggens. Er steckt im Kostüm eines Power Rangers, was folgende Frage aufwirft: Warum? Was fasziniert einen erwachsenen Mann an den Power Rangers? "Es wird nicht darauf geachtet, welche Nationalität du hast! Es spielt keine Rolle, ob du männlich, weiblich oder mittlerweile auch divers bist." Unter dem Helm und in der Power-Rangers-Uniform sind alle gleich, daran besteht tatsächlich kein Zweifel.

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Fünfeinhalb Stunden in der Maske

Bei Thomas Lindlau ist die Frage, warum er das Outfit von Luke Skywalker aus "Star Wars: Das Erwachen der Macht" trägt, eigentlich überflüssig - denn er sieht einfach genau so aus wie Mark Hamill. "Bevor ich einen Vollbart hatte, hat das niemand gesagt." Nachdem er sich die Gesichtsbehaarung zugelegt hatte, kam aber sofort ein Kollege auf ihn zu und verwies ihn auf die Ähnlichkeit. "Und dann dachte ich mir: Okay, probiere ich es mal aus. Und es ist gut angekommen." Selbst eine so weltbekannte Figur wie Luke Skywalker ist allerdings nicht jedem bekannt. "Ich wurde auch schon als Yoda angesprochen, was ich besonders lustig finde." 

Neben den Cosplayern haben die Organisatoren auch einige Science-Fiction-Darsteller nach Osnabrück gelockt. Unter ihnen ist Jerome St. John Blake, der in insgesamt sieben Star-Wars-Filmen kleine Rollen spielte - stets so kostümiert, dass ihn selbst seine Mutter nicht erkannt haben dürfte. Für seine Rolle als Orn Free Taa in Episode I habe das Schminken fünfeinhalb Stunden gedauert. "Und die Maskenbildner, die waren dabei zu dritt!"

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