Osnabrücker zeigten Umweltbewusstsein So viele Teilnehmer wie nie beim 8. Stadtputztag

„Gemeinschaft erleben“ mal anders: Der Verein Juma e.V. hatte beim Stadtputztag genauso viel Spaß wie sonst bei den gemeinsamen Sport-, Film- ,und Spiele-Treffen. Die jungen Vereinsmitglieder ließen die Iburger Straße wieder sauber aussehen. Foto: Carolin Hlawatsch„Gemeinschaft erleben“ mal anders: Der Verein Juma e.V. hatte beim Stadtputztag genauso viel Spaß wie sonst bei den gemeinsamen Sport-, Film- ,und Spiele-Treffen. Die jungen Vereinsmitglieder ließen die Iburger Straße wieder sauber aussehen. Foto: Carolin Hlawatsch

Osnabrück. Gemeinsamen Einsatz für die Umwelt zeigten am Samstag über 4800 Teilnehmer des achten und aufgrund des regen Interesses bisher größten Stadtputztages in Osnabrück.

Schulen, Kitas, Vereine und andere Gruppierungen sammelten an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet den Müll auf, der achtlos an den Straßenrand geworfen war, auf den Gehwegen und in den Grünflächen lag. An den Unrat, der in der Hase schwimmt oder der sich an ihren Uferböschungen verfangen hat, kam am besten der Wassersportverein Osnabrück e.V. zusammen mit dem Osnabrücker Kanuclub heran. 25 Wassersportler waren dafür, wie schon in den Vorjahren, an mehreren Flussabschnitten, in Booten unterwegs. Vereinsmitglied Manfred Lammers begleitete die Paddler am Ufer mit dem Fahrrad um die vollen Müllbeutel anzunehmen oder, so wie nahe der Neuen Mühle, zwei Fahrräder mit Hilfe von Seilen aus dem Wasser an Land zu ziehen. Ein Passant hatte uns auf eines der Räder aufmerksam gemacht“, berichtete er, bevor es weiter ging in Richtung Pernickelmühle wo Jörg Klasmeier vom Institut für Umweltsystemforschung der Universität Osnabrück auf die Kanufahrer wartete. Anstatt Müll, sammeln Klasmeier und sein Team seit eineinhalb Jahren Daten über die Müllanteile, die ein Fluss wie die Hase ins Meer einträgt. 

Müll sammeln auf und an der Hase – das übernahm der Wassersportverein Osnabrück e.V. zusammen mit dem Osnabrücker Kanuclub. Stadtbummler die vom Stadtputztag noch nichts gehört hatten, wurden durch die eifrigen Paddler darauf aufmerksam. Foto: Carolin Hlawatsch

Entlang der Iburger Straße waren 16 junge Mitglieder von „Juma e.V.“ (Jugend muslimisch aktiv) mit Sammelzangen und Mülltüten unterwegs und freuten sich über viel Lob der Passanten für ihren Einsatz. „Sauberkeit kommt vom Glauben, besagt eine Überlieferung des Propheten Muhammad und diese Aussage ist unsere Motivation beim Stadtputztag mit anzupacken“, erklärten Ömer Savaser, Jugendvorsitzender bei Juma e.V. und Akin Aydin, Juma-Jugendreferent. Sperrigster Fund der Gruppe war ein Einkaufswagen, den sie direkt zum E-Center zurück brachten, wo sich Filialleiter Guido Loheider freudig bei ihnen bedankte. 

Zwei Fahrräder und jede Menge anderes Weggeworfenes fischten die Mitglieder des Wassersportvereins Osnabrück e.V. beim Stadtputztag im Bereich der Neuen Mühle aus der Hase. Foto: Carolin Hlawatsch

Nach einem Vormittag voller Umwelt-Engagement trafen die Teilnehmer gegen 13 Uhr nach und nach auf dem Rathausplatz ein. Dort hielten die Osnabrücker Servicebetriebe, die den Stadtputztag organisieren, für alle einen Mittags-Snack bereit. Beim angeregten Erlebnisaustausch stellte sich heraus, dass den Grundschülern der Drei-Religionen-Schule, der wohl merkwürdigste Fund des diesjährigen Putztages gelang: Sie fanden neben verfaulten Kissen und anderem Müll eine Pistolenpatrone. Aber auch Birgit Schad aus Wallenhorst, Gründerin der „City Cleaners Germany“ und ihre sieben Begleiter hatten am Ende kurioses zu verzeichnen: „Wir sammelten in Pye und fanden dort in Plastik verpackten Käse“. 

Die „City Cleaners Germany“, die vor drei Wochen bereits ein „Clean-Up“ des Osnabrücker Hyde Park Areals durchführten, waren zum ersten Mal mit von der Partie. Genauso der Verein Ozeankind, der mit vielen kleinen Aktionen weltweit 33 Tonnen Müll in den letzten Monaten einsammelte. „80 Prozent der Teilnehmer sind Wiederholungstäter und dann kommen immer wieder neue Leute hinzu“, freute sich Katrin Hofmann von den Osnabrücker Servicebetrieben. Letztes Jahr machten 3600 Menschen mit, dieses Mal waren es über 4800, darunter 18 Kindergärten und 25 Schulen. „Vielleicht sind die steigenden Teilnehmerzahlen, durch das wachsende Bewusstsein rund um das aktuelle Thema Plastikmüll zu erklären“, mutmaßt Katrin Hofmann. 

Beim Abschlussfest des Stadtputztags dankte Bürgermeister Burkhard Jasper (rechts) allen Engagierten. Die erstmals teilnehmenden Vereine Ozeankind e.V., hier vertreten durch Michael und Marina Schmidt (links) sowie „City Cleaners Germany“, vertreten durch Gründerin Birgit Schad (rechts) stellten sich vor und gaben Tipps zur Abfall-Vermeidung. Foto: Carolin Hlawatsch

Nach Stärkung und Erlebnisaustausch wurden die Teilnehmer mit gespendeten Gewinnen aus der Tombola belohnt, darunter ein E-Bike, zwei Klassenfahrten, Frühstücks- und Theater-Gutscheine. Seit 2012 veranstalten die Osnabrücker Servicebetriebe den Stadtputztag immer kurz vor den Osterferien. Unter dem Motto „Der Norden räumt auf“ führten zeitgleich auch Hamburg, Bremen und Oldenburg kollektive Müllsammelaktionen durch. Zusammen mit anderen Städten konnte, laut Osnabrücker Servicebetriebe, dieses Jahr die 160.000-Teilnehmer- und 400-Tonnen-Abfall-Marke aus 2018 geknackt und werden. 


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN