Selbstgemachtes aus Kupfer Mehr als 70 Schüler werden aktiv beim Zukunftstag von Kabelmetall

Bis zum fertigen Kreisel lernten die Teilnehmer des Zukunftstags bei KME die einzelnen Arbeitsschritte kennen.  Foto: Swaantje HehmannBis zum fertigen Kreisel lernten die Teilnehmer des Zukunftstags bei KME die einzelnen Arbeitsschritte kennen. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Ob im Büro, in der Praxis oder hinter dem Verkaufstresen: An vielen Betrieben in Stadt und Landkreis Osnabrück nahmen am gestrigen Zukunftstag Kinder Einblicke in Berufe. So auch bei Kabelmetall (KME) in der Gartlage, wo 71 Schüler der fünften bis achten Klasse eine Ahnung davon bekamen, wie dort die Ausbildung aussieht.

Die Ausbilder hatten frei, während die Auszubildenden einen halben Tag lang ihren Job übernahmen. Denn am Zukunftstag bei KME Germany wurden mehr als 70 Schüler in der Lehr- und Ausbildungswerkstatt durch vier verschiedene Stationen geführt. Nicht nur zugucken, sondern unter fachkundiger Anleitung und Aufsicht selbst Hand anlegen und die Endprodukte als Erinnerung mit nach Hause nehmen: Das ist das Ziel an diesem besonderen Schnuppertag für Schüler, an dem KME sich seit seinen Anfängen beteiligt, als er noch Girl´s Day hieß und allein Mädchen vorbehalten. Seit auch Jungs sich anmelden können, sei die Nachfrage gestiegen, verrät Ausbildungsleiter Lars Schönball. Immerhin rund ein Viertel der Teilnehmer in diesem Jahr sind aber weiblich – und staunen genauso darüber, was man aus Kupfer so alles herstellen kann wie ihre männlichen Mitschüler.  

Ausbildung im Zeitraffer

In kleinere Gruppen aus jeweils etwa neun Personen wurden sie aufgeteilt, um an einem einzigen Vormittag eine Art Mini-Ausbildung zu absolvieren. Dabei lernten sie etwa die verschiedenen Arbeitsschritte kennen, die notwendig sind, um einen kleinen Kupferkreisel als Spielzeug herzustellen, das sich selbst auf den Kopf stellt, wenn man nur schnell genug dreht. Per sogenannter Zerspahnung fertigten die Schüler auch Schlüsselanhänger an, in die ihre sie ihre zuvor in eine Maschine eingegebene Namen eingravieren lassen und danach selbst auf Hochglanz polieren konnten. Einen weiteren Grundlehrgang lernten sie an Übungspanels kennen, mit denen sie eine Platine mit batteriebetriebener Blinkleuchte anfertigten. Weichgekühlte Kupferscheiben dienten zudem als Rohlinge für historische Broschen, die in einer Kolbenstange in Form gepresst wurden. Auch bei Gestaltung von Kerzenständern mit eingeritztem Namen erfuhren die Teilnehmer so praktisch wie anschaulich, dass Kupfer an sich ein relativ weiches Material ist, dass nicht nur, wie etwa bei Münzen, durch die Beimischung von Nickel und Chrom legiert, sondern auch durch buchstäblich hammermäßige Verformungen erhärtet werden kann. 

Einen Schlüsselanhänger mit ihrem Namen fertigt Arina (12) als Erinnerung an den Zukunftstag bei KME. Foto: Swaantje Hehmann


Eltern am Arbeitsplatz besucht

Bei der Mehrzahl der teilnehmenden Schüler handelte es sich um Kinder von KME-Beschäftigten, die in den meisten Fällen erstmals auch die Arbeitsplätze ihrer Eltern besichtigen konnten. Aber auch rund 15 „Fremde“ hatten die Gelegenheit, die Produktion und die Ausbildung in der Kupferverarbeitung kennenzulernen. Vom Industriemechaniker über den Elektroniker und Verfahrenstechnologen bis hin zum Zerspahnungsmechaniker, der früher einmal Dreher und Fräser hieß, reichen die Ausbildungsberufe, die bei KME erlernt werden können. In der eigenen Werkstatt werden derzeit etwa 50 Fachkräfte pro Jahr ausgebildet. Der Schwerpunkt des Unternehmens, das rund 1800 Mitarbeiter beschäftigt, hat sich inzwischen von der Kupferrohr – und Kabelproduktion auf die Versorgung der Automobilindustrie mit allem, was aus Kupfer ist, verlagert.


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