Von der Leipziger Buchmesse nach Osnabrück Ärzte-Schlagzeuger Bela B. besucht "Producers"-Premiere

Hier auf dem Blauen Sofa des ZDF auf der Leipziger Buchmesse, tags darauf bei der "Producers"-Premiere im Theater Osnabrück: Ärzte-Schlagzeuger Bela B. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpaHier auf dem Blauen Sofa des ZDF auf der Leipziger Buchmesse, tags darauf bei der "Producers"-Premiere im Theater Osnabrück: Ärzte-Schlagzeuger Bela B. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Osnabrück. Es macht die Premiere von "The Producers" nicht besser - sie war ja erstklassig. Aber einen besonderen, wenn auch leisen Akzent hat Premierengast Bela B. am Samstag im Theater schon gesetzt. Aber was führt den "Ärzte"-Schlagzeuger nach Osnabrück?

Bei einer Musiktheaterpremiere in Berlin wäre Bela B. ein extravaganter Mann unter vielen - vielleicht. Er trägt einen braunen Anzug mit weißen Nadelstreifen, lila Hemd, Krawatte mit Krawatten-Nadel, dazu markante Ringe an den Finger beider Hände und auffällige Rine in den Ohren. Im nach oben gekämmten Haarschopf erkennt man den Punk, am dünnen Clark-Gable-Schnurrbart den Hang zum Dandy - so jemand zieht auch bei einer Berliner Premiere die Blicke auf sich. Und am Theater Osnabrück sowieso.

Wer kennt Die Ärzte?

Dabei will der Mann ganz offensichtlich gar nicht auffallen. Bela B. ist weder nach Osnabrück gekommen, um seinen Roman-Erstling "Scharnow" zu promoten - das hat er tags zuvor auf der Leipziger Buchmesse getan -, noch um fürs neue "Ärzte"-Album zu werben, das demnächst erscheint. Nein, zur Premiere von "The Producers" ist er ganz privat erschienen. Vor der Vorstellung steht er im unteren Foyer am Rand, während der Vorstellung sitzt er in Reihe sechs im Parkett still neben seiner Begleiterin und verfolgt die "Producers" in der Inszenierung von Schauspielchef Dominique Schnizer.

Dabei erkannten wohl die wenigsten den Musiker, Autoren und Schauspieler: Der Großteil des Theaterpublikums ist vermutlich zu alt für den Punk der "Ärzte" und die Generation Praktikum zu jung. Damit wird die Schnittmenge zwischen dem Osnabrücker Theater- und dem Ärzte-Publikum denkbar klein.

Privatsache

Was aber treibt nun den Mann ins Osnabrücker Theater? Die Antwort könnte Regisseur Dominique Schnizer geben, doch der sagt: "Kein Kommentar" - Privatsache. Aber das Online-Portal nachtkritik.de plaudert aus, was Schnizer verschweigt: Dort findet sich eine Besprechung des Stücks "Spiel's noch einmal" vom Februar 2010, der erste Teil einer Theaterserie nach dem Kultfilm "Casablanca", die Schnizer fürs Deutsche Schauspielhaus Hamburg inszeniert hat. Dort hat Bela B. "seine erste Theaterrolle" als Killer "im schwarzem Anzug und mit weißer Nelke im Knopfloch", schreibt "nachtkritik.de" - vielleicht der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. 

Doch so wenig Schnizer erzählt: Er sagt dann doch, dass Bela B. nicht der einzige Premierengast aus Hamburger Schauspielhaus-Tagen war: Auch Schauspieler Michael Prelle war zur Premiere nach Osnabrück gekommen. Darüber habe sich vor allem Oliver Meskendahl gefreut, der fulminante Darsteller des Leo Bloom. Meskendahl habe Prelle als junger Schauspielpraktikant am Theater Bonn kennengelernt, und sei seit dieser Zeit ein großer Michael-Prelle-Fan. Auf der Premierenfeier sind der Fan und sein Idol ins Gespräch gekommen - wer weiß, vielleicht begann da eine weitere große Freundschaft.

Promi-Gast bei der Premiere von "The Producers": Michael Prelle (links), hier mit Peter Jordan im Tatorrt "Feierstunde" aus dem Jahr 2016. Foto: WDR/Wolfgang Ennenbach


The Producers

Die nächsten Vorstellungen
Freitag, 29.3., Freitag, 5.4., Sonntag 7.4., jeweils 19.30 Uhr. Kartentelefon: 0541 7600076 - www.theater-osnabrueck.de



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