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Das sagen Experten Gibt es zu viele Bäckereien in der Osnabrücker City?


Osnabrück. An Brot, Brötchen und süßen Teilchen herrscht kein Mangel: In der Osnabrücker Innenstadt zwischen Neumarkt und Krahnstraße befinden sich ein knappes Dutzend Bäckereien beziehungsweise Backshops. Sind das nicht viel zu viele? Wir haben die Distanzen zwischen den Läden abgeschritten und mit Experten gesprochen.

Unsere Tour beginnt am Neumarkt mit der Coors-Filiale, die momentan mitten in einer Großbaustelle liegt. Von hier sind es 140 Schritte bis zur „Back Factory“ in der Großen Straße, die zugleich ein beliebter Treffpunkt zu sein scheint: Bei gutem Wetter sind sämtliche Tische vor dem Geschäft besetzt.

Foto: Hendrik Steinkuhl

Nun geht es durch die Passage Richtung Kamp-Promenade. Nach 170 Schritten erreichen wir die zentral gelegene Filiale der Stadtbäckerei, die zum Osnabrücker Familienunternehmen Coors gehört.

Foto: Hendrik Steinkuhl

Man könnte das nächste Ziel nun von hier aus direkt ansteuern. Aber wir entscheiden uns dafür, noch einmal von der „Back Factory“ aus zu starten und sind anschließend nach 255 Schritten am Adolf-Reichwein-Platz, wo eine Filiale der regionalen Großbäckerei Middelberg das Ladengeschäft übernommen hat, in dem zuvor jahrzehntelang der Zeitungshändler Mölk saß.

Foto: Hendrik Steinkuhl

48 Schritte von Coors bis zu Brinkhege

Wir drehen wieder um, laufen den Jürgensort zurück, biegen nach links ab – und erreichen nach 135 Schritten und in absolut zentraler Lage in der Großen Straße eine weitere Coors-Filiale.

Foto: Hendrik Steinkuhl

Von hier aus sind es lediglich 48 Schritte bis zum Brinkhege-Verkaufsstand am Eingang der L&T-Markthalle.

Foto: Hendrik Steinkuhl

 Knapp 15 Schritte sind es von hier bis zum nächsten Brinkhege im Inneren der Markthalle.

Foto: Hendrik Steinkuhl

Wir verlassen diese wieder, wenden uns auf der Großen Straße nach rechts, überqueren den Nikolaiort und erreichen in der Krahnstraße, und zwar im Eingang des Allfrisch-Marktes, einen Verkaufsstand der Bäckerei Wellmann.

Foto: Hendrik Steinkuhl

Folgt man von hier aus weiter der Krahnstraße und biegt dann links in die Hakenstraße, kommt man nach 150 Schritten zu einer weiteren Filiale der Stadtbäckerei, die direkt gegenüber der Bushaltestelle Nikolaizentrum liegt.

Foto: Hendrik Steinkuhl

Ein gutes Dutzend Bäcker in der Innenstadt

Geht man nun die Dielingerstraße Richtung Altstadt und biegt an der Kreuzung nach rechts, steht man nach 160 Schritten vor noch einer Filiale der Osnabrücker Bäckerei Wellmann.

Foto: Hendrik Steinkuhl

Nun gehen wir über den Zebrastreifen in die Krahnstraße und kommen nach 105 Schritte beim Café Läer an, dem letzten Ziel unserer kleinen Bäckereien-Tour.

Foto: Hendrik Steinkuhl

Dass die Deutschen eine große Vorliebe für Backwaren haben, ist allgemein bekannt. Viele Menschen essen die kohlenhydratreiche Kost über den ganzen Tag verteilt, vom Frühstücksbrötchen mit Marmelade über das belegte Baguette zum Mittag und eine Pizzaschnecke als Pausen-Snack bis hin zur Käsestulle am Abend. Aber ist das Osnabrücker Angebot nicht doch ein bisschen zu groß?

Die von uns befragten Experten sehen das nicht so. „Es gibt doch eigentlich ein Ideal, dass man aus der Wohnung geht und dann in ein paar Schritten beim Bäcker ist. Deshalb sehe ich da überhaupt kein Problem“, sagt Marina Heuermann, Geschäftsführerin der Osnabrücker Wirtschaftsförderung (WFO). Dass in der Innenstadt nur verhältnismäßig wenige Menschen wohnen, hält sie für kein geeignetes Gegenargument. „Das stimmt, aber dafür arbeiten dort viele.“

„Das ist ein vertretbares Maß“

Auch Andreas Grüß vom Osnabrücker Immobilienmakler Lührmann glaubt nicht, dass es in der Osnabrücker Innenstadt zu viele Bäckereien und Backshops gibt. „Das ist ein vertretbares Maß, und alle haben ihre Berechtigung.“ Die Coors-Filiale am Neumarkt etwa versorge unter anderem viele Menschen, die dort in die Busse steigen, das gleiche gelte für die noch relativ neue Middelberg-Filiale am Adolf-Reichwein-Platz. „Im Grunde haben alle Bäckereien und Backshops in der Innenstadt einen Solitärstatus.“

Auch Sascha Coors von der gleichnamigen Osnabrücker Bäckerei kommt nicht zu dem Ergebnis, dass es in der Innenstadt ein Überangebot an Bäckern und Backshops gibt. Die Coors- und Stadtbäckerei-Filialen liefen gut, Absatzprobleme durch zu viele Mitbewerber gebe es nicht. „Wenn wir in der Innenstadt weniger Zulauf haben, dann hat das nur einen Grund: die katastrophale Verkehrslage.“


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