Musik im alten Beton „Lauter Speicher“ in Osnabrück offiziell als Proberaumzentrum eröffnet

Es wird laut: Proberaum im "Lauten Speicher" am Hafen.  Foto: Jörn MartensEs wird laut: Proberaum im "Lauten Speicher" am Hafen. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Zusammen mit Handwerkern, Musikern, Politikern und Vertretern der Stadtverwaltung feierte die Investorengruppe, die die ehemaligen Getreidespeicher im Hafen erworben hat, die Fertigstellung des „Lauten Speichers“.

Der Blick aus dem Fenster fasziniert: Glutrot geht die Sonne über dem Hafenbecken unter. Besucher zeigen sich begeistert vom Ausblick, schlendern durch die Flure, inspizieren Räume. Ein Schild an einer Tür verweist auf künftige Aktivitäten: „Rocky Beach kommt am 1. April“. Noch ist der Raum dahinter verwaist, doch schon bald bilden hier Verstärker, Gitarren, Schlagzeug und Mikrophone die Kulisse - wenn nämlich die Band Rocky Beach ihren neuen Proberaum im „Lauten Speicher“ bezogen hat.


Bald kommt Rocky Beach ... Foto: Jörn Martens


Mehr als 50 Bands

Rocky Beach ist eine von mehr als 50 Bands, die künftig in dem neuen Proberaumzentrum ihren musikalischen Aktivitäten nachgehen. Anlässlich des Einzugs der meisten Bands und der nahezu abgeschlossenen Renovierungsarbeiten haben die neuen Eigentümer eine Eröffnungsparty organisiert. Mehr als 400 Gäste sind der Einladung gefolgt: Handwerker, Musiker, Politiker und Vertreter der Stadtverwaltung machen sich mit dem Gebäude vertraut, das mit seinem gelben Anstrich und den grünen Fenstern erhaben über dem Hafengelände thront.

Außenansicht. Foto: Jörn Martens


Kreativareal im Hafen

„Wieso kauft man sich so viel alten Beton, der auch noch denkmalgeschützt ist?“ Mit dieser Frage begrüßt Max Lingens die Gäste im Speicher. Zusammen mit seinem Bruder Benedictus sowie mit Martina Bensmann-Krebs und Matthias Folkers bilden sie die Investorengruppe, die die alten Speichergebäude erwarben, um sie in ein Kreativareal im Hafen umzuwandeln – und um gleichzeitig die desolate Proberaumsituation in der Stadt abzumildern, die durch den Wegfall verschiedener Proberaumzentren entstanden war. 

Herzensangelegenheit

Die Frage nach dem Grund ihres Engagements beantwortet Lingens, indem er das Projekt als „ihre Herzensangelegenheit“ bezeichnet. Wer ihn gesehen hat, wie er während der Sanierung des Gebäudes selbst anpackte und auch den Baukran bediente, glaubt, dass es den jetzigen Vermietern nicht nur um die Rendite geht. „Eine Vision, Mut, Gottvertrauen und vor allem ein gutes Team“ sei nötig gewesen, um dieses Projekt zu realisieren, sagt Lingens und bedankt sich ausdrücklich bei allen Bauarbeitern, die einen zügigen Sanierungsverlauf ermöglicht hätten. Auch die Kooperation mit Denkmalpfleger Ansgar Westermeyer sei sehr konstruktiv gewesen.

Zufriedene Gesichter: (von links) die Macher Max und Benedictus Lingens, Martina Bensmann-Krebs, Matthias Fockers, Wolfgang Beckermann und Patricia Mersinger. Foto: Jörn Martens


Unterschied zwischen kommunalem und privaten Engagement

„Wenn die Stadt hier aktiv geworden wäre, wie es zunächst einmal geplant gewesen ist, hätten wir vermutlich noch nicht einmal mit dem Ausschreibungsverfahren für die Bauarbeiten begonnen“, erklärt Stadtrat Wolfgang Beckermann in seinem Grußwort den Unterschied zwischen kommunalem und privaten Engagement. Umso mehr zeigt er sich begeistert, dass die ursprünglich von Patricia Mersinger, der Leiterin des Fachbereichs Kultur, sowie Holger Schwetter vom Verein „K-Quadrat“ entwickelte Idee von einem Kreativareal im Hafen durch die Eröffnung des Speichers der Realisierung ein ganzes Stück näher gerückt sei.


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