Explosion der Farben Acht Positionen der Malerei in der Galerie W in Osnabrück

In der Galerie W am Heger-Tor-Wall 26 präsentieren Künstler unterschiedliche Positionen der Malerei. Foto: Gert WestdörpIn der Galerie W am Heger-Tor-Wall 26 präsentieren Künstler unterschiedliche Positionen der Malerei. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Auf unterschiedliche Art nähern sich junge Künstler in der Osnabrücker Galerie W der klassischen Gattung der Malerei.

Jeder Künstler hat seine eigene Art, mit Farbe umzugehen: Der eine wirft sie in dicken Klecksen auf die Leinwand, andere benutzen sie sparsam, um geradezu durchscheinend Landschaften zu kreieren, wieder andere platzieren sie mithilfe eines Spachtels zu einem fein gearbeiteten Relief.

Mal abstrakt, mal kritisch

Wie unterschiedlich Künstler mit ihrem Werkstoff umgehen, kann man zurzeit in der Galerie W erkunden. Galeristin Silke Wulf hat acht junge Künstler ausgewählt, die sich der klassischen Gattung der Malerei widmen. Ob im Farbeinsatz pastos, lasierend oder autonom, ob gegenständlich oder abstrakt, ob der Landschaft verbunden oder kritische Inhalte transportierend, es gibt keine Klammer, die sich um die gezeigten Arbeiten legen lässt – außer dass es sich um sehr unterschiedliche Postionen moderner Malerei handelt.

Eine üppig wirkende Dame dreht sich in einem Strudel aus Stoff und Blumen durch die Luft und man ist an barocke Motivik erinnert. Lennart Grau heißt der Künstler, der in den Tiefen der Kunstgeschichte wildert, um seine ganz eigene Bildsprache zu entwerfen. In dem Bild „Relicts of a portait“ entfernt er sich mehr und mehr vom Gegenständlichen, um mit „The fading“ komplett in eine abstrakte Landschaft zu driften, in der die Farbe zum dominanten Bildinhalt wird.

Foto: Gert Westdörp

Der schwelgerische Umgang mit Farbe führt bei Jochen Schambeck zur Auflösung der Grenze zwischen zweidimensionaler Malerei und dreidimensionaler Bildhauerei. Seine „Take Outs“ sind die konsequente Fortführung der Malerei mit anderen Mitteln: Pastos gemalte florale Motive werden zu Blumenskulpturen aus Farbe.

Ikonen der Konsumgesellschaft

Robert Matthes, ein Künstler aus Essen, kommt von der Street Art. Graffitis, religiöse Konnotationen und die bildhafte Verwendung von Ikonen der Konsumgesellschaft lassen seine Werke zu grellen Appellen werden, sich kritisch mit den Entwicklungen auseinanderzusetzen, die unsere Gesellschaft prägen.

Foto: Gert Westdörp

In Fantasiewelten entführt dagegen Andrea Damp, derweil sich Konstantin Déry, Nico Mares, Gisela Krohn und Hermann Reimer aus vollkommen unterschiedlichen Perspektiven der Landschaft widmen.

Galerie W (Heger-Tor-Wall 26): “Painting…”, Malerei von Andrea Damp, Konstantin Déry, Lennart Grau, Gisela Krohn, Nico Mares, Robert Matthes, Hermann Reimer, Jochen Schambeck. Bis 27. April, Mi-Fr. 14-18 Uhr, Sa. 10-15 Uhr und nach Vereinbarung (Tel.: 0541 93397950)


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