Gesamterlös 821 Euro Stadt Osnabrück versteigert Räder und weitere Fundsachen

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Osnabrück. Fahrräder, Damenkleidung und mehrere VfL-Schals: Bei der traditionellen Versteigerung des Osnabrücker Fundbüros sind jetzt wieder die unterschiedlichsten Fundsachen unter den Hammer gekommen.

Dutzende Versteigerungen hat Dietmar Erk schon hinter sich gebracht, da kann man auch mal vom üblichen Prozedere abweichen. "Ich habe mir überlegt, dass ich heute mit einem Witz anfange!" Der Witz handelt von einem Gespräch zwischen Wladimir Putin und Donald Trump, letzterer meint die Überlegenheit seiner Nation damit belegen zu können, dass man demnächst auf der Sonne lande. Putins Einwand, das sei doch viel zu heiß, kontert der amerikanische Präsident mit der Aussage: "Wir landen nachts." 


Der Witz erfüllt seinen Zweck, und nachdem Dietmar Erk darauf hingewiesen hat, dass er Hörgeräteträger ist und man deshalb die Gebote doch bitte laut abgeben möge, startet die Auktion, die heute im Stadthaus 1 stattfindet. Zunächst kommen die sogenannten Wundertüten unter den Hammer, also blaue Müllsäcke, die mit einer bunten Mischung aus Fundsachen gefüllt sind. 

"Ich lese den Inhalt nur auszugsweise vor, sonst sprengt das den zeitlichen Rahmen", kündigt Dietmar Erk an. In Tüte Nummer eins befinden sich - unter anderem - eine Umhängetasche, Arbeitshandschuhe, ein original verpacktes, 85 Euro teures Damen-Parfum, ein Stativ, eine Damen-Wetterjacke, ein Schweizer Taschenmesser und ein Glätteisen. Das Interesse ist noch verhalten, nur ein paar Gebote werden abgegeben, der Hammer fällt schließlich bei 22 Euro. "Das Damenparfum ist doch schon 85 Euro wert", raunt ein älterer Herr im Gespräch mit einem anderen Herren.

Wundertüten mit VfL-Schals

In der nächsten "Wundertüte" stecken neben Tischtennisschlägern und einem Rucksack auch ein VfL-Schal, was den städtischen Auktionator Dietmar Erk zu der Anmerkung verleitet: "Der ist dann schon für die zweite Liga." In einer weiteren Wundertüte ist erneut ein VfL-Schal, und Dietmar Erk, der heute den Schalk im Nacken hat, wird nun forsch: "Und der ist dann schon für die Bundesliga!" Fünf Plastikbeutel mit gemischtem Inhalt werden insgesamt versteigert, dabei kommen 134 Euro für die Kasse der Stadt zusammen.

Nach einer kleinen Pause kommen die im Foyer aufgebauten Fundräder unter den Hammer. "Ein wichtiger Hinweis: Wir versteigern die Fahrräder genau in dem Zustand, in dem wir sie aufgefunden haben", sagt Dietmar Erk. Die Auswahl der Räder, die eine halbe Stunde vor dem Beginn der Auktion besichtigt werden konnten, ist bunt. Ein Herrenrad ohne Gangschaltung wird von einem Mann mittleren Alters für 31 Euro ersteigert, ein Hollandrad mit Korb und Plastik-Efeu am Lenker, das einer jungen Frau gehört haben dürfte, kommt für 60 Euro unter den Hammer. Die 23 Räder, die Dietmar Erk heute versteigert, bringen am Ende 687 Euro ein. Zusammen mit dem Erlös für die "Wundertüten" ergibt sich für die Stadt also ein Erlös von 821 Euro.

Wie ist das Ergebnis im Vergleich zu früheren Auktionen zu bewerten? "Da jede Auktion anders verläuft, kann hier kein allen Auktionen gerecht werdender verbindlicher Vergleich gezogen werden", sagt Monika Nestmann vom Presseamt der Stadt Osnabrück auf Anfrage unserer Redaktion. "Im Schnitt werden bei einer Auktion zwischen 1200 bis 1500 Euro eingenommen. Ausreißer nach oben wie nach unten sind – abhängig von den zur Versteigerung anstehenden Fundsachen – möglich."









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