„Wenig Arbeit, viel Geld“ Satiriker Martin Sonneborn am Mittwoch in der Osnabrück-Halle

Auf „Krawall und Satire“ ist Martin Sonneborn aus, wenn er am Mittwoch nach Osnabrück kommt. Foto: Gregor Fischer/dpaAuf „Krawall und Satire“ ist Martin Sonneborn aus, wenn er am Mittwoch nach Osnabrück kommt. Foto: Gregor Fischer/dpa

Osnabrück. Als er selbst noch Schüler war, hätte sich Martin Sonneborn wohl an den Freitags-Demos in Osnabrück beteiligt. Jüngst stellte der Satiriker und Europa-Politiker Schülern ein Entschuldigungsschreiben aus. Am Mittwoch, 27. März, hat er etwas anderes in der Osnabrück-Halle vor.

Sein Abitur hat Martin Sonneborn an der Ursulaschule in Osnabrück bestanden. In der Hasestadt absolvierte er auch eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann. Zuletzt war er im November 2018 in Osnabrück. Spontan machte er Station im Grand Hotel, wo er Wahlkampf für sich und sich über Osnabrück lustig machte. So hielt er den Besuchern ein Plakat seiner Partei „Die Partei“ vor, auf dem der Spruch „Wer das liest ist dorf“ zu lesen war. Das sei extra für die ländliche Bevölkerung, also „Umlandtypen wie Sie“ gemacht worden, richtete sich Sonneborn an seine Gäste.

Bissiger Humor

Die Strategie für die Europawahl, die Sonneborn gewählt hat, richtet sich aber nicht nur an die Landbevölkerung. Der Berliner Zeitung erzählte der Satiriker, alle EU-Kandidaten seiner Partei seien nach ihren Nachnamen aus dem Mitgliedsregister ausgewählt worden. Und die heißen nun „Bombe, Krieg, Göbbels, Göring, Speer, Bormann, Eichmann, Keitel, Heß.“ Damit sollten die Stimmen von AfD-, Pegida- und CSU-Freunden gesichert werden, erklärte Sonneborn dem Blatt.

Was er am Mittwoch in der Osnabrück-Halle macht, ist am Titel seines Programms abzulesen: „Krawall und Satire“. Die Frage sei erlaubt, welche Unterschiede es zwischen seinen Tätigkeiten als Politiker und Satiriker gibt.

Ohne Frage profitiert aber der Satiriker von seiner Tätigkeit als Politiker. Er interessiere sich für die skurrilen und unseriösen Seiten des EU-Parlaments und seiner Abgeordneten, sagte Sonneborn der Rheinischen Post. Er habe Glück gehabt, dass er fraktionslos geblieben sei. „Ich saß also zusammen mit polnischen Monarchisten, ungarischen Antisemiten, Udo Voigt von der NPD, Marine Le Pen und FPÖ-Leuten. Für einen Titanic-Redakteur ist es ein Traum, solche Gestalten ohne falschen Schnurrbart studieren zu können.“ Von seinen Nachbarn werde er nicht als Satiriker wahrgenommen, sagte er weiter.

Agitation und lustige Filme

Das sollte am Mittwoch anders sein. Der ehemalige Titanic- Chefredakteur, Außenreporter der „heute-show“ und Leiter des Satireressorts „Spam“ bei Spiegel-Online hat ein Multimediaspektakel mit lustigen Filmen und brutaler politischer Agitation für seine Partei „Die Partei“ geplant. Die Europawahl findet übrigens am 26. Mai statt. Mal sehen, ob Martin Sonneborn seinen Job als Politiker dann wieder erhält. Warum er diese Tätigkeit so schätzt, soll er mal so beschrieben haben: „Wenig Arbeit, viel Geld.“

Martin Sonneborn, Osnabrück-Halle, Osnabrück, Mi., 27. 3., 20 Uhr, Eintritt: 21,60/18,25 Euro. Kartentelefon: 0541/349024 oder 7607780.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN