„Es ist echt ein Wahnsinn“ Osnabrücker Verein Magi von Zyklon in Afrika betroffen

Eine ganze Region unter Wasser: Wie in Mosambik ist auch die Region in Malawi von der Naturkatastrophe betroffen, wo der Osnabrücker Verein Magi wirkt. Dort kümmert sich der Verein nun vor allem um Waisenkinder. Foto: Yasuyoshi Chiba/AFPEine ganze Region unter Wasser: Wie in Mosambik ist auch die Region in Malawi von der Naturkatastrophe betroffen, wo der Osnabrücker Verein Magi wirkt. Dort kümmert sich der Verein nun vor allem um Waisenkinder. Foto: Yasuyoshi Chiba/AFP

Osnabrück. Anfang der Woche waren die Nachrichten für Anja Hirschmann noch positiv. Mittlerweile hat sich die Lage in der Stadt Blantyre in dem südostafrikanischen Land Malawi durch den Zyklon „Idai“ dramatisch verschlimmert.

Der Südzipfel Malawis, in dem auch Blantyre liegt, ragt in das Land Mosambik hinein. Der Zyklon „Idai“ hat dort eine der schlimmsten Naturkatastrophen der vergangenen Jahrzehnte angerichtet. Berichten zufolge geht man von bis zu 1000 Toten in der Region aus.

Erst der Scheck, dann die Katastrophe

In Malawi regnet es schon seit zwei Wochen, berichtet Anja Hirschmann, Vorsitzende des Vereins Magi, der in Malawi Mädchen und Frauen unterstützt. Anfang der Woche hatte sie sich noch über einen Scheck in Höhe 26500 Euro von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung gefreut, nun erhält sie eine Katastrophen-Meldung nach der anderen aus Afrika. Wie in Mosambik und Simbabwe sind auch in Malawi Dörfer überflutet und Häuser und Brücken zerstört worden. „Die Leute stehen seit zwei Wochen im Wasser. Die haben nichts mehr“, sagt Hirschmann und fügt angesichts der katastrophalen Lage an: „Es ist echt ein Wahnsinn.“

Blantyre, wo Magi unter anderem eine Farm und ein Haus für Frauen unterhält, liege geografisch gesehen etwas höher. Dort seien die Umweltschäden nicht so gravierend. Und zum Glück seien auch die Maisfelder rechtzeitig abgeerntet worden, berichtet Hirschmann. Aber nun werden Waisenkinder gebracht. Am Mittwoch kamen erst ein zwei- und ein siebenjähriges Mädchen, dann brachte die Polizei ein ausgesetztes Baby, später kam noch eine Sechsjährige hinzu. „Die Familien sind auseinander gerissen. Keiner weiß, wie es weitergeht“, sagt die Atteraner Grundschullehrerin. Sie rechnet mit weiteren Kindern, die zu Magi gebracht werden und hofft, dass ihre Familien ausfindig gemacht werden können – wenn es sie noch gibt.

Eine warme Mahlzeit pro Tag

Alle Kinder erhalten in einem „Feeding Program“ eine warme Mahlzeit pro Tag. Noch reichen die Vorräte. Sie sind auch sicher vor Plünderen, sagt Hirschmann. „Malawi ist ein unglaublich friedliches Land. Plünderei kennt man dort nicht.“ Im Grunde seien die Menschen dort froh, wenn wenigstens die Kinder etwas zu essen haben.

Um das „Feeding Program“ aufrecht zu erhalten und weiterhin Kinder ernähren zu können, ist der Verein auf Spenden angewiesen. „Lebensmittel werden knapp und teuer in Malawi“, sagt Anja Hirschmann. Infos gibt es unter www.magi-ev.de. Spendenkonto: DE43403510600073125734.


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