Beeindruckende Fotoausstellung Bilder im Berliner Carré in Osnabrück zeigen das Schicksal von Mädchen in Malawi

Der Osnabrücker Verein Magi hilft im südostafrikanischen Land Malawi, damit Kinder dort wieder lachen können. Foto: Gert WestdörpDer Osnabrücker Verein Magi hilft im südostafrikanischen Land Malawi, damit Kinder dort wieder lachen können. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Diese Schaufensterausstellung rührt die Betrachter an: Seit Dienstag sind unter dem Motto "Leben retten, Chancen bieten" beeindruckende Bilder im Berliner Carré der Sparkasse zu sehen. Das Hauptthema bilden Frauen und Mädchen in Malawi, die zum Teil in menschenunwürdigen Verhältnissen leben. Die Fotoreihe von Jette Golz entstand in Zusammenarbeit mit dem Verein Magi, der Hilfe und Unterstützung bietet.

Bilder die Geschichten erzählen. Das Bild zeigt eine Frau, die mit ihren vier Kindern vor ihrer Lehmhütte sitzt, die ihnen Schutz und Geborgenheit bieten sollte. Die Realität erzählt jedoch eine ganz andere Geschichte, wie sie jede Nacht von ihrem Ehemann wie ein Hund vor die Tür gescheucht wird und nur Reste zu essen bekommt.Viele Frauen und Kinder in Malawi fristen ein trostloses Leben. Foto: Gert Westdörp

Häusliche Gewalt ist keine Seltenheit in ihrer Heimat. Malawi, ein Binnenstaat in Südostafrika,gehört zu den ärmsten Ländern der Welt und die Frauen und Mädchen leiden besonders unter dieser Armut. Sie haben oft keinen Zugang zu Erziehung und Bildung und viele von ihnen leben auf der Straße, erklärte Anja Hirschmann, Lehrerin und Gründerin des Vereins Magi.

Der Verein hilft diesen Frauen, ein unabhängiges Leben zu führen und sich Chancen zu erarbeiten. Dies ist auch das Anliegen der Ausstellung im Berliner Carré. Die Fotografin Jette Golz begleitete Hirschmann mit der Kamera bei ihren ehrenamtlichen Arbeiten in Malawi. Heraus kam eine eindringliche Fotoausstellung, die die schlechten Lebensbedingungen aufzeigt und zugleich das von Magi bereits Erreichte aufzeigt.

Herzensprojekt nach Deutschland gebracht

"Jette hat es wirklich geschafft mein Herzensprojekt von Afrika nach Deutschland zu bringen", freute sich Hirschmann über die ausgestellten Fotografien. Ihr Herzensprojekt begann 2007 mit einer Schulpartnerschaft zwischen der Grundschule Atter und einer Schule in Malawi. Dort erlebte sie die schwierige Lage der Mädchen des afrikanischen Landes und entschied, sich für diese einzusetzen. 2010 gründete Hirschmann den Verein und ein Jahr später nahm dieser die ersten Mädchen auf. Dieser bot ihnen eine sichere Unterkunft, ermöglichte ihnen den Schulbesuch, zu lernen, um sich eine Zukunft aufbauen zu können. Mittlerweile wurden mehrere Häuser errichtet, in denen die jungen Malawierinnen leben können, solange sie zur Schule gehen. Ebenso konnte die Infrastruktur in den Dörfern verbessert werden.

Der Verein ermöglicht jungen Leuten eine neue Perspektive. Foto: Gert Westdörp

All diese Maßnahmen bedeuten eine enorme Entlastung für die Frauen, wie ein kurzer Film während der Eröffnung zeigte. Neben einen Brunnen für die Trinkwasserversorgung, einer eigenen Maismühle und einem kleinen Packshop wurde auch eine Brücke errichtet. 

Regensturm verursacht Überschwemmung und Zerstörung

Seit zwei Wochen sieht die Welt in Malawi jedoch anders aus: Ein tropischer Regensturm sorgte für Überschwemmungen und Verwüstungen im ganzen Land. Die Regenfluten haben Häuser, ganze Dörfer und Infrastrukturen zerstört. Unter anderem auch die eigens vom Verein errichtete Brücke, die dafür sorgte, dass die Kinder den Fluss wohlbehalten überqueren konnten. Für den Wiederaufbau sammelt Magi derzeit Spenden, denn jetzt sei die Aufgabe des Vereins nicht mehr, nur Chanen zu bieten, sondern Leben zu retten.


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