Alles auf dem Prüfstand F-Frage beim Grünkohl: Verkehrsverein Osnabrück setzt Arbeitsgruppe ein

Felix Osterheider.  Foto: Michael GründelFelix Osterheider. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Der Verkehrsverein Osnabrück Stadt und Land (VVO) hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich mit den künftigen Veranstaltungsformaten des Vereins befassen wird. Anlass ist die öffentliche Debatte um das Frauenverbot bei der Osnabrücker Mahlzeit.

 „Wir diskutieren im Verein schon länger, wie wir mit unseren Traditionsveranstaltungen Musikstreife und Osnabrücker Mahlzeit weiter verfahren wollen. Die Bitte des Stadtrates Osnabrück nehmen wir in unseren internen Diskussionen ebenfalls auf,“ sagte VVO-Vorsitzender Felix Osterheider am Dienstag. 

In der Vorstandssitzung am Montagabend sei deutlich herausgearbeitet worden, dass die Osnabrücker Mahlzeit für den VVO existentiell sei, so Osterheider. Deren jährliche Einnahmen seien sowohl als Spendensumme für caritative Zwecke wie als Vereinseinnahmen nicht zu ersetzen.

Die nun eingesetzte Arbeitsgruppe des VVO, hälftig besetzt aus Frauen und Männern, nehme im Mai ihre ehrenamtliche Arbeit auf, um im Laufe des nächsten halben Jahres Vorschläge zu möglichen Veranstaltungsformaten der Zukunft zu unterbreiten. „Ich danke den Mitgliedern herzlich, dass sie sich für die Zukunft unseres VVO in dieser Weise einsetzen,“ so der Vorsitzende. Er hoffe sehr, dass durch diese differenzierte Bearbeitung nun die Diskussion rund um die Osnabrücker Mahlzeit versachlicht werde.

Die Osnabrücker Grünen hatten am Rande des jüngsten Grünkohlessens eine Öffnung für Frauen gefordert und die Veranstaltung als "sexistisch" und "antiquiert" kritisiert. Die Debatte über die F-Frage hat auch den Stadtrat erreicht. In der März-Sitzung hatten die Grünen beantragt, dass die Vertreter der Stadt im Verkehrsverein sich dafür einsetzen, dass in Zukunft "unabhängig vom (mutmaßlichen) Geschlecht" zur Osnabrücker Mahlzeit eingeladen werde. Der Antrag fand im Rat keine Mehrheit. Das sei allein Angelegenheit des Vereins. 

Die Diskussion über das Grünkohlessen, an dem jährlich 1300 Männer teilnehmen, hat vor allem in den sozialen Medien hohe Wellen geschlagen. Die mediale Berichterstattung habe ebenso wie das bisherige Niveau der Debatte etliche Mitglieder wie Besucher verletzt, sagte Osterheider: „Begriffe wie Sexismus und Ausgrenzung haben mit der Osnabrücker Mahlzeit nichts zu tun und zeichnen ein Bild, das schlicht nicht stimmt."


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN